Am 3. Dezember 2025 sorgte eine Treibjagd auf Myxomatose-kranke Hasen in Gattendorf, Burgenland, für Empörung in der österreichischen Tierschutzszene. Die Myxomatose, eine verheerende Krankheit für Hasen und Kaninchen, wurde am 14. Juni 1952 in Europa eingeführt und hat seitdem unzählige Tiere qualv
Am 3. Dezember 2025 sorgte eine Treibjagd auf Myxomatose-kranke Hasen in Gattendorf, Burgenland, für Empörung in der österreichischen Tierschutzszene. Die Myxomatose, eine verheerende Krankheit für Hasen und Kaninchen, wurde am 14. Juni 1952 in Europa eingeführt und hat seitdem unzählige Tiere qualvoll sterben lassen. Trotz dieser Bedrohung fand in Gattendorf eine Jagd statt, die zu einem massiven Polizeieinsatz führte, als Tierschützer:innen versuchten, die Ereignisse zu dokumentieren.
Die Myxomatose ist eine Viruserkrankung, die durch das Myxoma-Virus verursacht wird. Sie führt bei infizierten Hasen und Kaninchen zu schweren Symptomen wie Schwellungen, Fieber und schließlich zum Tod. Der Virus wurde ursprünglich in Australien zur Kontrolle der Kaninchenpopulation eingeführt, verbreitete sich jedoch rasch nach Europa. In Österreich ist die Krankheit besonders problematisch, da sie die ohnehin bedrohte Hasenpopulation weiter dezimiert.
In Gattendorf wurde trotz der bekannten Gefahr durch Myxomatose eine Treibjagd auf Hasen durchgeführt. Die Jägerschaft argumentiert oft mit der Notwendigkeit der Populationskontrolle, doch Kritiker:innen wie DDr. Martin Balluch vom Verein gegen Tierfabriken (VGT) betonen, dass die Jagd in diesem Kontext ökologisch nicht gerechtfertigt ist. Die natürliche Kontrolle durch Beutegreifer wird durch die Jagdaktivitäten zusätzlich gestört, was die Situation weiter verschärft.
Der Großeinsatz der Polizei, der auf die Anwesenheit von Tierschützer:innen folgte, wirft Fragen über den Umgang mit Tierschutzbelangen in Österreich auf. Insgesamt wurden fünf Polizeiautos, zwei Polizeibusse, zwei zivile Polizeifahrzeuge, ein Polizeihubschrauber und eine Polizeidrohne eingesetzt, um die Aktivitäten der Tierschützer:innen zu überwachen. Diese Maßnahme wurde von vielen als unverhältnismäßig kritisiert und lenkt den Fokus auf die rechtlichen Rahmenbedingungen, die solche Einsätze ermöglichen.
In Deutschland und der Schweiz werden ähnliche Probleme mit der Myxomatose anders gehandhabt. Während in Deutschland strenge Vorschriften zur Eindämmung der Krankheit existieren, setzt die Schweiz auf eine Kombination aus Jagdverboten und Schutzmaßnahmen für betroffene Tierarten. Diese Ansätze könnten auch in Österreich als Vorbild dienen, um die Situation zu verbessern.
Die Treibjagd und der darauffolgende Polizeieinsatz haben nicht nur Tierschützer:innen aufgebracht, sondern auch die lokale Bevölkerung verunsichert. Viele Bürger:innen fragen sich, wie solche Einsätze gerechtfertigt werden können, insbesondere in Zeiten, in denen öffentliche Ressourcen knapp sind. Der Vorfall hat eine Debatte über die Prioritäten der Polizei und den Schutz von Tieren in Österreich ausgelöst.
Laut aktuellen Statistiken sind die Hasenbestände in Österreich in den letzten Jahren um etwa 30% zurückgegangen, was größtenteils auf Krankheiten wie die Myxomatose und den Verlust von Lebensräumen zurückzuführen ist. Diese Zahlen verdeutlichen die Dringlichkeit, mit der Maßnahmen zum Schutz der Tiere ergriffen werden müssen.
Experten sind sich einig, dass ein Umdenken in der Jagdpolitik und im Tierschutz notwendig ist. Zukünftige Maßnahmen könnten strengere Jagdverbote in Zeiten von Seuchenausbrüchen und eine verstärkte Überwachung der Tiergesundheit umfassen. Die Einführung von Bildungsprogrammen für Jäger:innen könnte ebenfalls dazu beitragen, das Bewusstsein für die Bedeutung des Tierschutzes zu schärfen.
Zusammenfassend zeigt der Vorfall in Gattendorf die Notwendigkeit einer umfassenden Überprüfung der aktuellen Praktiken im Umgang mit Wildtieren in Österreich. Die Bevölkerung ist aufgerufen, sich aktiv an der Diskussion über den Schutz von Tieren zu beteiligen und Druck auf politische Entscheidungsträger auszuüben, um nachhaltige Lösungen zu finden.
Für weiterführende Informationen über Tierschutzgesetze und aktuelle Entwicklungen in Österreich besuchen Sie bitte unsere Tierschutzseite.