Am 10. Dezember 2025 jährt sich die Eröffnung des ersten Gewaltschutzzentrums in der Steiermark zum 30. Mal. Was 1995 mit nur zwei engagierten Mitarbeiterinnen in Graz begann, hat sich zu einer der wichtigsten Einrichtungen im Kampf gegen Gewalt in Österreich entwickelt. Heute, mit 35 Mitarbeiter*in
Am 10. Dezember 2025 jährt sich die Eröffnung des ersten Gewaltschutzzentrums in der Steiermark zum 30. Mal. Was 1995 mit nur zwei engagierten Mitarbeiterinnen in Graz begann, hat sich zu einer der wichtigsten Einrichtungen im Kampf gegen Gewalt in Österreich entwickelt. Heute, mit 35 Mitarbeiter*innen und mehreren Regionalstellen, bietet das Zentrum umfassende Unterstützung für Gewaltbetroffene. Diese Entwicklung spiegelt nicht nur die steigende Sichtbarkeit von Gewalt wider, sondern auch die wachsende gesellschaftliche Sensibilisierung für dieses Thema.
Die Gründung des Gewaltschutzzentrums in Graz war eine Antwort auf die dringende Notwendigkeit, Gewaltopfern eine Stimme und Schutz zu geben. Initiiert von der damaligen Frauenministerin Dr.in Helga Konrad, begann die Arbeit in der Granatengasse mit dem Ziel, die Sicherheit von Betroffenen zu erhöhen. Anfangs standen körperliche Gewalt und die Unterstützung von Frauen im Fokus. Doch mit der Zeit erkannte man, dass auch psychische Gewalt ernst genommen werden muss und dass Männer ebenfalls Opfer von Gewalt sein können. Heute liegt der Anteil männlicher Klient*innen bei etwa 15 Prozent.
Ein Gewaltschutzzentrum ist eine spezialisierte Einrichtung, die sich dem Schutz und der Unterstützung von Gewaltopfern widmet. Hierbei handelt es sich nicht nur um physische, sondern auch um psychische Gewalt. Die Zentren bieten Beratung, entwickeln Sicherheitspläne und begleiten Betroffene zu Gerichtsterminen oder Polizeibehörden. Zudem arbeiten sie eng mit anderen Institutionen wie Polizei, Justiz und sozialen Einrichtungen zusammen, um einen umfassenden Opferschutz zu gewährleisten.
In Deutschland und der Schweiz gibt es ähnliche Strukturen zur Unterstützung von Gewaltopfern, jedoch unterscheiden sich die Ansätze in Details. In Deutschland sind die sogenannten Frauenhäuser stark verbreitet, während in der Schweiz die kantonalen Unterschiede eine Rolle spielen. Österreich hat mit dem Gewaltschutzzentrum einen Fokus auf spezialisierte Beratung und enge Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen gelegt, was als vorbildlich gilt.
Die Arbeit des Gewaltschutzzentrums hat weitreichende Auswirkungen auf die Gesellschaft. Es hat nicht nur dazu beigetragen, Gewalt sichtbarer zu machen, sondern auch das Bewusstsein dafür geschärft, dass Gewalt in jeder Form inakzeptabel ist. Die steigende Zahl der betreuten Personen – von 76 im Jahr 1996 auf rund 4.000 jährlich – zeigt den wachsenden Bedarf und die Bedeutung der Einrichtung. Ein Beispiel für den Bürger-Impact ist die verbesserte rechtliche Unterstützung, die Betroffene heute erhalten, was ihre Chancen auf ein gewaltfreies Leben erhöht.
Die Statistik spricht eine deutliche Sprache: Jährlich betreut das Gewaltschutzzentrum rund 4.000 Klient*innen, davon 15 Prozent Männer. Diese Zahlen verdeutlichen die Notwendigkeit der Arbeit und den Erfolg der Einrichtung. Die enge Zusammenarbeit mit Polizei und Justiz hat zudem dazu beigetragen, die Gefährlichkeit von Gewalttätern besser einzuschätzen und rechtzeitig zu handeln.
Die Zukunft des Gewaltschutzzentrums sieht vielversprechend aus. Geplant sind weitere Regionalstellen, um noch mehr Betroffenen Zugang zu bieten. Zudem sollen die digitalen Beratungsangebote ausgebaut werden, um auch in ländlichen Gebieten oder für Personen mit eingeschränkter Mobilität erreichbar zu sein. Die stetige Anpassung an gesellschaftliche Entwicklungen und die Weiterentwicklung der Unterstützungsangebote bleiben zentrale Aufgaben.
Das 30-jährige Bestehen des Gewaltschutzzentrums Steiermark ist nicht nur ein Anlass zum Feiern, sondern auch eine Verpflichtung, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Die Arbeit gegen Gewalt ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die kontinuierliches Engagement erfordert. Durch die Aufklärung und Sensibilisierung der Öffentlichkeit kann langfristig ein Wandel im Umgang mit Gewalt erreicht werden.
Das Gewaltschutzzentrum Steiermark hat in den letzten 30 Jahren eine beeindruckende Entwicklung durchlaufen. Die Arbeit der Einrichtung ist ein unverzichtbarer Bestandteil im Kampf gegen Gewalt und zeigt die Bedeutung von spezialisierter Unterstützung und gesellschaftlicher Sensibilisierung. Die Zukunft verspricht weitere Fortschritte, um noch mehr Menschen in Not zu erreichen und ihnen den Weg in ein gewaltfreies Leben zu ebnen. Möchten Sie mehr über die Arbeit des Gewaltschutzzentrums erfahren? Besuchen Sie die offizielle Website für weitere Informationen.