Am 8. Januar 2026 hat die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG) in Wien ein neues Führungsteam gewählt. An der Spitze steht nun Univ.-Prof. PD. Dr. Harald Sourij, MBA, der die Funktion des Präsidenten übernimmt. Unterstützt wird er von Univ. Prof. PD. Dr. Julia Mader als Erste Sekretärin. Geme
Am 8. Januar 2026 hat die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG) in Wien ein neues Führungsteam gewählt. An der Spitze steht nun Univ.-Prof. PD. Dr. Harald Sourij, MBA, der die Funktion des Präsidenten übernimmt. Unterstützt wird er von Univ. Prof. PD. Dr. Julia Mader als Erste Sekretärin. Gemeinsam haben sie ambitionierte Pläne, um die österreichische Diabetologie in den kommenden zwei Jahren sowohl fachlich als auch gesundheitspolitisch weiterzuentwickeln.
Präsident Sourij betont die Bedeutung einer stärkeren Verbindung von Forschung, klinischer Versorgung und Gesundheitspolitik. Ein zentrales Anliegen ist der gezielte Aufbau von Expertise in der zweiten Versorgungsebene. Dies soll durch ein neues Aus- und Weiterbildungsprogramm für metabolische Expert:innen geschehen, das vertieftes Wissen in der Betreuung von Menschen mit Diabetes und metabolischen Erkrankungen vermittelt.
Ein besonderer Schwerpunkt der neuen ÖDG-Führung liegt auf dem Thema Bewegung. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass Menschen mit Typ 1 Diabetes bei optimaler Einstellung und mit modernen technischen Hilfsmitteln sogar im Spitzensport aktiv sein können. Moderne Technologien wie kontinuierliche Glukosemessung und automatisierte Insulinabgabesysteme ermöglichen ein sichereres und leistungsorientiertes Training.
Für Menschen mit Typ 2 Diabetes ist Bewegung ein zentraler Baustein einer erfolgreichen Lebensstiländerung. Regelmäßige körperliche Aktivität kann das Risiko für Folgeerkrankungen reduzieren und eine medikamentöse Therapie unterstützen oder sogar verzögern. Die ÖDG plant deshalb, gesundheitsfördernde Angebote auszubauen und aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse stärker in die Versorgungspraxis zu integrieren.
Weitere strategische Schwerpunkte der ÖDG liegen in der Erforschung seltener Diabetesformen, insbesondere MODY (Maturity-Onset Diabetes of the Young), sowie in der strukturierten Nutzung nationaler Gesundheitsdaten. Sourij hebt hervor, dass bereits Projekte laufen, die Versorgungsqualität und Komplikationsraten systematisch auswerten. Ein eigenes Diabetesregister sei angesichts der digitalen Entwicklungen nicht mehr zwingend notwendig: „Wenn wir Daten aus dem niedergelassenen und stationären Bereich entsprechend kodieren und mit Medikationsdaten zusammenführen, können wir sie für Registerzwecke nutzen, ohne eine zusätzliche Datenbank zu befüllen.“
Im Zuge der Neuaufstellung des Disease-Management-Programms „Therapie Aktiv“ arbeitet die ÖDG gemeinsam mit den Sozialversicherungen und anderen Beteiligten an der Aktualisierung der Handbücher und an der Implementierung des Rahmenkonzeptes Integrierte Versorgung. Ein eingebetteter elektronischer Diabetespass in der ELGA-Umgebung wäre ein bedeutender Schritt in Richtung durchgängiger Betreuung. Auch die adäquate Integration von Daten von Sensoren und automatisierten Insulinabgabesystemen in die Versorgungsstrukturen wird in den nächsten Jahren notwendig sein.
Besonders wichtig ist dem neuen Präsidenten die kontinuierliche Verbesserung der Versorgung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Typ 1 Diabetes. Aktuelle Pilotprojekte wie die mobile Diabetesassistenz sollen fortgesetzt und ausgebaut werden.
Auch wissenschaftlich will die ÖDG Akzente setzen. Zukunftsträchtige Forschungsfelder sieht Sourij in frühen Interventionen im Bereich Typ 1 Diabetes, wie Immuntherapien oder Zelltherapien, sowie in innovativen Ansätzen zu Lebensstilinterventionen bei Typ 2 Diabetes. Darüber hinaus sollen internationale Kooperationen weiter intensiviert werden, um an global relevanten Studien und Leitlinienentwicklungen mitzuwirken.
Einen wichtigen Baustein sieht Sourij im Engagement der Young Diabetologists, die junge Kolleg:innen vernetzen und durch Fortbildungsinitiativen wie die „Winter Schools“ an die Diabetologie heranführen. Die Vorsitzende dieser Gruppe wurde erstmals in den Vorstand aufgenommen, um Entscheidungswege zu verkürzen und die Nachwuchsförderung zu stärken.
Die ÖDG dankt dem bisherigen Präsidium für sein Engagement und blickt mit dem neuen Team auf eine Phase intensiver wissenschaftlicher und gesundheitspolitischer Arbeit.
Mit diesen umfassenden Plänen und strategischen Ausrichtungen zeigt die Österreichische Diabetes Gesellschaft, dass sie bereit ist, die Herausforderungen der Zukunft anzunehmen und die Versorgung von Menschen mit Diabetes in Österreich nachhaltig zu verbessern.