Der Equal Pay Day 2025 rückt näher, und mit ihm eine alarmierende Zahl: Frauen müssen in diesem Jahr 60 Tage länger arbeiten als Männer, um das gleiche Jahresgehalt zu erreichen. Diese Tatsache wirft ein Schlaglicht auf den nach wie vor bestehenden Gender Pay Gap von 16,3 Prozent in Österreich. Doch
Der Equal Pay Day 2025 rückt näher, und mit ihm eine alarmierende Zahl: Frauen müssen in diesem Jahr 60 Tage länger arbeiten als Männer, um das gleiche Jahresgehalt zu erreichen. Diese Tatsache wirft ein Schlaglicht auf den nach wie vor bestehenden Gender Pay Gap von 16,3 Prozent in Österreich. Doch was bedeutet das konkret für die Frauen im Land, und welche Schritte sind notwendig, um diese Ungerechtigkeit zu beseitigen?
Ein wesentlicher Aspekt, der zur Einkommensungleichheit beiträgt, ist die ungleiche Verteilung unbezahlter Arbeit. Laut der neuesten Zeitverwendungsstudie verbringen Frauen in Österreich durchschnittlich vier Stunden täglich mit unbezahlter Arbeit, während Männer weniger als zweieinhalb Stunden dafür aufwenden. Diese ungleiche Lastverteilung hat weitreichende Folgen für die beruflichen Möglichkeiten und die finanzielle Unabhängigkeit von Frauen.
Die Debatte um die gerechte Verteilung von unbezahlter Arbeit ist nicht neu. Bereits in den 1990er Jahren sorgte die damalige Frauenministerin Helga Konrad mit ihrer „Halbe-halbe“-Kampagne für Aufsehen. Sie setzte sich dafür ein, dass Männer und Frauen gleichermaßen Verantwortung im Haushalt übernehmen. Die Kampagne war ein Meilenstein in der österreichischen Gleichstellungspolitik und wird heute von Gewerkschafterinnen wie Elfriede Schober als Vorbild genannt.
„Auch heutzutage müssen wir über Rollenbilder reden“, betont Schober. „Anstatt Scheindebatten über Teilzeit zu führen, wäre es wichtiger, sich an Helga Konrad ein Beispiel zu nehmen und alles dafür zu tun, unbezahlte Arbeit gerechter zu verteilen.“
Die PRO-GE Frauen, vertreten durch ihre Bundesvorsitzende Elfriede Schober, fordern ein gesellschaftliches Umdenken. Unternehmen sollen Väterkarenz als Selbstverständlichkeit ansehen und keine Nachteile für Männer entstehen lassen, die diese in Anspruch nehmen. Dies würde nicht nur die Arbeitslast der Frauen reduzieren, sondern auch die Väter stärker in die Familienarbeit einbinden.
Ein weiterer zentraler Punkt ist der Ausbau der Kinderbetreuung. „Bei allem Verständnis für die Budgetnöte darf man in diesem Bereich nicht nachlassen“, mahnt Schober. Besonders für Arbeiterinnen, die oft im Schichtdienst tätig sind, ist eine flexible Kinderbetreuung entscheidend, um Beruf und Familie vereinbaren zu können.
Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass Österreich im internationalen Vergleich noch Aufholbedarf hat. In skandinavischen Ländern wie Schweden und Norwegen sind Modelle der Elternzeit und der Kinderbetreuung wesentlich fortschrittlicher. Dort ist es üblich, dass Väter einen signifikanten Teil der Elternzeit übernehmen, was zu einer gerechteren Verteilung der Familienarbeit führt.
Die ungleiche Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit hat nicht nur individuelle, sondern auch gesamtgesellschaftliche Auswirkungen. Frauen, die einen Großteil ihrer Zeit mit unbezahlter Arbeit verbringen, haben weniger Zeit und Energie, um sich beruflich weiterzuentwickeln. Dies führt zu einer geringeren Präsenz von Frauen in Führungspositionen und letztlich zu einer Verstärkung der Einkommensungleichheit.
„Es ist an der Zeit, dass wir die gesellschaftlichen Strukturen überdenken, die diese Ungleichheit aufrechterhalten“, fordert ein fiktiver Experte. „Eine gerechtere Verteilung der Arbeit würde nicht nur die wirtschaftliche Lage der Frauen verbessern, sondern auch die gesamte Wirtschaft stärken.“
Die Diskussion um den Equal Pay Day 2025 könnte ein Wendepunkt sein. Wenn die Forderungen der PRO-GE Frauen Gehör finden, könnte dies zu einer gerechteren Verteilung der Arbeit und letztlich zu einer Verringerung des Gender Pay Gaps führen. Doch dafür sind nicht nur politische Maßnahmen notwendig, sondern auch ein gesellschaftliches Umdenken.
Die nächsten Jahre werden zeigen, ob Österreich bereit ist, die notwendigen Schritte zu unternehmen, um die Einkommensungleichheit zwischen Männern und Frauen zu verringern. Der Equal Pay Day sollte nicht nur ein Tag der Reflexion, sondern auch ein Tag des Handelns sein.
Weitere Informationen und die vollständige Pressemitteilung finden Sie auf der Website des ÖGB.