Am 2. November 2025 markiert der Equal Pay Day einen symbolträchtigen Moment in der österreichischen Gesellschaft. Dieser Tag hebt die anhaltende Einkommensungleichheit zwischen Männern und Frauen hervor, ein Thema, das seit Jahrzehnten diskutiert wird. Frauen verdienen im Durchschnitt immer noch 16
Am 2. November 2025 markiert der Equal Pay Day einen symbolträchtigen Moment in der österreichischen Gesellschaft. Dieser Tag hebt die anhaltende Einkommensungleichheit zwischen Männern und Frauen hervor, ein Thema, das seit Jahrzehnten diskutiert wird. Frauen verdienen im Durchschnitt immer noch 16,3 % weniger als Männer, was in der Praxis bedeutet, dass sie ab diesem Datum bis zum Jahresende 'unbezahlt' arbeiten. Diese statistische Ungleichheit entspricht etwa 60 Tagen, an denen Frauen im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen kein Gehalt erhalten würden.
Der Einkommensunterschied wird besonders deutlich, wenn man die verschiedenen Branchen betrachtet. Im Handel, einem Sektor, in dem überwiegend Frauen beschäftigt sind, liegt das durchschnittliche Bruttojahreseinkommen mehr als 60 % unter dem in der von Männern dominierten Industrie. Diese Diskrepanz verdeutlicht, wie stark Einkommen noch immer von traditionellen Geschlechterrollen und branchenspezifischen Strukturen beeinflusst werden. Diese Ungleichheit ist das sichtbare Ergebnis tief verwurzelter, struktureller Ungleichgewichte, die durch stereotype Geschlechterrollen und ungleiche Verteilungen in den verschiedenen Wirtschaftszweigen verstärkt werden.
Die Diskussion um gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit hat eine lange Geschichte. Bereits in den 1970er Jahren begannen Frauenbewegungen weltweit, auf die Einkommensungleichheit aufmerksam zu machen. Trotz gesetzlicher Fortschritte, wie dem Gleichbehandlungsgesetz, das 1979 in Österreich eingeführt wurde, bleibt der Gender Pay Gap hartnäckig bestehen. Historisch gesehen wurden Frauen häufig in Berufe gedrängt, die als 'weiblich' galten und traditionell schlechter bezahlt wurden, wie Pflege, Einzelhandel und Erziehung.
ABZ*AUSTRIA, eine Organisation, die seit 1992 aktiv ist, hat sich der Herausforderung angenommen, diese Ungleichheit zu bekämpfen. In Zusammenarbeit mit dem Arbeitsmarktservice (AMS) hat sie die FiT-Projekte ins Leben gerufen, die Frauen gezielt in technische Berufe fördern. Diese Berufe sind nicht nur besser bezahlt, sondern bieten auch mehr Möglichkeiten für Karriereentwicklung in männerdominierten Bereichen.
Die Förderung von Frauen in technischen Berufen hat nicht nur wirtschaftliche, sondern auch gesellschaftliche Vorteile. Durch die Erhöhung der Anzahl von Frauen in gut bezahlten Berufen wird die finanzielle Unabhängigkeit gestärkt, was wiederum positive Effekte auf die gesamte Wirtschaft hat. Zudem wird die Vielfalt in Unternehmen gefördert, was nachweislich zu innovativeren und produktiveren Teams führt.
Ein Experte für Arbeitsmarktfragen betont: „Die Integration von Frauen in technische Berufe ist ein entscheidender Schritt, um die Einkommensschere zu schließen. Es ist nicht nur ein wirtschaftliches, sondern auch ein gesellschaftliches Anliegen, die Gleichstellung der Geschlechter zu fördern.“
Die Bemühungen von ABZ*AUSTRIA und ähnlichen Organisationen zeigen bereits Wirkung, doch der Weg zur vollständigen Gleichstellung ist noch lang. Es wird erwartet, dass die Zahl der Frauen in technischen Berufen in den nächsten Jahren weiter steigen wird, was eine allmähliche Verringerung des Gender Pay Gaps zur Folge haben könnte. Die Regierung plant, diese Initiativen durch weitere finanzielle Unterstützung und gesetzliche Maßnahmen zu fördern.
Die österreichische Regierung hat erkannt, dass die Gleichstellung der Geschlechter nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern auch der wirtschaftlichen Notwendigkeit ist. Im Rahmen des nationalen Aktionsplans für Gleichstellung werden Projekte wie die von ABZ*AUSTRIA als Schlüssel zur Erreichung der gesetzten Ziele angesehen. Die Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Institutionen und nicht gewinnorientierten Organisationen wird als Vorbild für ähnliche Initiativen in anderen Bundesländern gesehen.
Für mehr Informationen über die Projekte von ABZ*AUSTRIA, besuchen Sie ihre Website.