Innsbruck, 20. November 2025 – Die Gletscher in Österreich schmelzen in einem alarmierenden Tempo. Die ehrenamtlichen Gletschermesserinnen und Gletschermesser des Österreichischen Alpenvereins haben ihre diesjährigen Messungen an rund 90 Gletschern im Hochgebirge abgeschlossen. Die Ergebnisse sind b
Innsbruck, 20. November 2025 – Die Gletscher in Österreich schmelzen in einem alarmierenden Tempo. Die ehrenamtlichen Gletschermesserinnen und Gletschermesser des Österreichischen Alpenvereins haben ihre diesjährigen Messungen an rund 90 Gletschern im Hochgebirge abgeschlossen. Die Ergebnisse sind besorgniserregend: Immer mehr Gletscher müssen aus dem Messprogramm genommen werden, da das Messen zu gefährlich wird oder die Gletscher schlichtweg verschwinden.
Die Geschichte der Gletschermessung in Österreich reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Damals begann man, die Veränderungen der Gletscherlängen systematisch zu dokumentieren. Diese Aufzeichnungen sind heute von unschätzbarem Wert, um die Auswirkungen des Klimawandels zu verstehen. Seit den 1990er-Jahren misst der ehrenamtliche Gletschermesser Michael Krobath die Längenänderungen an drei kleinen Gletschern in der Schobergruppe in Kärnten. Doch die Arbeit wird zunehmend schwieriger, da die Gletscher immer weiter zurückweichen.
Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass auch in Deutschland und der Schweiz die Gletscher rapide schmelzen. In der Schweiz sind die Gletscherflächen seit 1850 um mehr als 60 Prozent zurückgegangen. In Deutschland, wo die Gletscher in den Alpen ebenfalls stark betroffen sind, wird ein ähnliches Bild gezeichnet. Österreich steht somit nicht allein vor diesem Problem, doch die spezifischen geografischen und klimatischen Bedingungen des Landes machen die Situation besonders kritisch.
Die Auswirkungen der Gletscherschmelze sind vielfältig. Einerseits droht ein Anstieg der Steinschlaggefahr, was die Sicherheit von Wanderern und Bergsteigern gefährdet. Andererseits hat der Rückgang der Gletscher auch Einfluss auf die Wasserversorgung. Gletscher fungieren als natürliche Wasserspeicher, die in den Sommermonaten Schmelzwasser freigeben. Dieses Wasser ist für viele Regionen in Österreich, besonders in den alpinen Gebieten, von entscheidender Bedeutung.
Laut dem Österreichischen Alpenverein haben sich die Gletscher in den letzten Jahrzehnten dramatisch verändert. Die Pasterze, der größte Gletscher Österreichs, hat seit dem Jahr 2000 mehr als 20 Prozent ihrer Fläche verloren. In der Silvrettagruppe hat sich die Zahl der vermessenen Gletscher in den letzten zwei bis drei Jahrzehnten halbiert. Diese Zahlen verdeutlichen die Dringlichkeit der Situation.
Die Prognosen für die Zukunft sind düster. Experten gehen davon aus, dass viele der kleineren Gletscher in Österreich in den nächsten Jahrzehnten vollständig verschwinden werden. Der Österreichische Alpenverein fordert daher einen ausnahmslosen Gletscherschutz, der auch die sensiblen Gletschervorfelder umfasst. Diese Bereiche sind besonders wichtig, da sie erst in den letzten 175 Jahren eisfrei wurden und nun als neue Lebensräume für viele Arten dienen.
Die Gletscherschmelze in Österreich ist ein dringliches Problem, das nicht nur die Natur, sondern auch die Menschen betrifft. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass Maßnahmen ergriffen werden, um die Gletscher zu schützen und die Auswirkungen des Klimawandels zu mildern. Der Österreichische Alpenverein spielt hierbei eine wichtige Rolle, indem er kontinuierlich Daten sammelt und die Öffentlichkeit über die Entwicklungen informiert. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Alpenvereins.