Am 21. September 2025 hat das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) eine bedeutende Erweiterung des Nationalparks Neusiedler See – Seewinkel bekanntgegeben. Diese Entscheidung, die in Zusammenarbeit mit lokalen Grundeigentümer
Am 21. September 2025 hat das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) eine bedeutende Erweiterung des Nationalparks Neusiedler See – Seewinkel bekanntgegeben. Diese Entscheidung, die in Zusammenarbeit mit lokalen Grundeigentümern und Landwirten getroffen wurde, sieht eine Vergrößerung der geschützten Fläche um 150 Hektar vor. Doch was bedeutet das für die Region, die Umwelt und die Menschen?
Die Erweiterung des Nationalparks ist ein entscheidender Schritt zur Sicherung der biologischen Vielfalt im Hanság, dem größten Niedermoorgebiet Österreichs. Einst ein Teil des Seebeckens des Neusiedler Sees, wurde der Hanság im 19. Jahrhundert großflächig entwässert. Heute sind nur noch kleine Reste der ursprünglichen Moorlandschaft erhalten. Die Erweiterung ermöglicht nun die langfristige Sicherung und ökologische Aufwertung dieser Flächen.
Moore sind nicht nur faszinierende Landschaften, sondern auch unverzichtbar für den Klimaschutz. Sie speichern große Mengen Kohlenstoff und tragen zum Grundwasserschutz bei. In Zeiten längerer Hitzeperioden sind sie besonders wertvoll. Diese Erweiterung stärkt zudem die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit dem ungarischen Fertő-Hanság Nemzeti Park, was die Vernetzung des europaweiten Schutzgebietsnetzwerks verbessert.
Von der Gebietserweiterung profitieren zahlreiche bedrohte Tierarten. Dazu gehören:
Diese Arten finden in den neuen Schutzgebieten wertvolle Lebensräume, die für ihre Erhaltung entscheidend sind.
Ein zentrales Element der Erweiterung ist die Einbindung der lokalen Bevölkerung. Franz Traudtner, Obmann der Interessensgemeinschaft Hanság, betont die Vorteile für die örtlichen Landwirte durch Einbindung in die Pflegemaßnahmen und Nutzungsentgangsentschädigungen. Diese Maßnahmen sind im Sinne der EU-Vorgaben zur Sicherung der biologischen Vielfalt.
Die Erweiterung wird durch den Biodiversitätsfonds des BMLUK ermöglicht. Dieser Fonds fördert gezielt den Erhalt, die Verbesserung und die Wiederherstellung der biologischen Vielfalt in Österreich. Seit seinem Start konnten mehr als 200 Projekte im Sinne der österreichischen Biodiversitätsstrategie unterstützt werden.
Nationalparks sind nicht nur Naturoasen, sondern auch wertvolle Erholungsgebiete. Sie sind entscheidend für den Schutz der Artenvielfalt und bieten der Bevölkerung Erholungsmöglichkeiten in der Natur. Umwelt- und Klimaminister Norbert Totschnig betont, dass die Erweiterung nicht nur die ökologische Vielfalt stärkt, sondern auch Vorteile für Klima, Wasserhaushalt und die Menschen in der Region bringt.
Die Erweiterung des Nationalparks Neusiedler See – Seewinkel ist ein bedeutender Schritt für mehr Biodiversität. Doch was bringt die Zukunft? Der Minister hat klar gemacht, dass das Ziel ist, die Nationalparks auch in den kommenden Jahren weiter zu stärken. Dies könnte weitere Schutzmaßnahmen und die Schaffung neuer Naturschutzgebiete umfassen.
Im Vergleich zu anderen Bundesländern zeigt sich, dass der Burgenland mit dem Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel eine Vorreiterrolle im Naturschutz einnimmt. Während in anderen Regionen Österreichs ebenfalls Schutzgebiete existieren, ist die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Ungarn ein einzigartiges Merkmal dieses Nationalparks.
Für die Menschen in der Region bedeutet die Erweiterung des Nationalparks eine Stärkung der lokalen Wirtschaft durch den Ökotourismus. Die Einbindung der Landwirte und Grundeigentümer stellt sicher, dass regionale Interessen gewahrt bleiben. Gleichzeitig profitieren die Bewohner von der verbesserten Umweltqualität und den Erholungsmöglichkeiten.
Die Entscheidung, den Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel zu erweitern, ist ein Meilenstein für den Naturschutz in Österreich. Sie zeigt, wie ökologische Ziele mit regionalen Interessen in Einklang gebracht werden können und bietet einen Ausblick auf eine nachhaltige Zukunft.