Von der Ordensstiftung zur modernen Fachklinik für Bewegung
Das Wiener Herz-Jesu Krankenhaus blickt auf über 80 Jahre Medizingeschichte zurück und zählt heute zu Österreichs führenden Zentren.
Seit acht Jahrzehnten prägt das Herz-Jesu Krankenhaus die Wiener Gesundheitslandschaft. Was als Ordensspital begann, entwickelte sich zu einer der führenden orthopädischen Fachkliniken Österreichs. Mit jährlich rund 6.200 Eingriffen im Bereich Gelenkersatz setzt das Krankenhaus im dritten Wiener Gemeindebezirk Maßstäbe in der modernen Medizin.
Die Geschichte des Herz-Jesu Krankenhauses reicht bis ins Jahr 1873 zurück. Damals begannen Schwestern der Kongregation der Dienerinnen des heiligsten Herzens Jesu, sich um kranke und bedürftige Menschen zu kümmern. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs entstand aus einem ehemaligen Lazarett für verwundete Soldaten das moderne Krankenhaus, das heute bekannt ist.
"Aus dem Schwesternkrankenhaus entwickelte sich die heute hochspezialisierte Fachklinik für Bewegung", erklärt die Entwicklung des Hauses. Seit 2007 ist das Herz-Jesu Krankenhaus Teil der Vinzenz Gruppe, eines der größten gemeinnützigen Gesundheitsunternehmen Österreichs.
Heute konzentriert sich das Krankenhaus auf die Behandlung des Bewegungsapparats. Die Schwerpunkte liegen in der Orthopädie, Schmerz- und Altersmedizin. "Mit rund 6.200 Eingriffen pro Jahr ist das Spital eine der größten Kliniken im Bereich Gelenkendoprothetik und gelenkerhaltender Orthopädie", betont Geschäftsführerin Mag. Elvira Czech.
Besonders bemerkenswert sind die kurzen Aufenthaltszeiten der Patienten. Durch innovative Programme wie "Rapid Recovery" und gezielte Frühmobilisierung werden Kniegelenk-Operierte bereits nach durchschnittlich drei Tagen entlassen, Patienten mit Hüftgelenkersatz sogar nach nur zwei Tagen. Etwa 30 Prozent aller orthopädischen Eingriffe führt das Krankenhaus mittlerweile tagesklinisch durch.
Das Herz-Jesu Krankenhaus bietet eine Rundumversorgung mit verschiedenen Fachabteilungen. Dazu gehören die Orthopädie, Physikalische Medizin und Rehabilitation, Radiologie, Innere Medizin, Intensivmedizin und Schmerztherapie. Diese interdisziplinäre Ausrichtung ermöglicht es, Patienten ganzheitlich zu behandeln.
Ende 2025 eröffnete das Therapiezentrum chronischer Schmerz (TCS) im Rabenhof als ambulante Versorgungseinheit. Dort arbeitet ein interdisziplinäres Team aus Ärzten, diplomiertem Pflegepersonal, Psychologen, Diätologen sowie Physio- und Ergotherapeuten eng zusammen.
Die Schmerztherapie folgt einem multimodalen Ansatz. Neben medizinischer, psychologischer und physiotherapeutischer Behandlung umfasst das Angebot auch moderne Verfahren wie Entspannungsverfahren, Biofeedback, Akupunktur, Yoga und virtual-reality-gestützte Therapien. Die Terminvergabe erfolgt über die Gesundheitshotline 1450.
Das Herz-Jesu Krankenhaus setzt auf Digitalisierung und folgt dem Prinzip "digital, vor ambulant, vor stationär". Besonders hervorzuheben ist die telemedizinische Ambulanz des Schlaflabors. Das vollumfängliche digitale Angebot reicht von der Terminbuchung über Diagnostik und Befundübermittlung bis hin zum Telemonitoring.
Patienten der Vinzenz Gruppe haben über die App "Hallo Gesundheit" rund um die Uhr Zugriff auf ihre Gesundheitsdaten. Dies umfasst auch die Daten der elektronischen Gesundheitsakte ELGA, von Röntgenbildern und MRT-Aufnahmen über Arztbriefe bis zum aktuellen Impfstatus.
Seit Anfang 2025 bietet das Krankenhaus eine besondere Spezialambulanz an, die Rheuma und Begleiterscheinungen wie Lungenbeteiligungen interdisziplinär behandelt. Durch eine Kooperation mit der Klinik Floridsdorf gewährleistet das Herz-Jesu Krankenhaus die bestmögliche Versorgung von Menschen mit Rheuma und interstitiellen Lungenerkrankungen.
Diese Zusammenarbeit zeigt, wie moderne Medizin durch Vernetzung verschiedener Expertisen optimale Behandlungsergebnisse erzielen kann. Patienten profitieren von der gebündelten Kompetenz mehrerer Fachrichtungen an einem Ort.
Ein wichtiger Aspekt für Wiener Patienten: Alle Behandlungen des Herz-Jesu Krankenhauses erfolgen auf e-card und werden von der Stadt Wien mitfinanziert. Dies macht die hochqualifizierte medizinische Versorgung für alle Wienerinnen und Wiener zugänglich, unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten.
Jährlich versorgt das Krankenhaus rund 50.000 Patienten stationär und ambulant. Diese beeindruckende Zahl unterstreicht die wichtige Rolle, die das Herz-Jesu Krankenhaus in der Wiener Gesundheitsversorgung spielt.
Als Teil der Vinzenz Gruppe profitiert das Herz-Jesu Krankenhaus von einem starken Netzwerk. Die Vinzenz Gruppe wurde 1995 von Ordensfrauen mit langer Tradition in der Krankenpflege gegründet und verbindet christliche Werte mit Innovationsgeist.
Mit rund 12.000 Mitarbeitern in Krankenhäusern, Pflege- und Rehabilitationseinrichtungen sowie neuen Angeboten wie Gesundheitsparks begleitet die Vinzenz Gruppe Menschen in allen Lebensphasen. Das Unternehmen setzt auf Kooperationen und Partnerschaften, um die Gesundheitsversorgung ganzheitlich weiterzuentwickeln.
Das Herz-Jesu Krankenhaus hat sich seit seiner Gründung als feste Größe in der medizinischen Versorgung Wiens etabliert. Die Kombination aus traditionellen Werten und modernen Behandlungsmethoden, die Spezialisierung auf den Bewegungsapparat und die digitale Ausrichtung positionieren das Krankenhaus gut für die Zukunft der Medizin.
Die kontinuierliche Weiterentwicklung der Behandlungsmethoden, die Verkürzung der Aufenthaltszeiten und die Ausweitung ambulanter Angebote zeigen, wie sich das Krankenhaus den veränderten Bedürfnissen der Patienten anpasst. Gleichzeitig bleibt der ursprüngliche karitative Auftrag der Ordensstiftung erhalten: Menschen in schwierigen Lebenssituationen zu helfen und ihnen mit Kompetenz und Herz zur Seite zu stehen.