Die Arbeitslosigkeit unter Frauen steigt in Österreich besorgniserregend an. Laut einer aktuellen Pressemitteilung der Arbeiterkammer Wien verzeichnete das Arbeitsmarktservice (AMS) im September einen Zuwachs von 7,9% bei arbeitsuchenden Frauen, während die Zahl bei Männern nur um 3,9% anstieg. Dies
Die Arbeitslosigkeit unter Frauen steigt in Österreich besorgniserregend an. Laut einer aktuellen Pressemitteilung der Arbeiterkammer Wien verzeichnete das Arbeitsmarktservice (AMS) im September einen Zuwachs von 7,9% bei arbeitsuchenden Frauen, während die Zahl bei Männern nur um 3,9% anstieg. Diese Entwicklung ruft nach dringenden Maßnahmen, um Frauen vor dem Abrutschen in die Langzeitarbeitslosigkeit zu bewahren.
Ein wesentlicher Faktor für die steigende Arbeitslosigkeit unter Frauen ist die Branchenstruktur. Typische Frauenberufe, wie im Handel oder Sozialwesen, sind stärker von Arbeitslosigkeit betroffen als männerdominierte Branchen wie der Bau. Dies liegt unter anderem daran, dass Frauen im Schnitt weniger verdienen. Folglich fällt das Arbeitslosengeld, das auf dem vorherigen Einkommen basiert, niedriger aus, was die finanzielle Situation von arbeitslosen Frauen zusätzlich verschärft.
Bildung spielt eine entscheidende Rolle bei der Integration in den Arbeitsmarkt. Bildungsabschlüsse erhöhen die Chancen auf ein höheres Einkommen und eine langfristige Erwerbsintegration. Erfolgreiche Initiativen wie die der Wiener Frauenstiftung zeigen, wie gezielte Bildungsangebote für Frauen funktionieren können. Diese Programme sollten österreichweit verfügbar sein, um Frauen flächendeckend zu unterstützen.
Frauen mit Migrationshintergrund, ohne abgeschlossene Ausbildung, über 55 Jahre oder mit gesundheitlichen Einschränkungen sind besonders gefährdet, in die Langzeitarbeitslosigkeit abzurutschen. Für diese Gruppen sind spezifische Programme zur Förderung der Arbeitsmarktintegration und zum Ausbau ihrer Qualifikationen notwendig.
AK-Präsidentin Renate Anderl fordert eine Erhöhung der Nettoersatzrate und der Familienzuschläge im Rahmen der Arbeitslosenversicherung. Dies würde besonders Frauen zugutekommen. Zudem betont sie die Notwendigkeit, die Kapazitäten in frauenspezifischen Beratungseinrichtungen auszubauen, um Frauen individuell und auf ihre Lebensrealität abgestimmt zu beraten.
Historisch gesehen ist die Arbeitsmarktintegration von Frauen ein Thema, das seit Jahrzehnten diskutiert wird. Bereits in den 1970er Jahren setzte sich die Frauenbewegung für gleiche Arbeitsbedingungen ein. Trotz Fortschritten, wie der Einführung des Gleichbehandlungsgesetzes, sind viele strukturelle Hürden nach wie vor vorhanden.
In anderen Bundesländern zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. Beispielsweise in der Steiermark und in Kärnten ist die Arbeitslosigkeit unter Frauen ebenfalls höher als bei Männern. Diese bundesweite Tendenz erfordert koordinierte Maßnahmen auf nationaler Ebene.
Die steigende Arbeitslosigkeit hat direkte Auswirkungen auf die Lebensqualität der betroffenen Frauen. Besonders Alleinerzieherinnen stehen vor großen finanziellen Herausforderungen. Die niedrigen Arbeitslosengelder reichen oft nicht aus, um den Lebensunterhalt zu sichern, was zu einer erhöhten Armutsgefährdung führt.
Ein fiktiver Arbeitsmarktexperte erklärt: „Die steigende Arbeitslosigkeit unter Frauen ist ein Alarmsignal. Ohne gezielte Maßnahmen droht eine ganze Generation von Frauen, den Anschluss an den Arbeitsmarkt zu verlieren.“
Die politische Verantwortung liegt bei der Regierung, die Rahmenbedingungen für eine bessere Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt schaffen muss. Dies umfasst sowohl gesetzliche Änderungen als auch die Bereitstellung finanzieller Mittel für Bildungs- und Beratungsprogramme.
Die Zukunft des Arbeitsmarkts für Frauen hängt stark von den politischen Entscheidungen der nächsten Jahre ab. Sollten die Forderungen der Arbeiterkammer umgesetzt werden, könnte dies zu einer Stabilisierung der Situation führen. Langfristig ist jedoch eine gesellschaftliche Veränderung notwendig, um die Gleichstellung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt zu erreichen.
Die vollständige Pressemitteilung der Arbeiterkammer Wien finden Sie hier.