Am 7. Oktober 2025 veröffentlichte die MINTality Stiftung die Ergebnisse einer bahnbrechenden Studie, die das Denken österreichischer Eltern über die berufliche Zukunft ihrer Töchter im Bereich MINT beleuchtet. MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik - Bereiche, in den
Am 7. Oktober 2025 veröffentlichte die MINTality Stiftung die Ergebnisse einer bahnbrechenden Studie, die das Denken österreichischer Eltern über die berufliche Zukunft ihrer Töchter im Bereich MINT beleuchtet. MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik - Bereiche, in denen Frauen traditionell unterrepräsentiert sind. Die Studie, die in Zusammenarbeit mit der Universität Bozen, der Universität Stavanger und der Wirtschaftsuniversität Wien durchgeführt wurde, befragte über 1.300 Eltern von Töchtern im Alter von 10 bis 19 Jahren.
Die Studie zeigt deutlich, dass Eltern eine zentrale Rolle bei der Bildungs- und Berufsorientierung ihrer Töchter spielen. 57 % der befragten Eltern sind aktiv in die Berufsplanung ihrer Töchter eingebunden, nutzen dabei jedoch vorwiegend klassische Informationsquellen wie Websites und persönliche Treffen. Interessanterweise gaben 40 % der Eltern an, dass ihnen MINT-Kompetenzen oder Wissen über MINT-Angebote fehlen, was eine Herausforderung bei der Unterstützung ihrer Töchter darstellt.
Ein bedeutendes Ergebnis der Studie ist, dass 76 % der Eltern Buben besser für MINT-Berufe geeignet halten als Mädchen. Diese Stereotype beeinflussen das Investitionsverhalten der Eltern erheblich. So investieren Eltern mit stärkeren MINT-Stereotypen signifikant weniger in MINT-Aktivitäten ihrer Töchter. Diese Erkenntnisse verdeutlichen, wie tief verwurzelte Geschlechterrollen die Berufsorientierung junger Frauen beeinflussen.
Ein weiteres Hindernis ist die Wahrnehmung von MINT-Berufen durch Eltern. Für 94 % der Eltern ist es wichtig, dass der zukünftige Beruf ihrer Tochter interessant ist, während 93 % gute Gesundheits- und Sicherheitsbedingungen als entscheidend ansehen. Zudem wünschen sich 85 % eine sichere Arbeitsstelle und 84 % genug Zeit für Familienverantwortung. Diese Anforderungen sehen viele Eltern in MINT-Berufen nicht erfüllt, was dazu führt, dass sie diese für ihre Töchter als weniger attraktiv empfinden.
Die Studie zeigt jedoch auch, dass positive Narrative über MINT-Karrieren kurzfristige Verhaltensänderungen bewirken können. Kurze Videos, die Vorurteile gegenüber MINT-Karrieren aufklären, führten dazu, dass Eltern eher bereit waren, in MINT-Angebote für ihre Töchter zu investieren. Langfristige Effekte erfordern jedoch konkrete Handlungsaufforderungen und kontinuierliche Information.
Experten betonen, dass Eltern als Schlüsselakteure durch gezielte Informationen unterstützt werden können. Informationskampagnen, praxisnahe Beispiele und leicht zugängliche Angebote könnten helfen, Barrieren abzubauen. Wenn Eltern erkennen, dass MINT-Berufe vielseitig, kreativ und gesellschaftlich relevant sind, könnten sie zu wichtigen Wegbereitern für starke Frauen in MINT-Bereichen werden.
Die MINTality Stiftung plant, die Studienergebnisse zu nutzen, um gezielte Programme zu entwickeln, die Eltern besser über die Vorteile von MINT-Karrieren informieren. Ziel ist es, die Wahrnehmung von MINT-Berufen zu verändern und die Beteiligung von Frauen in diesen Bereichen zu erhöhen. Langfristig könnte dies dazu beitragen, den Fachkräftemangel in den MINT-Berufen zu verringern und die Innovationskraft Österreichs zu stärken.
Der vollständige Studienbericht sowie eine grafische Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse sind auf der Website der MINTality Stiftung verfügbar.