Am 5. Oktober steht der Europäische Tag der Depression im Kalender, ein Datum, das nicht nur für Betroffene, sondern für die gesamte Gesellschaft von Bedeutung ist. Die Gesundheitsministerin Korinna Schumann hat in einer aktuellen Pressemitteilung die Wichtigkeit von Prävention und Versorgung betont
Am 5. Oktober steht der Europäische Tag der Depression im Kalender, ein Datum, das nicht nur für Betroffene, sondern für die gesamte Gesellschaft von Bedeutung ist. Die Gesundheitsministerin Korinna Schumann hat in einer aktuellen Pressemitteilung die Wichtigkeit von Prävention und Versorgung betont. Doch was steckt hinter diesem Aktionstag und warum ist er so wichtig?
Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen weltweit. In Europa sind etwa 50 Millionen Menschen mindestens einmal in ihrem Leben von einer Depression oder depressiven Phase betroffen, das entspricht etwa elf Prozent der Bevölkerung. Besonders alarmierend ist, dass nur ein Drittel der Betroffenen professionelle Hilfe in Anspruch nimmt. Doch warum ist das so?
Ein wesentlicher Grund für die geringe Inanspruchnahme professioneller Hilfe ist die fortwährende Stigmatisierung psychischer Erkrankungen. Gesundheitsministerin Schumann betont: „Hinter jeder Zahl steht ein Mensch – mit Sorgen, mit Leid, mit dem Wunsch nach Verständnis und Hilfe. Depression ist kein persönliches Versagen, sondern eine Erkrankung, die uns alle angeht.“ Diese Aussage unterstreicht die Notwendigkeit, das gesellschaftliche Bewusstsein zu schärfen und Vorurteile abzubauen.
Ein besonders besorgniserregender Aspekt ist die Auswirkung von Depressionen auf Kinder und Jugendliche. Laut aktuellen Berichten leiden in Österreich rund 20 bis 25 Prozent der Kinder und Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr unter psychischen Beschwerden, bei 3 bis 10 Prozent wird eine Depression vermutet. Diese Zahlen sind alarmierend, denn depressive Störungen verursachen den größten Verlust an gesunden Lebensjahren unter allen psychiatrischen Störungen bei unter 19-Jährigen.
Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Schule, Eltern und psychosozialen Fachkräften unerlässlich. Schumann fordert gezielte Maßnahmen, um das Bewusstsein zu stärken und gleichzeitig konkrete Hilfsangebote anzubieten. Dies könnte durch Schulprogramme zur Förderung der psychischen Gesundheit und durch die Bereitstellung von Beratungsdiensten geschehen.
Das Gesundheitsministerium Österreichs setzt auf eine umfassende Strategie zur Prävention und Versorgung von Depressionen. Im Rahmen der Agenda Gesundheitsförderung werden Maßnahmen zur Vorbeugung und Ressourcenstärkung entwickelt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung der Regelversorgung durch die Entwicklung eines gesamthaften psychosozialen Versorgungskonzepts, das derzeit im Rahmen der Gesundheitsreform erarbeitet wird.
Die Gesundheitsreform, auch bekannt als Zielsteuerung-Gesundheit, zielt darauf ab, die Versorgung von psychischen Erkrankungen zu verbessern und den Zugang zu therapeutischen Angeboten zu erleichtern. Diese Reform ist ein wichtiger Schritt, um die Versorgungslücke zu schließen und den Betroffenen die notwendige Unterstützung zukommen zu lassen.
Die letzte österreichische Gesundheitsbefragung (ATHIS) hat ergeben, dass 5,7 Prozent der Männer und 9,2 Prozent der Frauen innerhalb der vergangenen zwölf Monate an Depressionen gelitten haben. Besonders auffällig sind die Unterschiede zwischen den Geschlechtern und Altersgruppen. Während im jungen Erwachsenenalter vergleichsweise wenige Menschen betroffen sind (Männer: 3,2 %, Frauen: 4,6 %), steigt der Anteil im höheren Alter deutlich an (Männer: 7,4 %, Frauen: 14,2 %).
Derzeit läuft die nächste Erhebungswelle von ATHIS, die neue Daten werden Ende 2026 erwartet. Diese Erhebungen sind entscheidend, um die Entwicklung der psychischen Gesundheit in der Bevölkerung zu beobachten und gezielte Maßnahmen zu ergreifen.
Der Europäische Tag der Depression steht in diesem Jahr unter dem Motto „Depression in einer rastlosen Welt“. Dieses Thema spiegelt die Herausforderungen wider, denen sich viele Menschen in der modernen, schnelllebigen Gesellschaft gegenübersehen. Der Druck, ständig erreichbar zu sein und hohe Erwartungen zu erfüllen, kann zu einem erhöhten Risiko für Depressionen führen.
Die European Depression Association (EDA) ist die treibende Kraft hinter dem Europäischen Tag der Depression. Ziel der EDA ist es, das Bewusstsein für Depressionen zu schärfen und die Versorgung der Betroffenen zu verbessern. Durch Kampagnen und Aufklärungsarbeit soll die Stigmatisierung abgebaut und der Zugang zu Hilfsangeboten erleichtert werden.
Der Europäische Tag der Depression ist mehr als nur ein Datum im Kalender. Er ist ein Aufruf an die Gesellschaft, sich der Herausforderung zu stellen und gemeinsam gegen die Stigmatisierung und Unterversorgung von Depressionen zu kämpfen. Die Maßnahmen des Gesundheitsministeriums sind ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, doch es bedarf der Mithilfe aller gesellschaftlichen Akteure, um nachhaltige Veränderungen zu erreichen.
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