Am 1. Oktober 2025 versammelten sich 20 engagierte Tierschützer vor dem berüchtigten Schlachthof Dachsberger in Gauderndorf, um auf das Leid der Schweine aufmerksam zu machen. Diese Mahnwache, die anlässlich des bevorstehenden Welttierschutztages am 4. Oktober stattfand, soll die Öffentlichkeit wach
Am 1. Oktober 2025 versammelten sich 20 engagierte Tierschützer vor dem berüchtigten Schlachthof Dachsberger in Gauderndorf, um auf das Leid der Schweine aufmerksam zu machen. Diese Mahnwache, die anlässlich des bevorstehenden Welttierschutztages am 4. Oktober stattfand, soll die Öffentlichkeit wachrütteln und ein Licht auf die dunklen Praktiken der Massentierhaltung werfen.
Der Schlachthof Dachsberger, der 2019 als viertgrößter Schlachthof Österreichs bekannt war, verarbeitet wöchentlich rund 7000 Schweine. Diese beeindruckende Zahl verdeutlicht die industrielle Dimension, in der hier gearbeitet wird. Doch was bedeutet das für die Tiere? Die Mehrheit der Schweine stammt aus der sogenannten Vollspaltenbodenhaltung, einer Methode, die in Österreich noch immer weit verbreitet ist.
In der Vollspaltenbodenhaltung stehen die Tiere auf einem Boden aus Betonplatten mit schmalen Schlitzen, durch die Kot und Urin abfließen sollen. Diese Art der Haltung wird stark kritisiert, da sie den Tieren kaum Komfort bietet und oft zu gesundheitlichen Problemen wie entzündeten Gelenken führt. Laut Tierschützern entwickeln 92 % der Schweine in dieser Haltung schmerzhafte Gelenkentzündungen, was zu einem steifen Gang führt.
Ein Tierschutzexperte erklärt: „Die Vollspaltenbodenhaltung ist ein Relikt aus einer Zeit, in der Effizienz über das Wohl der Tiere gestellt wurde. Heute wissen wir, dass es bessere Alternativen gibt, die sowohl das Tierwohl als auch die Produktivität fördern.“
Das österreichische Bundestierschutzgesetz, das vor über 20 Jahren eingeführt wurde, sollte ursprünglich den Schutz der Nutztiere verbessern. Doch trotz zahlreicher Reformen, zuletzt im Juni 2025, hat sich die Situation für Mastschweine kaum verbessert. Besonders die Kastration männlicher Ferkel ohne Betäubung ist ein umstrittener Punkt, der Österreich im europäischen Vergleich schlecht dastehen lässt.
„Obwohl in den letzten Jahren einige Fortschritte erzielt wurden, hinken wir im Vergleich zu anderen europäischen Ländern hinterher“, so ein Insider. „In Ländern wie Schweden und Dänemark sind die Standards für die Schweinehaltung deutlich höher, was zeigt, dass Veränderung möglich ist.“
Die Mahnwache vor dem Schlachthof Dachsberger war nicht nur ein Akt des Protests, sondern auch ein Versuch, den Tieren auf ihrem letzten Weg Trost zu spenden. Die Tierschützer zündeten Kerzen an und hielten Schilder, während aus dem Inneren des Schlachthofs die Schreie der Tiere zu hören waren. Diese emotionalen Szenen sollen die Menschen dazu bringen, über ihren Fleischkonsum nachzudenken.
„Wir wollen, dass die Menschen verstehen, dass ihr täglicher Fleischkonsum direkte Auswirkungen auf das Leben dieser Tiere hat“, erklärte ein Teilnehmer der Mahnwache. „Es geht nicht nur darum, Fleisch zu essen, sondern auch darum, unter welchen Bedingungen dieses Fleisch produziert wird.“
Die Mahnwache und die begleitende Berichterstattung sollen das Bewusstsein der Öffentlichkeit schärfen. Der VGT und andere Tierschutzorganisationen hoffen, dass solche Aktionen langfristig zu einem Umdenken führen und letztlich auch politische Veränderungen bewirken.
„Verbraucher haben mehr Macht, als sie denken“, betont ein Tierschutzaktivist. „Indem wir bewusst einkaufen und auf Produkte aus tierfreundlicher Haltung achten, können wir den Markt beeinflussen und die Bedingungen für die Tiere verbessern.“
Für eine nachhaltige Verbesserung der Situation der Schweine in Österreich sind umfassende Reformen notwendig. Experten fordern eine strengere Regulierung der Haltungsbedingungen und ein Verbot der Kastration ohne Betäubung. Zudem wird ein Umdenken in der Gesellschaft angestrebt, das den Wert von tierfreundlichen Produkten erkennt.
„Wir stehen an einem Wendepunkt“, sagt ein Branchenkenner. „Die Gesellschaft ist bereit für Veränderungen, und es liegt an uns, diesen Wandel zu gestalten.“
Insgesamt zeigt die Mahnwache vor dem Schlachthof Dachsberger, dass das Thema Tierschutz in Österreich weiterhin von großer Bedeutung ist. Die Tierschützer hoffen, dass ihre Aktionen dazu beitragen, die Missstände in der Tierhaltung zu beenden und den Weg für eine bessere Zukunft zu ebnen.
Weitere Informationen und aktuelle Entwicklungen finden Sie auf der Webseite des VGT.