St. Pölten (OTS) - Am 21. November 2025 betonte FPÖ-Landesrat Mag. Susanne Rosenkranz in einer Pressemitteilung die Bedeutung der Lehre als zukunftsweisendes Modell für Österreichs Wirtschaft. Der Fachkräftemangel, so Rosenkranz, bedroht nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die gesellschaftliche S
St. Pölten (OTS) - Am 21. November 2025 betonte FPÖ-Landesrat Mag. Susanne Rosenkranz in einer Pressemitteilung die Bedeutung der Lehre als zukunftsweisendes Modell für Österreichs Wirtschaft. Der Fachkräftemangel, so Rosenkranz, bedroht nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die gesellschaftliche Stabilität. Der Antrag Niederösterreichs bei der Landesarbeitsreferentenkonferenz in Vorarlberg unterstreicht die Dringlichkeit dieses Problems.
Die Lehre, oft als duale Ausbildung bezeichnet, kombiniert praktische Berufserfahrung mit theoretischem Unterricht. In Österreich ist dieses System tief verwurzelt und bietet jungen Menschen eine Alternative zur rein akademischen Laufbahn. Angesichts des drohenden Fachkräftemangels gewinnt die Lehre zunehmend an Bedeutung. Historisch gesehen hat die duale Ausbildung in Österreich eine lange Tradition, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Schon damals erkannte man den Wert praxisnaher Ausbildungen, um den Bedürfnissen einer sich rasch entwickelnden Industriegesellschaft gerecht zu werden.
In den letzten Jahren hat sich der Arbeitsmarkt in Österreich stark verändert. Der demografische Wandel führt dazu, dass viele erfahrene Fachkräfte in den Ruhestand gehen, während gleichzeitig nicht genügend Nachwuchs nachkommt. Besonders betroffen sind Branchen wie Handwerk, Pflege und Technik. Die Herausforderung besteht darin, junge Menschen frühzeitig für eine Lehre zu begeistern und ihnen die vielfältigen Möglichkeiten aufzuzeigen.
Ein zentraler Punkt in Rosenkranz' Argumentation ist die frühere und bessere Berufsorientierung an Schulen. Derzeit werden Jugendliche oft erst spät über die Möglichkeiten der Lehre informiert, was zu einer Verzögerung in der Entscheidungsfindung führt. Um diesem Problem entgegenzuwirken, fordert Rosenkranz verpflichtende Berufsorientierung ab der 5. Schulstufe, inklusive AHS, sowie mehr Schnuppermöglichkeiten und stärkere Kooperationen zwischen Schulen und Unternehmen.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz, wo die duale Ausbildung ebenfalls eine zentrale Rolle spielt, zeigt sich, dass Österreich in einigen Bereichen Nachholbedarf hat. In Deutschland wird die Berufsorientierung oft schon in der Sekundarstufe I intensiv betrieben, während in der Schweiz das System der Berufslehren als besonders flexibel gilt und sich stark an den Bedürfnissen der Wirtschaft orientiert. Beide Länder haben es geschafft, die Lehre als gleichwertige Alternative zum Studium zu etablieren, was in Österreich noch nicht vollständig gelungen ist.
Der Fachkräftemangel hat direkte Auswirkungen auf die österreichische Wirtschaft und die Gesellschaft. Unternehmen in betroffenen Branchen berichten von Auftragsrückgängen und verlängerten Wartezeiten, da qualifizierte Mitarbeiter fehlen. Dies kann langfristig zu einem Wettbewerbsnachteil führen und die wirtschaftliche Stabilität gefährden.
Für die Bürger bedeutet der Fachkräftemangel unter anderem längere Wartezeiten bei Dienstleistungen, höhere Preise und eine geringere Auswahl an Produkten. Besonders im Gesundheitssektor kann der Mangel an qualifizierten Pflegekräften zu einer Verschlechterung der Versorgung führen.
Statistiken zeigen, dass in den nächsten zehn Jahren rund 30% der derzeitigen Fachkräfte in den Ruhestand gehen werden. Gleichzeitig ist die Zahl der Lehrlinge in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken. Laut einer Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO) wird bis 2030 ein Mangel von etwa 200.000 Fachkräften erwartet, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden.
Experten aus Bildung und Wirtschaft sind sich einig, dass die Aufwertung der Lehre ein entscheidender Schritt zur Lösung des Fachkräftemangels ist. Sie betonen die Notwendigkeit, die Lehre als gleichwertige Alternative zum Studium zu präsentieren und die Attraktivität der Lehrberufe zu steigern. Dies erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Schulen, Unternehmen und der Politik.
Um den Fachkräftemangel langfristig zu bekämpfen, sind umfassende Reformen im Bildungssystem notwendig. Dazu gehören nicht nur die Verbesserung der Berufsorientierung, sondern auch die Anpassung der Ausbildungsinhalte an die sich wandelnden Anforderungen der Arbeitswelt. Die Digitalisierung und der technologische Fortschritt erfordern neue Kompetenzen, die in die Lehrpläne integriert werden müssen.
Die Zukunft der Lehre in Österreich hängt maßgeblich davon ab, wie schnell und effektiv diese Reformen umgesetzt werden. Die Unterstützung aller Bundesländer für den Antrag Niederösterreichs ist ein positives Signal und zeigt, dass die Politik bereit ist, die notwendigen Schritte zu unternehmen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Stärkung der Lehre ein entscheidender Faktor für die Zukunftssicherung der österreichischen Wirtschaft ist. Die Herausforderungen sind groß, aber mit vereinten Kräften von Politik, Wirtschaft und Bildung können sie gemeistert werden. Die Bürger sind aufgerufen, sich aktiv an diesem Prozess zu beteiligen, sei es durch die Wahl einer Lehre oder durch die Unterstützung von Initiativen zur Berufsorientierung.
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