In einer bewegenden Zeremonie wurde am 23. Oktober 2025 in der kleinen slowenischen Ortschaft Vojna vas ein einzigartiges Denkmal enthüllt. Es ist das erste seiner Art in Slowenien und soll an die Geflüchteten erinnern, die auf ihrem Weg durch Europa ihr Leben verloren haben. Diese Enthüllung markie
In einer bewegenden Zeremonie wurde am 23. Oktober 2025 in der kleinen slowenischen Ortschaft Vojna vas ein einzigartiges Denkmal enthüllt. Es ist das erste seiner Art in Slowenien und soll an die Geflüchteten erinnern, die auf ihrem Weg durch Europa ihr Leben verloren haben. Diese Enthüllung markiert einen wichtigen Moment des Gedenkens und der Anerkennung für jene, die oft namenlos bleiben und deren Schicksale allzu oft in Vergessenheit geraten.
Das Denkmal, das von der slowenischen Gruppe „Prehod“ initiiert und von der österreichischen NGO SOS Balkanroute finanziert wurde, steht auf einem Friedhof in der Nähe der kroatischen Grenze. Es wurde hinter neun Gräbern von ertrunkenen und größtenteils nicht identifizierten Geflüchteten errichtet. Die Enthüllung wurde von Vertretern der SOS Balkanroute und Mitgliedern des Pfarrnetzwerks Asyl begleitet, die aus Österreich angereist waren, um diesem bedeutsamen Ereignis beizuwohnen.
Jedes Jahr steigt die Zahl der Todesfälle unter Geflüchteten in Slowenien, doch in der Öffentlichkeit wird darüber kaum gesprochen. Diese Tragödien ereignen sich an verschiedenen Orten im Land, darunter auf der Autobahn zwischen Brezovica und Vrhnika, in der Schlucht zwischen dem Kokrško-Sattel und der Kamniška Bistrica sowie häufig als Ertrinkungsfälle in der Ljubljanica, der Dragonja und vor allem im Fluss Kolpa. Dr. Uršula Lipovec Čebron, Professorin an der Philosophischen Fakultät der Universität Ljubljana, betonte bei der Enthüllung die Notwendigkeit, diesen Opfern eine Stimme zu geben.
Das Werk des akademischen Bildhauers Tomaž Furlan ist in Form einer Brücke gestaltet, die einen Übergang symbolisiert. Der Sockel besteht aus Steinen des Flusses Kolpa, wodurch die Orte der Tragödien symbolisch in das Denkmal einfließen. Diese künstlerische Gestaltung soll die Verbindung zwischen den Schicksalen der Geflüchteten und den Orten ihres Todes verdeutlichen.
Die Idee für das Denkmal stammt von Nada Šimunić, einer Flüchtlingshelferin aus Vojna vas. Sie erklärte, dass die Geflüchteten keine unbekannten Personen seien, sondern Väter, Söhne, Töchter, Mütter, Brüder und Enkel. Diese Menschen verdienen es, im Tod anerkannt zu werden. Šimunić erinnerte sich an ihre Kindheit und die Geschichten derer, die nach dem Krieg fortgingen. Diese Parallele zur heutigen Flüchtlingskrise unterstreicht die Dringlichkeit, diesen Menschen einen Platz im kollektiven Gedächtnis zu geben.
Der Bürgermeister der Gemeinde Črnomelj, Andrej Kavšek, nahm ebenfalls an der Feier teil und betonte die zivilisatorische Pflicht, Menschen in Not zu helfen. Diese Aussage spiegelt die zunehmende Erkenntnis wider, dass die Unterstützung von Geflüchteten nicht nur eine moralische, sondern auch eine gesellschaftliche Verantwortung ist.
Die Enthüllung dieses Denkmals ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber es bleibt noch viel zu tun. Die SOS Balkanroute hat bereits zahlreiche Friedhöfe renoviert und Denkmäler errichtet, um die Erinnerung an die Geflüchteten zu bewahren. Diese Arbeit wird fortgesetzt, um das Bewusstsein für die humanitären Herausforderungen auf der Balkanroute zu schärfen.
Am 5. November wird in Wien ein interreligiöses Totengedenken in der Pfarre Franz von Sales stattfinden, um aller verstorbenen Geflüchteten auf der Balkanroute zu gedenken. Diese Veranstaltung bietet eine weitere Gelegenheit, Solidarität zu zeigen und das Bewusstsein für das Leid der Geflüchteten zu schärfen.
Die Errichtung dieses Denkmals ist nicht nur ein Akt des Gedenkens, sondern auch ein Aufruf zum Handeln. Es erinnert uns daran, dass hinter jeder Statistik ein menschliches Schicksal steht und dass wir alle die Verantwortung tragen, diesen Menschen eine Stimme zu geben.
Hier finden Sie die vollständige Pressemitteilung