Am 28. September 2025 ist es wieder soweit: Der Welttollwuttag rückt die gefährliche Zoonose in den Fokus der Öffentlichkeit. Tierärzte aus ganz Österreich nutzen diesen Tag, um auf die nach wie vor bestehende Bedrohung durch Tollwut hinzuweisen. Doch warum ist diese Krankheit, die in Europa weitgeh
Am 28. September 2025 ist es wieder soweit: Der Welttollwuttag rückt die gefährliche Zoonose in den Fokus der Öffentlichkeit. Tierärzte aus ganz Österreich nutzen diesen Tag, um auf die nach wie vor bestehende Bedrohung durch Tollwut hinzuweisen. Doch warum ist diese Krankheit, die in Europa weitgehend unter Kontrolle ist, noch immer ein großes Thema? Und welche Rolle spielen Tierärzte dabei, die Ausbreitung zu verhindern?
Tollwut, auch Rabies genannt, ist eine virale Infektionskrankheit, die das zentrale Nervensystem von Säugetieren, einschließlich Menschen, befällt. Die Krankheit wird durch das Rabiesvirus verursacht und ist in der Regel tödlich, sobald Symptome auftreten. Die Übertragung erfolgt meist durch den Biss eines infizierten Tieres, da das Virus im Speichel vorkommt.
Die Tollwut ist eine der ältesten bekannten Infektionskrankheiten. Bereits im antiken Griechenland wurde sie beschrieben. Im 19. Jahrhundert gelang es dem französischen Wissenschaftler Louis Pasteur, einen Impfstoff zu entwickeln, der die Krankheit bei Hunden verhindern konnte. Dies war ein Meilenstein in der Bekämpfung der Tollwut und legte den Grundstein für die modernen Impfprogramme.
Obwohl die Tollwut in Europa durch konsequente Impfprogramme weitgehend eingedämmt wurde, bleibt sie in vielen Teilen der Welt eine ernste Bedrohung. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben jährlich rund 59.000 Menschen an Tollwut, vor allem in Asien und Afrika. Dort ist der Zugang zu Impfungen und medizinischer Versorgung oft eingeschränkt.
Tierärzte sind unverzichtbare Akteure im Kampf gegen die Tollwut. Sie sind nicht nur für die Impfung von Haustieren verantwortlich, sondern auch für die Aufklärung der Bevölkerung über die Risiken und Schutzmaßnahmen. „Die Tollwutimpfung ist nicht nur ein notwendiger Schutz für unsere Haustiere, sondern auch ein unverzichtbarer Beitrag zur öffentlichen Gesundheit“, erklärt ein Sprecher der Österreichischen Tierärztekammer.
Seit 2008 gilt Österreich als tollwutfrei. Dies bedeutet, dass es keine inländischen Fälle von Tollwut gibt. Doch diese Errungenschaft darf nicht als selbstverständlich angesehen werden. „Wir müssen weiterhin dranbleiben, denn wenn der Anteil nicht geimpfter Tiere ansteigt, so steigt auch das Risiko, die Herdenimmunität zu schwächen“, warnt der Präsident der Tierärztekammer.
Im Vergleich zu Österreich kämpfen viele Länder noch immer mit der Eindämmung der Tollwut. In Deutschland beispielsweise gibt es immer wieder Fälle von eingeschleppten Tollwutviren, die durch illegal eingeführte Tiere nach Europa gelangen. Auch in den osteuropäischen Ländern ist die Tollwut noch nicht vollständig unter Kontrolle.
Die Tollwut hat nicht nur gesundheitliche, sondern auch wirtschaftliche Auswirkungen. Die Kosten für Impfprogramme und die Behandlung von Verdachtsfällen sind erheblich. Zudem kann die Angst vor der Krankheit den Tourismus in betroffenen Regionen beeinträchtigen.
Ein Experte für Zoonosen erklärt: „Die Tollwut ist ein Paradebeispiel dafür, wie wichtig Prävention ist. Jeder Impfstoff, der verabreicht wird, ist ein Schritt in Richtung einer tollwutfreien Welt. Doch wir dürfen nicht nachlassen, denn das Virus kennt keine Grenzen.“
Die WHO hat sich das Ziel gesetzt, die Tollwut bis 2030 weltweit auszurotten. Dies erfordert jedoch erhebliche Anstrengungen und internationale Zusammenarbeit. Impfprogramme müssen ausgeweitet und die Aufklärung der Bevölkerung intensiviert werden. Zudem sind Investitionen in die Forschung notwendig, um noch effektivere Impfstoffe zu entwickeln.
Die Tollwutbekämpfung ist auch eine politische Herausforderung. Regierungen müssen bereit sein, in Präventionsmaßnahmen zu investieren und internationale Partnerschaften zu fördern. Nur so kann das Ziel einer tollwutfreien Welt erreicht werden.
Der Welttollwuttag 2025 ist ein wichtiger Schritt, um das Bewusstsein für diese gefährliche Zoonose zu schärfen und die Bedeutung von Prävention und Impfung zu unterstreichen. Tierärzte in Österreich und weltweit setzen sich unermüdlich dafür ein, die Gesundheit von Mensch und Tier zu schützen. Doch es liegt an uns allen, diese Bemühungen zu unterstützen und die Tollwut endgültig zu besiegen.
Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Österreichischen Tierärztekammer.