ORF-Stiftungsrat genehmigt positiven Jahresabschluss 2025
Stiftungsrat billigt Bilanz, Transparenz-Beirat legt Empfehlungen vor, Personalentscheidungen bei OBS und ORF-Enterprise
Der ORF-Stiftungsrat genehmigte den Jahres- und Konzernabschluss 2025; ORF nennt Reichweiten, Finanzzahlen, Empfehlungen des Transparenz-Beirats und Personalbestellungen.
Der ORF-Stiftungsrat hat in seiner Plenarsitzung am Dienstag, dem 11. August 2026, unter dem Vorsitz von Heinz Lederer den von ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher vorgelegten Jahres- und Konzernabschluss des ORF 2025 mit großer Mehrheit genehmigt. Sowohl der ORF als auch der ORF-Konzern bilanzieren positiv, wie das Gremium laut Aussendung bestätigte.
Ingrid Thurnher informierte den Stiftungsrat zudem über Reichweiten und Marktanteile in Fernsehen, Radio und Online sowie über die Empfehlungen des eingesetzten ORF-Transparenz-Beirats. Außerdem beschloss das Gremium Personalentscheidungen für die ORF-Beitrags Service GmbH und die ORF-Enterprise.
ORF-Stiftungsrat genehmigt Jahres- und Konzernabschluss 2025
Der Stiftungsrat stimmte dem von der Generaldirektorin vorgelegten Jahres- und Konzernabschluss 2025 mit großer Mehrheit zu. Laut Mitteilung bilanzieren sowohl die Muttergesellschaft als auch der Konzern positiv. Die Sitzung fand am 11. August 2026 statt und stand unter dem Vorsitz von Heinz Lederer.
Die Generaldirektorin berichtete dem Stiftungsrat über programmliche Kennwerte, wirtschaftliche Ergebnisse sowie über offene Compliance-Themen. Zudem informierte sie über die Empfehlungen des im März eingesetzten ORF-Transparenz-Beirats.
Zahlen und Kennwerte 2025 und Reichweiten 2026
Der ORF-Konzern weist für 2025 ein vorläufiges Ergebnis vor Steuern (EBT) von 15,3 Mio. Ꞓ aus, zum Vergleich 2024: 34,7 Mio. Ꞓ. Das EBT der Muttergesellschaft beträgt laut Mitteilung 0,8 Mio. Ꞓ (2024: 4,3 Mio. Ꞓ). Die Konzern-Umsatzerlöse lagen 2025 bei 1.132,7 Mio. Ꞓ gegenüber 1.130,4 Mio. Ꞓ im Jahr 2024.
Die Erlöse aus dem ORF-Beitrag beliefen sich 2025 auf 742,4 Mio. Ꞓ (2024: 732,2 Mio. Ꞓ). Die Werbeerlöse lagen 2025 bei 188,8 Mio. Ꞓ (2024: 198,2 Mio. Ꞓ), so die veröffentlichten Zahlen.
Zur Programmnutzung nannte die Generaldirektorin aktuelle Reichweiten und Marktanteile: Das ORF-Fernsehen erreichte laut Teletest Jänner–Juli 2026 einen Marktanteil von 35,8 Prozent und rund 3,5 Millionen Seher täglich. Die ORF-Radios kommen laut Radiotest 2026_2 auf einen Marktanteil von 58 Prozent und 4,5 Millionen Hörer täglich. Das ORF.at-Network verzeichnete in ÖWA 2026/1. HJ 144 Millionen Visits pro Monat.
Finanzierung: Vorsteuerabzug, § 31 Abs. 22 ORF-Gesetz und rechtliche Prüfung
Während der Plenarsitzung wurde die Finanzierung des ORF diskutiert. Die Bundesregierung habe im Zuge des Budgetprozesses dem ORF die Kompensation für den Entfall des Vorsteuerabzugs gestrichen; dadurch stünden ab 2027 jährlich rund 90 Millionen Euro weniger zur Verfügung, heißt es in der Aussendung.
Die Mitteilung stellt weiter fest, dass die Einnahmen aus dem ORF-Beitrag trotz zusätzlicher Sparmaßnahmen die voraussichtlichen Nettokosten des öffentlich-rechtlichen Auftrags nicht ausreichen würden. Aus § 31 Abs. 22 ORF-Gesetz ergebe sich eine Verpflichtung der Generaldirektorin, die KommAustria als Regulierungsbehörde darüber in Kenntnis zu setzen.
Parallel bereite der ORF die Einleitung verfassungsrechtlicher Schritte vor. Nach Rechtsauffassung des ORF verstoße die kurzfristige und signifikante Finanzierungsänderung gegen das Europäische Medienfreiheitsgesetz und die verfassungsrechtliche Finanzierungsgarantie. Wegen der Kurzfristigkeit müsse der ORF sämtliche rechtlichen Verpflichtungen und Handlungsspielräume ausschöpfen, teilte die Generaldirektorin dem Stiftungsrat mit. Ungeachtet dessen setze der ORF weiterhin alles daran, die Finanzierungsvorgaben umzusetzen, heißt es in der Mitteilung.
