Am Wochenende des 8. November 2025 erlebte das Volkshaus in Graz eine beispiellose Welle der Solidarität. Zahlreiche Grazer:innen folgten dem Aufruf der SOS Balkanroute und brachten Hilfsgüter für Geflüchtete an den EU-Außengrenzen. Die Sammelaktion, bei der auch Bürgermeisterin Elke Kahr tatkräftig
Am Wochenende des 8. November 2025 erlebte das Volkshaus in Graz eine beispiellose Welle der Solidarität. Zahlreiche Grazer:innen folgten dem Aufruf der SOS Balkanroute und brachten Hilfsgüter für Geflüchtete an den EU-Außengrenzen. Die Sammelaktion, bei der auch Bürgermeisterin Elke Kahr tatkräftig mithalf, war ein voller Erfolg. Insgesamt wurden 146 Kisten mit Kleidung und Schlafsäcken für den nächsten Hilfstransport vorbereitet.
Die SOS Balkanroute ist seit 2019 aktiv und organisiert jeden Winter Hilfstransporte für Menschen, die auf der Flucht vor Krieg und Armut sind. Diese Menschen, oft Opfer illegaler Pushbacks, kämpfen in Bosnien-Herzegowina bei Minustemperaturen ums Überleben. Die Organisation hat in den letzten sechs Jahren 74 Hilfstransporte durchgeführt, um die Not der Geflüchteten zu lindern.
Petar Rosandić, Obmann der SOS Balkanroute, betont, dass die Solidarität in Österreich ungebrochen ist. Trotz der oft negativen Berichterstattung in den Medien sind viele Menschen bereit, zu helfen und ein Zeichen gegen die Entmenschlichung zu setzen. Die Aktion in Graz wurde von der Kommunistischen Jugend, der KPÖ Graz und dem Islamischen Kulturzentrum Graz unterstützt, was die breite Unterstützung in der Gesellschaft unterstreicht.
In den letzten Monaten wurde ein deutlicher Anstieg der Ankünfte auf der Balkanroute beobachtet. Besonders sudanesische Geflüchtete, die zuvor in Griechenland waren, versuchen nun, über Bosnien nach Europa zu gelangen. Seit dem Beginn des Bürgerkriegs im Sudan im Jahr 2023 sind 150.000 Zivilist:innen getötet worden, und 24 Millionen Menschen sind akut von Hunger bedroht.
Während in Österreich die Solidarität hoch ist, sieht die Situation in anderen Ländern Europas oft anders aus. In Deutschland und der Schweiz gibt es ebenfalls Hilfsaktionen, jedoch sind die politischen Rahmenbedingungen teilweise restriktiver. Österreich zeigt hier eine besondere Offenheit und Bereitschaft zur Unterstützung.
Die Sammelaktionen haben nicht nur einen direkten Einfluss auf die Geflüchteten, sondern auch auf die österreichische Gesellschaft. Sie fördern das Gemeinschaftsgefühl und das Bewusstsein für globale Probleme. Viele Freiwillige berichten von der bereichernden Erfahrung, Teil einer solch bedeutenden Aktion zu sein.
Seit Beginn der Sammelaktionen wurden über 10.000 Menschen mit Hilfsgütern versorgt. Die Organisation der Transporte erfordert eine präzise Logistik und die Unterstützung zahlreicher Freiwilliger. Die Aktionen werden durch Spenden und ehrenamtliches Engagement ermöglicht.
Die SOS Balkanroute plant, ihre Aktivitäten in den kommenden Jahren auszuweiten. Angesichts der zunehmenden Fluchtbewegungen und der anhaltenden Krisen in den Herkunftsländern wird die Hilfe weiterhin dringend benötigt. Die Organisation ruft die Bevölkerung dazu auf, auch in Zukunft aktiv zu werden und die Sammelaktionen zu unterstützen.
Zusammenfassend zeigt die Sammelaktion in Graz, dass Solidarität in Österreich lebendig ist. Die breite Unterstützung aus der Bevölkerung und die aktive Beteiligung von Bürgermeisterin Elke Kahr sind ein starkes Zeichen für Menschlichkeit und Engagement. Weitere Informationen zu den kommenden Aktionen finden Interessierte auf der Webseite der SOS Balkanroute.