Es ist wieder soweit: Der Winter steht vor der Tür und mit ihm die eisigen Temperaturen, die für obdachlose Menschen in Wien zur lebensbedrohlichen Gefahr werden können. Die Caritas der Erzdiözese Wien hat deshalb erneut ihr bewährtes Kältetelefon und die umfassende Winternothilfe ins Leben gerufen.
Es ist wieder soweit: Der Winter steht vor der Tür und mit ihm die eisigen Temperaturen, die für obdachlose Menschen in Wien zur lebensbedrohlichen Gefahr werden können. Die Caritas der Erzdiözese Wien hat deshalb erneut ihr bewährtes Kältetelefon und die umfassende Winternothilfe ins Leben gerufen. Diese Initiative könnte tatsächlich Leben retten, denn wenn die Temperaturen sinken, steigt die Not auf den Straßen der Stadt.
Die Caritas hat es sich zur Aufgabe gemacht, möglichst viele obdachlose Menschen sicher durch die kalte Jahreszeit zu bringen. Mit dem Start der Winternothilfe wird ein umfassendes Hilfsprogramm aktiviert, das nicht nur zusätzliche Notquartiersplätze schafft, sondern auch das Streetwork intensiviert. „Wenns kalt wird, läuft unsere Hilfe heiß! Unser Motto: Mehr Betten, ein zusätzliches Notquartier und noch mehr Streetwork. Denn für obdachlose Menschen beginnt nun die härteste Zeit des Jahres. Bei sinkenden Temperaturen kann es für sie ums Überleben gehen“, betont Caritasdirektor Klaus Schwertner.
Obdachlosigkeit ist ein Thema, das oft im Verborgenen bleibt. Viele Menschen sind sich der Dramatik und der Ausmaße nicht bewusst. In Wien sind es vor allem die kalten Monate, die die ohnehin schwierige Situation für obdachlose Menschen verschärfen. Die Caritas spricht von ungebrochen hoher Nachfrage nach Hilfe – sei es in der Gruft, bei den Lebensmittelausgabestellen oder in den Tageszentren. Die Organisation warnt zudem vor einem Anstieg der Obdachlosigkeit durch geplante Kürzungen bei der Wiener Mindestsicherung, insbesondere für subsidiär Schutzberechtigte.
Die Mindestsicherung ist ein soziales Sicherungssystem, das Menschen in finanzieller Not unterstützt. In Wien ist die Mindestsicherung ein wichtiger Bestandteil des sozialen Netzes, das viele Menschen vor der Obdachlosigkeit bewahrt. Doch geplante Kürzungen könnten fatale Folgen haben. „Mit der Winterhilfe beweist die Stadt jedes Jahr, dass ihr das Schicksal obdachloser Menschen nicht gleichgültig ist. Doch wenn mit Jänner tausende Menschen die Mindestsicherung verlieren, werden viele, die jetzt noch wohnversorgt sind, ihre Mieten nicht mehr zahlen können. Die betroffenen Männer, Frauen und ihre Kinder laufen Gefahr, auf der Straße zu landen. Das kann niemand ernsthaft wollen. Verantwortete Politik bekämpft Armut, anstatt sie zu verstärken“, warnt Schwertner eindringlich.
Die Caritas bietet in Wien das ganze Jahr über 1.971 Plätze in Notunterkünften, Wohnhäusern und mobilbetreuten Wohnungen sowie Beratung und Verpflegung für wohnungslose Frauen und Männer an. Im Rahmen der Winternothilfe kommen in Zusammenarbeit mit dem Fonds Soziales Wien an mehreren Standorten noch weitere 140 Plätze dazu. „Diese Plätze bieten mehr als nur ein Bett für die Nacht – sie geben Perspektive und Hoffnung“, erklärt Schwertner. Doch die Umsetzung all dieser Hilfsangebote wäre ohne Spenden nicht möglich. Die Caritas ruft daher zur Unterstützung auf, um Menschen ein Dach über dem Kopf zu geben.
Ab dem 29. Oktober sind die Leitungen des Caritas-Kältetelefons in Wien wieder geöffnet. Unter der Telefonnummer 01/480 4553 können Menschen Aufenthaltsorte und Schlafplätze von obdachlosen Menschen melden. Diese Anrufe werden von mehr als 90 Freiwilligen entgegengenommen – an sieben Tagen in der Woche, 24 Stunden am Tag. Auch die Caritas Streetwork-Teams sind dann wieder im täglichen Einsatz, um gezielt und möglichst zeitnah auf Hinweise reagieren zu können. Mit warmer Kleidung, Schlafsäcken, Isomatten und warmen Getränken versorgen sie obdachlose Menschen und vermitteln bei Bedarf einen sicheren und warmen Schlafplatz in einem Notquartier.
„Wien ist solidarisch und schaut nicht weg. Mehr als 10.300 Anruferinnen und Anrufer haben allein im letzten Winter die Nummer des Kältetelefons gewählt und unseren Streetwork-Teams damit wichtige und konkrete Hinweise gegeben. Nur so können wir sicherstellen, dass unsere Hilfe die Menschen im öffentlichen Raum erreicht. Daher bitten wir auch heuer wieder: Schauen Sie nicht weg, wenn Sie eine obdachlose Person sehen, sondern wählen Sie die Nummer des Caritas Kältetelefons – jeder Anruf kann Leben retten!“, betont Schwertner.
Die Caritas bittet um Mithilfe und Spenden für obdachlose Menschen. „Spenden, freiwilliges Engagement oder ein einfacher Anruf beim Kältetelefon – jede Hilfe zählt. Lassen wir niemanden zurück und sorgen wir dafür, dass Menschen in Not nicht allein bleiben“, so Schwertner.
Caritas Spendenkonto:
Caritas der Erzdiözese Wien - Hilfe in Not
IBAN: AT47 2011 1890 8900 0000
BIC: GIBAATWWXXX
Spendenzweck: Winternothilfe
Die Winternothilfe der Caritas ist ein leuchtendes Beispiel für Solidarität und Nächstenliebe in einer Zeit, in der viele Menschen auf der Strecke bleiben könnten. Doch die Herausforderungen werden nicht kleiner. Die geplanten Kürzungen bei der Mindestsicherung könnten die Situation weiter verschärfen und die Zahl der obdachlosen Menschen in Wien erhöhen. Die Caritas wird auch in Zukunft auf die Unterstützung der Bevölkerung angewiesen sein, um ihre lebensrettende Arbeit fortsetzen zu können.
Die Winternothilfe zeigt, dass Wien nicht wegschaut, sondern handelt. Doch es liegt auch an jedem Einzelnen von uns, einen Beitrag zu leisten – sei es durch Spenden, freiwilliges Engagement oder durch einen einfachen Anruf. Denn jeder kann dazu beitragen, dass der Winter für obdachlose Menschen in Wien ein wenig erträglicher wird.