Die aktuellen Zahlen der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) vom 19. November 2025 sind alarmierend: Die Infektionen mit Hepatitis A sind in Österreich auf 221 Fälle angestiegen, was einer Verdreifachung im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Diese Entwicklung hat bereits zwei Todes
Die aktuellen Zahlen der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) vom 19. November 2025 sind alarmierend: Die Infektionen mit Hepatitis A sind in Österreich auf 221 Fälle angestiegen, was einer Verdreifachung im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Diese Entwicklung hat bereits zwei Todesopfer gefordert. Die Vizepräsidentin der Wiener Ärztekammer, Naghme Kamaleyan-Schmied, warnt eindringlich vor der Gefahr, die von dieser Infektionskrankheit ausgeht. Besonders in einer dicht besiedelten Stadt wie Wien kann sich das Virus schnell ausbreiten, sei es durch verunreinigtes Wasser, Lebensmittel oder Schmierinfektionen in Schulen und Kindergärten.
Hepatitis A ist eine Leberentzündung, die durch das Hepatitis-A-Virus (HAV) verursacht wird. Die Krankheit kann über Wochen bis Monate andauernde Symptome wie Müdigkeit, Übelkeit und Gelbsucht hervorrufen. Besonders gefährlich ist sie für ältere Menschen, bei denen es zu schweren Krankheitsverläufen kommen kann. Die Übertragung erfolgt meist fäkal-oral, etwa durch kontaminierte Lebensmittel oder Wasser. In Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten oder Schulen kann sich das Virus rasch ausbreiten.
Die Impfung gegen Hepatitis A wurde in Österreich lange Zeit ab dem vollendeten ersten Lebensjahr empfohlen, insbesondere vor dem Eintritt in Gemeinschaftseinrichtungen. Vor zwei Jahren wurde diese Empfehlung jedoch aus dem offiziellen Impfplan gestrichen, was angesichts der aktuellen Lage kritisch hinterfragt werden muss. Die Kosten für eine Impfung belaufen sich auf etwa vierzig Euro, was für viele Haushalte eine finanzielle Hürde darstellt.
Während Österreich mit steigenden Infektionszahlen kämpft, haben Länder wie Deutschland und die Schweiz bereits umfassendere Impfprogramme implementiert. In Deutschland beispielsweise wird die Impfung für bestimmte Risikogruppen kostenlos angeboten. Die Schweiz hat ebenfalls Maßnahmen ergriffen, um die Durchimpfungsrate zu erhöhen, was zu einer besseren Kontrolle der Infektionszahlen geführt hat.
Die steigenden Hepatitis-A-Fälle haben konkrete Auswirkungen auf die österreichische Bevölkerung. Die Belastung des Gesundheitssystems durch zusätzliche Fälle und die damit verbundenen Kosten sind erheblich. Familien, die sich die Impfung nicht leisten können, sind einem vermeidbaren Risiko ausgesetzt. Eine umfassende Aufklärung und finanzielle Unterstützung sind dringend erforderlich, um die Bevölkerung zu schützen.
Die Statistik zeigt, dass die Zahl der Hepatitis-A-Fälle in Österreich im Jahr 2025 auf 221 angestiegen ist, was einer Verdreifachung im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Zwei Todesfälle sind bereits zu verzeichnen. Diese Zahlen unterstreichen die Dringlichkeit, präventive Maßnahmen zu ergreifen und die Impflücken zu schließen.
Um die Ausbreitung von Hepatitis A in Österreich einzudämmen, sind mehrere Maßnahmen erforderlich. Die Aufnahme der Hepatitis-A-Impfung in das öffentliche, kostenfreie Impfprogramm könnte eine entscheidende Rolle spielen. Eine jährliche Impfberatung als Kassenleistung und die Kostenübernahme der Titerbestimmung bei unklarem Impfstatus durch die Krankenkassen wären weitere Schritte, um die Bevölkerung besser zu schützen. Die Politik ist gefordert, diese Maßnahmen zu unterstützen und umzusetzen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die steigenden Hepatitis-A-Fälle in Österreich ein dringendes Handeln erfordern. Die Bevölkerung sollte über die Risiken und Möglichkeiten der Prävention umfassend informiert werden. Eine hohe Durchimpfungsrate ist unerlässlich, um den Herdenschutz zu gewährleisten und weitere Infektionen zu verhindern. Die Politik und das Gesundheitssystem sind gefordert, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Gesundheit der Bevölkerung zu sichern.
Für weitere Informationen zur Hepatitis-A-Impfung und den empfohlenen Maßnahmen besuchen Sie bitte die offizielle Pressemitteilung der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien.