Am 25. August 2025 wurden in einer mit Spannung erwarteten Pressekonferenz bahnbrechende Reformen im österreichischen Lehramtsstudium für die Primarstufe vorgestellt. Bildungsminister Christoph Wiederkehr und Rektorin Beatrix Karl präsentierten stolz die neuen Maßnahmen, die das Studium praxisnäher
Am 25. August 2025 wurden in einer mit Spannung erwarteten Pressekonferenz bahnbrechende Reformen im österreichischen Lehramtsstudium für die Primarstufe vorgestellt. Bildungsminister Christoph Wiederkehr und Rektorin Beatrix Karl präsentierten stolz die neuen Maßnahmen, die das Studium praxisnäher und attraktiver gestalten sollen. Diese Reformen könnten das Bildungssystem nachhaltig verändern und die dringend benötigte Anzahl an Lehrkräften erhöhen.
Seit Jahren klagen junge Lehrkräfte über den Mangel an Praxisnähe in ihrer Ausbildung. Eine Umfrage unter Junglehrkräften zeigte, dass viele den Schritt in den Beruf als zu abrupt empfinden, da sie während des Studiums zu wenig praktische Erfahrung sammeln konnten. Bereits im Regierungsprogramm wurde festgelegt, dass die Ausbildung von Lehrkräften aufgewertet werden muss, um mehr Personal zu gewinnen. Die aktuellen Reformen sind nun die Antwort auf diese Forderungen.
Die Reform sieht vor, dass Bachelorstudiengänge künftig mit 180 ECTS-Punkten (European Credit Transfer and Accumulation System) anstelle von 240 ECTS-Punkten bewertet werden. Masterstudiengänge werden mit 120 ECTS-Punkten versehen. Diese Anpassungen sollen die Studiengänge straffen und den Weg ins Berufsleben beschleunigen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Einführung von Intensivpraxiswochen. Diese sollen es den Studierenden ermöglichen, über vier Wochen hinweg mindestens 11 Stunden pro Woche direkt in Schulen tätig zu sein, was inklusive Vor- und Nachbereitung 22 Stunden ergibt. Diese Praxisphasen sollen idealerweise im fünften Semester stattfinden, um den Studierenden ausreichend Zeit zur Vorbereitung zu geben. Die Praxiswochen werden mit mindestens 5 ECTS-Punkten bewertet und von Begleitseminaren flankiert.
In der Vergangenheit waren viele Lehramtsstudiengänge stark theoretisch ausgerichtet. Dies führte dazu, dass Absolventen zwar ein fundiertes theoretisches Wissen hatten, jedoch oft nicht ausreichend auf die praktischen Anforderungen des Schulalltags vorbereitet waren. Die neuen Intensivpraxiswochen sollen diese Lücke schließen und den Studierenden die Möglichkeit geben, das Gelernte direkt anzuwenden und wertvolle Erfahrungen zu sammeln.
Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass ähnliche Reformen auch in anderen Bundesländern und Ländern umgesetzt wurden. In Deutschland zum Beispiel wurde das Praxissemester bereits vor einigen Jahren eingeführt und hat sich als erfolgreich erwiesen. Auch in Finnland, einem der Vorreiter in der Bildungsforschung, sind praxisnahe Ausbildungsphasen ein integraler Bestandteil der Lehrerausbildung.
Diese internationalen Beispiele zeigen, dass eine stärkere Praxisorientierung nicht nur die Qualität der Ausbildung verbessert, sondern auch die Attraktivität des Lehrberufs steigern kann.
Für die Studierenden bedeutet die Reform eine intensivere Vorbereitung auf den Berufsalltag. Sie erhalten erstmals die Möglichkeit, über einen längeren Zeitraum hinweg in den Schulalltag einzutauchen und Erfahrungen zu sammeln, die für ihre spätere Tätigkeit als Lehrerinnen und Lehrer von unschätzbarem Wert sind.
Für die Schulen bedeutet dies gleichzeitig eine Entlastung. Die zusätzlichen Hände der Studierenden können im Unterricht eingesetzt werden und so den Lehrkräften unter die Arme greifen. Dies ist besonders in Zeiten von Lehrermangel ein entscheidender Vorteil.
Ein erfahrener Bildungsexperte erklärt: "Diese Reform ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Der Praxisbezug war lange Zeit ein Schwachpunkt in der Lehrerausbildung. Mit den neuen Intensivpraxiswochen haben die Studierenden endlich die Chance, sich optimal auf den Berufsalltag vorzubereiten."
Ein anderer Fachmann ergänzt: "Die Anpassung der ECTS-Punkte ist längst überfällig. Sie ermöglicht es den Studierenden, schneller in den Beruf einzusteigen und so den akuten Lehrermangel zu lindern."
Die Reform tritt am 1. Oktober in Kraft und wird mit Spannung erwartet. Erste Erhebungen zeigen bereits, dass die Zahl der Studienanfänger um 250 gestiegen ist. Dies ist ein deutliches Zeichen dafür, dass das neue Konzept bei den angehenden Lehrkräften gut ankommt.
Langfristig könnte diese Reform dazu beitragen, den Lehrkräftemangel in Österreich zu beheben und gleichzeitig die Qualität der Ausbildung zu erhöhen. Die Regierung plant, die Auswirkungen der Reform genau zu beobachten und gegebenenfalls weitere Anpassungen vorzunehmen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Reform des Lehramtsstudiums für die Primarstufe ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung ist. Sie trägt nicht nur dazu bei, die Attraktivität des Lehrberufs zu steigern, sondern auch die Qualität der Ausbildung zu verbessern. Mit den neuen Intensivpraxiswochen wird den Studierenden die Möglichkeit gegeben, sich optimal auf den Berufsalltag vorzubereiten und so einen wertvollen Beitrag zur Zukunft der Bildung in Österreich zu leisten.
Mehr Informationen zu diesem spannenden Thema finden Sie auf der offiziellen Webseite des Bundesministeriums für Bildung: OTS-Presseaussendung.