Empfehlungen des ORF-Transparenz-Beirats
Im März 2026 hatte Generaldirektorin Ingrid Thurnher den ORF-Transparenz-Beirat eingesetzt. Dem Beirat gehörten laut Aussendung renommierte Expertinnen und Experten aus Arbeits- und Sozialrecht, Corporate Governance und Compliance an. Aufgabe war die Unterstützung des ORF bei der Aufarbeitung offener Compliance-Themen und die Erarbeitung von Empfehlungen zur strukturellen Verbesserung in den Bereichen Compliance und Governance.
Der Beirat schloss seine Arbeit Ende Juni 2026 ab und übergab dem ORF seinen Bericht samt Empfehlungen. Der Beirat weist laut Mitteilung auf mehrere miteinander verbundene Entwicklungs- und Verbesserungsfelder in Führung, Compliance, Governance und Unternehmenskultur hin und sieht Handlungsbedarf.
Zugleich hält der Beirat positiv fest, dass seit dem Führungswechsel bereits wesentliche Schritte zur Aufarbeitung der offenen Compliance-Fragen gesetzt wurden und ein neuer „Tone from the top“ wahrnehmbar sei. Zusammenfassend identifiziert der ORF-Transparenz-Beirat Empfehlungen in drei zentralen Handlungsfeldern:
- Compliance wirksam stärken
- Klare Regeln, Verantwortung und Konsequenzen verankern
- Integritäts- und Führungskultur verbindlich etablieren
Zu konkreten Punkten heißt es in der Aussendung: Die bestehenden Strukturen sollen zu einem unabhängigen, ausreichend ausgestatteten und risikoorientierten Compliance-Gesamtsystem weiterentwickelt werden; dies schließt laut Beirat die Möglichkeit externer Untersuchungs- und Ombudsstellen für sensible Fälle sowie Schutzmechanismen für Meldende ein. Respekt, Integrität, Unabhängigkeit und Verantwortungsübernahme sollen als Führungsmaßstäbe verankert und Fehlverhalten fair, zügig und nachvollziehbar sanktioniert werden. Dienstverträge, Zielvereinbarungen und Vergütung sollen transparenter und einheitlicher nach überprüfbaren Standards gestaltet werden; ein klarer Code of Conduct soll zentrale Verhaltensregeln verbindlich zusammenführen.
Personalentscheidungen: ORF-Beitrags Service GmbH und ORF-Enterprise
Der Stiftungsrat bestellte auf Vorschlag der Generaldirektorin Mag. Bettina Parschalk zur Geschäftsführerin der ORF-Beitrags Service GmbH. Parschalk war seit 2025 interimistische Geschäftsführerin der OBS und setzte laut Mitteilung wesentliche Schritte zur Weiterentwicklung und Modernisierung des Unternehmens.
In ihrer Stellungnahme sagte Bettina Parschalk: "Ich danke für das Vertrauen und freue mich sehr, den eingeschlagenen Weg gemeinsam mit dem OBS-Team fortzusetzen. Unser Ziel ist es, die OBS als moderne, serviceorientierte und publikumsnahe Organisation weiterzuentwickeln. Verlässlichkeit, hohe Servicequalität sowie die konsequente Orientierung an den Anliegen der Menschen stehen dabei im Mittelpunkt unseres Handelns."
Zur ORF-Enterprise wurde Mag. Matthias Seiringer als interimistischer Geschäftsführer bestellt. Seiringer erklärte laut Mitteilung: "Der Werbe- und Agenturmarkt befindet sich in einer herausfordernden Phase, in welcher Stabilität und Vertrauen besonders wichtig sind. Ich freue ich mich, mein Knowhow aus rund zwei Jahrzehnten Digital-Vermarktung in den Transformationsprozess des Unternehmens direkt einbringen zu können und die ORF-Enterprise für die zukünftigen Herausforderungen optimal auszurichten."
Zur beruflichen Laufbahn nennt die Mitteilung zum Zeitpunkt der Bestellung: Matthias Seiringer absolvierte seinen Magister (FH) in Management und Recht am MCI in Innsbruck, startete seine berufliche Laufbahn bei Sport 1 (damals DSF in München), wechselte zu LAOLA1, stieg 2009 bei der ORF-Enterprise als Account Manager ein und wurde 2012 zum Head of Sales Digital berufen. In dieser Funktion verantwortete er unter anderem die Vermarktung des ORF.at-Networks.
Begriffe und Institutionen erklärt
ORF-Stiftungsrat: Das Aufsichtsgremium des ORF, das unter anderem über Jahresabschlüsse, strategische Entscheidungen und Bestellungen von Geschäftsführern entscheidet. In der Aussendung wird berichtet, dass der Stiftungsrat den Jahres- und Konzernabschluss 2025 genehmigte.
EBT (Ergebnis vor Steuern): Eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die das Ergebnis eines Unternehmens vor Abzug von Steuern ausweist. Der ORF-Konzern weist für 2025 ein vorläufiges EBT von 15,3 Mio. Ꞓ aus; das EBT der Muttergesellschaft beträgt 0,8 Mio. Ꞓ.
