Am 13. November 2025 sorgte ein Bericht von Greenpeace für Aufsehen in der österreichischen Lebensmittelbranche. Die Umweltschutzorganisation hatte alarmierende Konzentrationen von PFAS-Chemikalien in Fischen, Muscheln und Krabben aus der Nord- und Ostsee festgestellt. Diese Ergebnisse lösten eine r
Am 13. November 2025 sorgte ein Bericht von Greenpeace für Aufsehen in der österreichischen Lebensmittelbranche. Die Umweltschutzorganisation hatte alarmierende Konzentrationen von PFAS-Chemikalien in Fischen, Muscheln und Krabben aus der Nord- und Ostsee festgestellt. Diese Ergebnisse lösten eine rasche Reaktion bei mehreren Supermärkten und Großhändlern aus. MPreis, Metro und Transgourmet haben beschlossen, regelmäßige Tests auf diese schädlichen Chemikalien durchzuführen, um die Sicherheit ihrer Fischprodukte zu gewährleisten. Auch Hofer erwägt ein solches Testprogramm, während SPAR, Billa, Lidl und Iglo bereits entsprechende Maßnahmen ergriffen haben. Die Restaurantkette Nordsee hingegen verweigerte jegliche Auskunft zu ihren Testpraktiken.
PFAS steht für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen, eine Gruppe von Chemikalien, die in vielen Industrieprozessen und Konsumgütern verwendet werden. Sie sind bekannt für ihre wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften, was sie in Produkten wie Antihaftbeschichtungen, Verpackungsmaterialien und Textilien beliebt macht. Allerdings sind PFAS auch extrem langlebig und biologisch schwer abbaubar, weshalb sie oft als 'Ewigkeitschemikalien' bezeichnet werden. Diese Eigenschaften führen dazu, dass sie sich in der Umwelt und in Organismen anreichern können, was potenziell gesundheitsschädlich ist.
Die Problematik um PFAS ist nicht neu. Bereits in den 1940er Jahren wurden PFAS erstmals in industriellen Anwendungen eingesetzt. In den folgenden Jahrzehnten stieg die Produktion dieser Chemikalien stark an, was zu einer weit verbreiteten Kontamination von Böden, Gewässern und Nahrungsmitteln führte. In den letzten Jahren haben wissenschaftliche Studien vermehrt auf die gesundheitlichen Risiken von PFAS hingewiesen, darunter hormonelle Störungen, Krebsrisiken und Auswirkungen auf das Immunsystem. Diese Erkenntnisse haben weltweit zu strengeren Regulierungen und einem erhöhten Bewusstsein für die Notwendigkeit von Tests und Verboten geführt.
Während Österreich jetzt verstärkt auf PFAS-Tests setzt, sind andere Länder bereits weiter. In Deutschland beispielsweise gibt es strenge Vorschriften für PFAS in Trinkwasser, und die Schweiz hat ebenfalls Maßnahmen zur Reduzierung dieser Chemikalien in der Umwelt ergriffen. Frankreich und Dänemark haben bereits niedrigere Grenzwerte für PFAS eingeführt und setzen sich für ein EU-weites Verbot ein. Diese internationalen Beispiele zeigen, dass Österreich noch Aufholbedarf hat, um die Gesundheit seiner Bürger effektiv zu schützen.
Die Entscheidung der österreichischen Supermärkte, PFAS-Tests durchzuführen, hat direkte Auswirkungen auf die Verbraucher. Durch diese Maßnahmen wird das Risiko, kontaminierte Fischprodukte zu konsumieren, erheblich reduziert. Ein Beispiel: Eine Familie, die regelmäßig Fisch aus der Nordsee kauft, kann nun sicherer sein, dass diese Produkte auf schädliche Chemikalien getestet wurden. Dies erhöht das Vertrauen in die Lebensmittelqualität und schützt besonders gefährdete Gruppen wie Kinder und schwangere Frauen vor den möglichen gesundheitlichen Folgen von PFAS.
Laut Greenpeace landen jährlich mehrere tausend Tonnen Fisch aus der Nordsee auf österreichischen Tellern. Die genaue Menge bleibt jedoch unklar, da viele Unternehmen lückenhafte Angaben machen. Die Einführung von PFAS-Tests könnte helfen, diese Lücken zu schließen und ein klareres Bild der Situation zu zeichnen. Statistiken zeigen, dass etwa 50% der getesteten Fischproben so stark mit PFAS belastet waren, dass sie als unsicher für den Verzehr durch Kleinkinder eingestuft wurden.
Greenpeace fordert ein schnelles und umfassendes EU-weites Verbot aller PFAS-Chemikalien. Darüber hinaus sollten regelmäßige und systematische Tests von Lebensmitteln in Österreich durchgeführt werden. Österreich könnte von Ländern wie Frankreich und Dänemark lernen und eigene Maßnahmen ergreifen, um PFAS in Verpackungen, Kosmetika und Kleidung zu verbieten. Eine solche Strategie würde nicht nur die Umwelt schützen, sondern auch die Gesundheit der Bevölkerung langfristig sichern.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Einführung von PFAS-Tests bei österreichischen Supermärkten ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung ist. Es bleibt jedoch noch viel zu tun, um die umfassende Sicherheit der Lebensmittelkette zu gewährleisten. Verbraucher sind aufgerufen, sich über die Herkunft und Qualität ihrer Lebensmittel zu informieren und Druck auf Unternehmen auszuüben, die Transparenz und Sicherheit verweigern. Weiterführende Informationen über PFAS und ihre Auswirkungen finden Sie auf den Webseiten von Greenpeace und anderen Umweltorganisationen.