Der Herbst ist da, und mit ihm eine der gefährlichsten Zeiten für Autofahrer auf Österreichs Straßen. Jedes Jahr ereignen sich rund 73.000 Wildtierunfälle, wie das Kuratorium für Verkehrssicherheit berichtet. Doch warum sind gerade jetzt Rehe, Hirsche und andere Wildtiere so aktiv, und was können Si
Der Herbst ist da, und mit ihm eine der gefährlichsten Zeiten für Autofahrer auf Österreichs Straßen. Jedes Jahr ereignen sich rund 73.000 Wildtierunfälle, wie das Kuratorium für Verkehrssicherheit berichtet. Doch warum sind gerade jetzt Rehe, Hirsche und andere Wildtiere so aktiv, und was können Sie tun, um sicher ans Ziel zu kommen?
In den Monaten zwischen Juli und November haben viele Wildtiere, darunter Damwild, Rotwild und Rehwild, ihre Paarungszeit. Das bedeutet, dass sie verstärkt unterwegs sind, um Partner zu finden. Gleichzeitig machen sich viele Tiere auf die Suche nach neuen Lebensräumen oder Nahrung, da diese knapp werden. Besonders in den Morgen- und Abendstunden, wenn es dämmert, ist die Gefahr eines Wildunfalls am größten.
Während der Dämmerung sind die Sichtverhältnisse schlecht, und Tiere sind schwerer zu erkennen. Hinzu kommt, dass Wildtiere in dieser Zeit besonders aktiv sind. In Gebieten mit dem Gefahrenzeichen „Achtung Wildwechsel“ sowie auf Straßen durch Wälder ist es deshalb besonders wichtig, das Tempo zu reduzieren und aufmerksam zu fahren.
Der ARBÖ hat einige wichtige Verhaltensregeln zusammengestellt, die Ihnen helfen können, Unfälle zu vermeiden:
Kommt es dennoch zu einem Wildunfall, sollten Sie unverzüglich anhalten, die Unfallstelle absichern und an der Klärung des Sachverhaltes mitwirken. Der Unfall muss ohne unnötigen Aufschub bei der nächstgelegenen Polizeistelle gemeldet werden. Die Polizei verständigt dann die zuständige Jägerschaft, die die Bergung der Wildtiere übernimmt und sicherstellt, dass verletzte Tiere rasch versorgt werden, um Tierleid zu minimieren.
Es ist wichtig zu wissen, dass das Mitnehmen des Tieres verboten ist. Unterbleibt eine Meldung, liegt ein Verwaltungsstrafdelikt vor. Zudem ist die polizeiliche Meldung Voraussetzung, um entstandene Schäden bei der Kaskoversicherung oder dem ARBÖ-Sicherheits-Pass geltend zu machen.
Wildunfälle sind kein neues Phänomen. Bereits seit dem Ausbau der Straßeninfrastruktur in der Nachkriegszeit sind sie ein bekanntes Problem. Mit der Zunahme des Verkehrsaufkommens stiegen auch die Zahlen der Wildunfälle. In anderen Bundesländern wie der Steiermark oder Kärnten, die besonders waldreich sind, ist die Situation ähnlich kritisch.
Auch in Deutschland sind Wildunfälle ein großes Thema. Dort ereignen sich jährlich rund 200.000 Wildunfälle. Die Maßnahmen zur Prävention sind ähnlich wie in Österreich: Geschwindigkeitsbegrenzungen, Warnschilder und Öffentlichkeitsarbeit sollen die Zahl der Unfälle reduzieren.
Ein Wildunfall kann nicht nur körperliche Schäden verursachen, sondern auch finanzielle Belastungen mit sich bringen. Reparaturen am Fahrzeug, mögliche Selbstbeteiligungen bei der Versicherung und der Verlust des Schadensfreiheitsrabatts können teuer werden. Zudem kann ein Unfall psychischen Stress verursachen, insbesondere wenn Personen verletzt werden oder das Tier schwer verletzt ist.
Ein Verkehrsexperte erklärt: „Die beste Prävention ist vorausschauendes Fahren. Wenn Sie wissen, dass Sie durch ein gefährdetes Gebiet fahren, sollten Sie besonders aufmerksam sein und die Geschwindigkeit anpassen.“
In Zukunft könnten Technologien wie Wildwarnsysteme oder Infrarotsensoren in Autos helfen, die Zahl der Wildunfälle zu reduzieren. Diese Systeme könnten Tiere frühzeitig erkennen und den Fahrer warnen. Auch die Forschung an besseren Straßenbeleuchtungen, die Tiere weniger anziehen, ist ein vielversprechender Ansatz.
Der ARBÖ plant, weiterhin intensiv über die Gefahren von Wildwechseln aufzuklären und mit Behörden und Jägern zusammenzuarbeiten, um die Sicherheit auf den Straßen zu erhöhen.
Die Prävention von Wildunfällen ist auch ein politisches Thema. Verkehrsministerien arbeiten eng mit Umweltbehörden und Jagdverbänden zusammen, um effektive Schutzmaßnahmen zu entwickeln. Dabei geht es nicht nur um den Schutz der Autofahrer, sondern auch um den Erhalt der Wildtierpopulationen.
Der ARBÖ ruft alle Autofahrer dazu auf, in der Herbstzeit besonders vorsichtig zu fahren und die genannten Verhaltensregeln zu beachten. Denn nur gemeinsam können wir die Straßen sicherer machen und die Zahl der Wildunfälle reduzieren.