Am 15. Dezember 2025 hat die Berner Konvention in Straßburg ein starkes Signal für den Artenschutz gesetzt. Die Verordnung der Kärntner Landesregierung zur Fischotterjagd wurde als rechtswidrig erklärt. Diese Entscheidung könnte weitreichende Folgen für den Artenschutz in Österreich haben. Die Berne
Am 15. Dezember 2025 hat die Berner Konvention in Straßburg ein starkes Signal für den Artenschutz gesetzt. Die Verordnung der Kärntner Landesregierung zur Fischotterjagd wurde als rechtswidrig erklärt. Diese Entscheidung könnte weitreichende Folgen für den Artenschutz in Österreich haben. Die Berner Konvention ist ein internationales Übereinkommen zum Schutz der europäischen Tier- und Pflanzenarten und ihrer Lebensräume. Das Komitee hat Kärnten aufgefordert, seine Verordnung zurückzuziehen und sich an internationales Recht zu halten.
Seit 2019 wurden in Kärnten 226 Fischotter getötet, offiziell im Rahmen einer Quotenregelung. Die tatsächliche Zahl könnte jedoch viel höher sein. Die Kärntner Regierung rechtfertigt die Jagd mit dem Schutz der Fischbestände, insbesondere des Huchens, einer bei Anglern beliebten Fischart. Doch Studien zeigen, dass der Rückgang der Fischbestände nicht auf die Fischotter zurückzuführen ist. Vielmehr sind es Faktoren wie Gewässerverbauung, Schadstoffbelastung und Klimawandel, die den Fischbestand bedrohen.
In anderen österreichischen Bundesländern, wie Niederösterreich und Salzburg, wurden ähnliche Verordnungen erlassen. Doch auch hier stoßen sie auf Widerstand. In Deutschland und der Schweiz sind Conibearfallen, eine der umstrittenen Methoden zur Otterjagd, längst verboten. Diese Fallen gelten als grausam und nicht selektiv, was bedeutet, dass sie auch andere Tiere töten können.
Die Debatte um die Fischotterjagd hat in Kärnten zu einem gespaltenen Meinungsbild geführt. Während einige Fischer die Jagd unterstützen, um ihre Fischbestände zu schützen, sind viele Bürger gegen die Tötung der Otter. Die wirtschaftlichen Schäden durch den Rückgang der Fischbestände werden oft als Argument für die Jagd angeführt. Doch die Kosten für die Entschädigung der Fischereibetriebe belaufen sich bereits auf 130.000 Euro im Jahr 2025, von denen 94.000 Euro aus Steuergeldern stammen.
Der Fischotter ist in Österreich streng geschützt. Laut Schätzungen gibt es in Österreich etwa 1.000 bis 1.500 Fischotter. Die Tiere sind wichtig für das ökologische Gleichgewicht in den Gewässern. Sie regulieren die Fischbestände und tragen zur Gesundheit der Wasserökosysteme bei.
Die Berner Konvention fordert nun von der österreichischen Bundesregierung, umfassende Berichte über die Otterjagd in allen betroffenen Bundesländern vorzulegen. Diese Berichte sollen Monitoringdaten, rechtliche Grundlagen und eine Bewertung der Verhältnismäßigkeit enthalten. Im Burgenland zeigt ein anderes Modell, wie der Schutz der Fischbestände ohne Tötungen gelingen kann: Präventive Maßnahmen wie ottersichere Zäune und die Förderung von Naturteichen haben sich als effektiv erwiesen.
Die Entscheidung der Berner Konvention könnte ein Wendepunkt für den Artenschutz in Österreich sein. Sie zeigt, dass internationale Übereinkommen Einfluss auf nationale Entscheidungen haben können. Die österreichische Regierung steht nun vor der Herausforderung, ihre Praxis zu überdenken und nachhaltige Lösungen zu finden. Die Frage bleibt, ob Kärnten und andere Bundesländer den Kurs ändern werden, um sowohl den Artenschutz als auch die Interessen der Fischer zu berücksichtigen.
Für weitere Informationen besuchen Sie die Presseaussendung der Tierschutz Austria.