ORF-Beitrag: Die Beitragszahlungen der Haushalte, die in den Erlösen des ORF ausgewiesen werden. Die Aussendung nennt für 2025 Erlöse aus dem ORF-Beitrag in Höhe von 742,4 Mio. Ꞓ.
Teletest, Radiotest, ÖWA: Markt- und Reichweitenmessungen für Fernsehen, Radio und Online. In der Mitteilung werden Teletest (Jänner–Juli 2026) für Fernsehdaten, Radiotest 2026_2 für Radiozahlen und ÖWA 2026/1. HJ für Online-Visits zitiert.
KommAustria: Die Kommunikationsbehörde, die als Regulierungsbehörde in der Mitteilung genannt wird. Gemäß § 31 Abs. 22 ORF-Gesetz ergäbe sich für die Generaldirektorin die Pflicht, die KommAustria in Kenntnis zu setzen, wenn bestimmte Finanzentscheidungen eintreten.
Welche Schritte das Gremium nannte
Aus der Sitzungsmitteilung ergibt sich, dass der ORF den Stiftungsrat über drei Hauptpunkte informierte: die genehmigten Bilanzen 2025, die aktuellen Reichweiten- und Marktanteilszahlen für 2026 sowie die Empfehlungen des ORF-Transparenz-Beirats. Außerdem wurden Personalentscheidungen formal beschlossen.
Bezüglich der gestrichenen Kompensation für den Wegfall des Vorsteuerabzugs nannte die Generaldirektorin zwei formale Maßnahmen: Anzeige an die KommAustria gemäß § 31 Abs. 22 ORF-Gesetz und die Vorbereitung verfassungsrechtlicher Schritte laut Rechtsauffassung des ORF.
FAQ zum ORF-Entscheid und den wichtigsten Punkten
Wer hat den Jahresabschluss 2025 genehmigt?
Der ORF-Stiftungsrat hat in seiner Plenarsitzung am 11. August 2026 den von Generaldirektorin Ingrid Thurnher vorgelegten Jahres- und Konzernabschluss 2025 mit großer Mehrheit genehmigt. Dies geht aus der veröffentlichten Mitteilung hervor.
Welche finanziellen Ergebnisse wurden für 2025 genannt?
Der ORF-Konzern weist ein vorläufiges EBT von 15,3 Mio. Ꞓ aus, die Muttergesellschaft ein EBT von 0,8 Mio. Ꞓ. Die Konzern-Umsatzerlöse lagen bei 1.132,7 Mio. Ꞓ; die Erlöse aus dem ORF-Beitrag betrugen 742,4 Mio. Ꞓ und die Werbeerlöse 188,8 Mio. Ꞓ.
Welche Reichweiten- und Marktangaben nannte der ORF für 2026?
Die Aussendung nennt für das ORF-Fernsehen einen Marktanteil von 35,8 Prozent und rund 3,5 Millionen Seher täglich (Teletest Jänner–Juli 2026). Für die ORF-Radios werden 58 Prozent Marktanteil und 4,5 Millionen Hörer täglich (Radiotest 2026_2) angegeben. Das ORF.at-Network verzeichnet laut ÖWA 2026/1. HJ 144 Millionen Visits pro Monat.
Was bedeutet die Streichung der Kompensation für den Entfall des Vorsteuerabzugs?
Laut Mitteilung hat die Bundesregierung im Budgetprozess dem ORF die Kompensation für den Entfall des Vorsteuerabzugs gestrichen, wodurch ab 2027 rund 90 Millionen Euro jährlich weniger zur Verfügung stehen sollen. Der ORF gibt an, dass dies die Finanzierungslage beeinflusse und formal zu Schritten wie der Anzeige an die KommAustria und der Vorbereitung verfassungsrechtlicher Schritte führe.
Was empfahl der ORF-Transparenz-Beirat?
Der Beirat legte laut Mitteilung Empfehlungen in drei zentralen Handlungsfeldern vor: Compliance wirksam stärken; klare Regeln, Verantwortung und Konsequenzen verankern; Integritäts- und Führungskultur verbindlich etablieren. Konkrete Vorschläge umfassen laut Aussendung etwa die Weiterentwicklung zu einem unabhängigen Compliance-Gesamtsystem, externe Untersuchungs- und Ombudsstellen sowie einen Code of Conduct.
Welche Personalentscheidungen traf der Stiftungsrat?
Der Stiftungsrat bestellte Mag. Bettina Parschalk zur Geschäftsführerin der ORF-Beitrags Service GmbH und Mag. Matthias Seiringer zum interimistischen Geschäftsführer der ORF-Enterprise. Beide Personalien sowie ihre Zitate und beruflichen Stationen sind in der Mitteilung dokumentiert.
Quellen und Kontakt
Quelle: ORF, Mitteilung des ORF-Stiftungsrats, 11. August 2026.
Kontakt: ORF Marketing & Kommunikation, Website: https://presse.ORF.at, Rückfragetelefon: (01) 87878 - DW 12228
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