Der Duft von gebrannten Mandeln und Glühwein zieht durch die Straßen Wiens, während die Weihnachtsmärkte ihre Pforten öffnen. Doch in diesem Jahr gibt es eine besondere Neuerung: Die Polizei verstärkt ihre Präsenz auf den Märkten. Innenminister Gerhard Karner verkündete am 6. November 2025, dass ziv
Der Duft von gebrannten Mandeln und Glühwein zieht durch die Straßen Wiens, während die Weihnachtsmärkte ihre Pforten öffnen. Doch in diesem Jahr gibt es eine besondere Neuerung: Die Polizei verstärkt ihre Präsenz auf den Märkten. Innenminister Gerhard Karner verkündete am 6. November 2025, dass zivile Beamte des Verfassungsschutzes und robuste Einheiten der Polizeidirektionen als sichtbare Fußstreifen präsent sein werden. Doch was steckt hinter dieser Maßnahme?
Die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) analysiert kontinuierlich nationale und internationale Entwicklungen im Bereich des Extremismus und Terrorismus. Obwohl derzeit keine konkreten Hinweise auf Bedrohungen vorliegen, bleibt die Gefährdung durch islamistisch motivierte Akteure im europäischen Vergleich hoch eingestuft. Diese Einschätzung führt dazu, dass die Sicherheitsbehörden ihre Maßnahmen fortlaufend anpassen, um ein höchstmögliches Maß an Sicherheit zu gewährleisten.
Die Geschichte der Weihnachtsmärkte reicht bis ins Mittelalter zurück, doch die Sicherheitsvorkehrungen sind ein Phänomen der Neuzeit. Insbesondere nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt 2016 haben viele europäische Städte ihre Sicherheitsmaßnahmen verschärft. In Österreich wurden nach diesem Ereignis ähnliche Schritte unternommen, um die Sicherheit der Besucher zu gewährleisten.
Der Advent ist nicht nur eine Zeit der Besinnlichkeit, sondern auch Hochsaison für Eigentumskriminalität. Taschendiebe nutzen das dichte Gedränge und die festliche Atmosphäre, um Wertsachen zu stehlen. Organisierte Tätergruppen arbeiten dabei oft professionell und unauffällig. Auch Trickdiebe sind aktiv – etwa durch Anrempeln, das Verschütten von Getränken oder das Vorzeigen von Karten oder Flyern.
Ein Sicherheitsexperte erklärt: "Die sichtbare Präsenz der Polizei hat eine doppelte Wirkung. Einerseits schreckt sie potenzielle Täter ab, andererseits vermittelt sie den Bürgern ein Gefühl der Sicherheit. Doch es ist wichtig, dass die Maßnahmen auch tatsächlich effektiv sind und nicht nur als Show wahrgenommen werden."
In anderen österreichischen Bundesländern werden ähnliche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. In Salzburg beispielsweise ist die Polizei ebenfalls verstärkt im Einsatz, um die Sicherheit auf den Weihnachtsmärkten zu gewährleisten. Auch in Tirol und der Steiermark sind zusätzliche Sicherheitskräfte unterwegs. Diese Maßnahmen sind Teil einer landesweiten Strategie, um die Bevölkerung während der Adventszeit zu schützen.
Für die Bürger bedeutet die verstärkte Polizeipräsenz vor allem eines: ein sichereres Gefühl beim Besuch der Weihnachtsmärkte. Doch es gibt auch kritische Stimmen, die befürchten, dass die Maßnahmen überzogen sein könnten und das unbeschwerte Festtagsgefühl beeinträchtigen. Ein Besucher äußert: "Es ist gut, dass die Polizei da ist, aber ich hoffe, dass es nicht zu einem Überwachungsstaat ausartet."
Die Frage, ob die verstärkte Polizeipräsenz auch in den kommenden Jahren beibehalten wird, hängt von der Sicherheitslage ab. Sollten sich die Bedrohungen weiterentwickeln, könnte es sogar zu einer Ausweitung der Maßnahmen kommen. Die Zusammenarbeit mit internationalen Sicherheitsbehörden und die Nutzung moderner Technologien könnten dabei eine entscheidende Rolle spielen.
Abschließend bleibt festzuhalten, dass die Polizei mit ihrer Präsenz auf den Weihnachtsmärkten ein Zeichen setzt. Ob dies langfristig zu einem sichereren Advent führt, wird die Zukunft zeigen. Bis dahin bleibt den Besuchern nur, die Tipps der Polizei zu beherzigen und die festliche Zeit zu genießen.
Quelle: Bundesministerium für Inneres