Am 2. Dezember 2025 veröffentlichte Greenpeace einen neuen Marktcheck, der die Entwicklungen im Angebot von Schweinefleisch in österreichischen Supermärkten beleuchtet. Die Untersuchung zeigt einen erfreulichen Trend: Der Anteil von Schweinefleisch aus besserer Tierhaltung hat sich innerhalb eines J
Am 2. Dezember 2025 veröffentlichte Greenpeace einen neuen Marktcheck, der die Entwicklungen im Angebot von Schweinefleisch in österreichischen Supermärkten beleuchtet. Die Untersuchung zeigt einen erfreulichen Trend: Der Anteil von Schweinefleisch aus besserer Tierhaltung hat sich innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt, von 7,5 auf 16,9 Prozent. Diese positive Entwicklung ist vor allem auf die Bemühungen von Billa und Billa Plus zurückzuführen, die ihr Sortiment in diesem Bereich erheblich verbessert haben. Im Gegensatz dazu steht der Diskonter Penny, der als einziger Händler keine Transparenz über die Haltungsbedingungen bietet und damit in der Kritik steht.
Der Begriff 'Tierhaltung' beschreibt die Art und Weise, wie Nutztiere, in diesem Fall Schweine, gehalten werden. Gute Tierhaltung beinhaltet ausreichend Platz, Zugang zu frischer Luft und natürlichem Tageslicht sowie Beschäftigungsmöglichkeiten für die Tiere. Diese Bedingungen fördern das Wohlbefinden der Tiere und können die Notwendigkeit für Medikamente wie Antibiotika verringern.
Historisch gesehen war die Tierhaltung in der Landwirtschaft stark auf Effizienz und Kostensenkung ausgerichtet. Dies führte oft zu Massentierhaltung, bei der Tiere auf engem Raum gehalten werden, was gesundheitliche und ethische Bedenken aufwarf. In den letzten Jahren hat sich jedoch ein Wandel vollzogen, da Verbraucher zunehmend Wert auf Tierwohl legen und bereit sind, für Produkte aus besserer Haltung mehr zu bezahlen.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz hinkt Österreich in puncto gesetzlicher Kennzeichnungspflichten für Haltungsbedingungen hinterher. Während Deutschland bereits Schritte unternommen hat, um eine klare Kennzeichnung für Frischfleisch einzuführen, fehlt in Österreich eine solche Regelung. Konsumenten sind daher oft auf Gütesiegel angewiesen, die nicht immer leicht zu verstehen sind.
In der Schweiz sind strenge Tierschutzbestimmungen gesetzlich verankert, und die Bio-Landwirtschaft ist weit verbreitet. Österreich kann von diesen Beispielen lernen, um den Tierschutz weiter zu verbessern und die Transparenz für Verbraucher zu erhöhen.
Der Konsum von Fleisch, insbesondere von Schweinefleisch, hat direkte Auswirkungen auf die Gesundheit der Verbraucher. Österreichische Ernährungsexperten empfehlen, den Fleischkonsum zu reduzieren, da übermäßiger Fleischverzehr mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bestimmte Krebsarten verbunden ist. Greenpeace fordert daher nicht nur eine Verbesserung der Haltungsbedingungen, sondern auch eine Reduktion des Fleischkonsums insgesamt.
Die Umweltauswirkungen der Fleischproduktion sind ebenfalls erheblich. Der Anbau von Futtermitteln, insbesondere von gentechnisch verändertem Soja, trägt zur Abholzung und zum Verlust von Biodiversität bei. In der Bio-Landwirtschaft wird auf Gentechnik verzichtet, was positive Effekte auf die Umwelt hat.
Die jüngsten Zahlen von Greenpeace zeigen, dass Billa Plus und Billa den Marktcheck gewinnen, indem sie den Anteil von Schweinefleisch aus besserer Tierhaltung signifikant gesteigert haben. Im Gegensatz dazu bleibt Penny in der Kritik, da das Unternehmen keine Informationen über die Haltungsbedingungen preisgibt. Diese Intransparenz wirft Fragen auf und könnte das Vertrauen der Verbraucher beeinträchtigen.
Experten prognostizieren, dass der Trend zu mehr Transparenz und besseren Haltungsbedingungen in der Fleischproduktion anhalten wird. Die Nachfrage nach Fleisch aus artgerechter Haltung wird voraussichtlich weiter steigen, da Verbraucher zunehmend auf Qualität und Herkunft achten. Supermärkte, die diesen Trend ignorieren, könnten langfristig Marktanteile verlieren.
Greenpeace empfiehlt, den Fleischkonsum zu reduzieren und öfter zu pflanzlichen Alternativen zu greifen. Wenn Fleisch konsumiert wird, sollte es aus biologischer oder zumindest artgerechter Haltung stammen. Diese Veränderungen könnten nicht nur die Lebensqualität der Tiere verbessern, sondern auch positive Effekte auf die Gesundheit der Verbraucher und die Umwelt haben.
Abschließend bleibt zu sagen, dass der Marktcheck von Greenpeace einen wichtigen Beitrag zur Diskussion über Tierwohl und nachhaltigen Konsum leistet. Die Ergebnisse zeigen, dass Veränderungen möglich sind und dass sowohl Verbraucher als auch Händler eine Rolle in diesem Prozess spielen.
Für weiterführende Informationen und detaillierte Ergebnisse des Marktchecks besuchen Sie die Greenpeace-Website.