Wirtschaft

Karacsony: Dürrehilfe auf Kosten der Bauern

FPÖ-Bundesrat kritisiert SVS-Entlastung und verbindet Paket mit Vorwürfen gegen ÖVP-Bauernbund

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Aussender: Freiheitlicher Parlamentsklub - FPÖ
22. August 2026

FPÖ-Bundesrat Thomas Karacsony nennt das Hilfspaket der Bundesregierung zu knapp und kritisiert die Finanzierung der SVS-Entlastung sowie Verknüpfung mit Klimavorgaben.

Scharfe Kritik an dem von der Bundesregierung präsentierten Hilfspaket für die Landwirtschaft hat FPÖ-Bundesrat Thomas Karacsony geübt. Er bezeichnete das Paket, das angesichts massiver Ernteausfälle und existenzbedrohender Schäden vorgestellt wurde, als unzureichend und warf der Regierung insbesondere die Art der Finanzierung vor.

In seiner Aussendung bemängelte Karacsony vor allem die angekündigte Entlastung bei den Sozialversicherungsbeiträgen in Höhe von 140 Millionen Euro und stellte deren Finanzierung infrage. Zugleich verwies er auf Rückmeldungen aus der Landwirtschaft, wonach Bauern das Paket als „Taschenspielertrick“ bewerten und statt rascher, unbürokratischer Direktzahlungen Versicherungsförderung und Kreditinstrumente in den Vordergrund rückten.

FPÖ-Bundesrat Thomas Karacsony kritisiert Hilfspaket der Bundesregierung

Thomas Karacsony erklärte in der Aussendung, das von der Bundesregierung als großer Wurf verkaufte Paket sei „viel zu wenig“ angesichts der Lage in der Landwirtschaft. Er verwies auf „massive Ernteausfälle und existenzbedrohende Schäden“ und argumentierte, die Finanzierung der angekündigten SVS-Entlastung sei „höchst fragwürdig“.

Wörtlich heißt es in der Aussendung: „Das ist doch ein schlechter Scherz: Die Regierung feiert 140 Millionen Euro Entlastung bei den Sozialversicherungsbeiträgen, während dieses Geld letztlich über Mittel der bäuerlichen Sozialversicherung beziehungsweise geringere künftige Bundeszuschüsse wieder hereingeholt werden soll. Die Bauern sollen sich ihre eigene Hilfe praktisch selbst bezahlen – und Totschnig verkauft das auch noch als großen Erfolg. Glaubt diese Regierung wirklich, unsere Bauern sind dumm?"

Die angekündigte SVS-Entlastung von 140 Millionen Euro

Die Aussendung nennt ausdrücklich eine Größe von 140 Millionen Euro als Entlastung bei den Sozialversicherungsbeiträgen. Karacsony stellt in Frage, ob diese Entlastung tatsächlich neu finanzierte Hilfe für die Bauern darstellt, oder ob die Mittel später über die bäuerliche Sozialversicherung beziehungsweise über geringere Bundeszuschüsse wieder hereingeholt würden. Damit stellt die FPÖ die Nettowirkung der Maßnahme für betroffene Betriebe infrage.

Karacsony macht Minister Totschnig namentlich verantwortlich für die Vorstellung des Pakets und kritisiert dessen Darstellung als großen Erfolg. Diese Kritik fasst die FPÖ-Aussendung zusammen und zitiert den Bundesrat direkt.

Reaktionen aus der Landwirtschaft und zentrale Kritikpunkte

Nach Angaben der Aussendung sind die Rückmeldungen aus der Landwirtschaft eindeutig: Bauern sprechen von einem „Taschenspielertrick“. Kritisiert wird, dass in einer als existenziell beschriebenen Notlage Instrumente wie Versicherungsförderung und Kreditinstrumente eine große Rolle spielten, anstatt „den tatsächlich dürregeschädigten Betrieben rasch und unbürokratisch direkt zu helfen“, wie es in der Mitteilung heißt.

Karacsony betont die Wahrnehmung, dass ein Paket mit einem starken Fokus auf Förderungen für Versicherungen und Kreditlösungen nicht den unmittelbaren Bedarf vieler Betriebe abdeckt, die aufgrund der Dürreschäden finanzielle Engpässe haben.

Die Verbindung von Dürrehilfe und Klimagesetz

Ein weiterer Kritikpunkt der FPÖ-Aussendung betrifft die Verknüpfung der Dürrehilfe mit klimapolitischen Vorgaben. Karacsony schreibt, die Dürrehilfe werde „auch noch mit einem Klimagesetz verknüpft“ und verweist darauf, dass die Regierung an der nationalen Klimaneutralität 2040 festhalte. Nach seiner Darstellung setze die Regierung damit „das nächste Gold-Plating fort“.

In der Aussendung heißt es weiter: „Während die Bauern auf vertrockneten Feldern stehen, hält die Regierung an der nationalen Klimaneutralität 2040 fest und setzt damit das nächste Gold-Plating fort. Betroffen sind gerade jene Bereiche, in denen unsere Bauern und der ländliche Raum unmittelbar drinnenhängen. Am Ende landet die Bürokratie wieder am Hof."

Vorwürfe gegen ÖVP-Bauernbund und Landwirtschaftskammerpräsident Nikolaus Berlakovich

Karacsony bezeichnet die Rolle des ÖVP-Bauernbundes als „besonders scheinheilig“. Er verweist in der Aussendung darauf, dass „seit Jahrzehnten“ die ÖVP die Landwirtschaftsminister stelle und die bäuerlichen Interessenvertretungen dominiere. Vor diesem Hintergrund kritisiert Karacsony, dass Minister Totschnig ein Paket präsentiere, „das die Bauern teilweise aus ihrem eigenen System finanzieren sollen, und der Bauernbund soll uns das als Rettung verkaufen."

Weiter heißt es in der Aussendung, auch Landwirtschaftskammerpräsident Nikolaus Berlakovich solle sich „endlich entscheiden, ob er Vertreter der Bauern oder Verteidiger der ÖVP-Regierungspolitik sein will.“ Diese Formulierung stellt einen politischen Vorwurf dar, wie er in der Mitteilung der FPÖ wiedergegeben wird.

Position der FPÖ: weniger Auflagen statt neuer Klimavorgaben

Abschließend fasst die Aussendung die politische Forderung der FPÖ zusammen: „Wir brauchen endlich weniger Auflagen statt immer neuer Klimavorgaben.“ Karacsony hebt zugleich die Rolle der Bauern für Lebensmittelversorgung, Arbeitsplätze und Kulturlandschaft hervor und kritisiert, dass sie in der aktuellen Regierungspolitik erneut die Verlierer seien.

Wörtlich heißt es: „Unsere Bauern sichern Lebensmittel, Arbeitsplätze und jene Kulturlandschaft, mit der sich Österreich so gerne schmückt. Aber wenn es ums Überleben der Betriebe geht, sind sie wieder die Verlierer dieser schwarz-rot-pinken Ampel. Wir brauchen endlich weniger Auflagen statt immer neuer Klimavorgaben. Wer unsere Kulturlandschaft erhalten will, muss zuerst jene erhalten, die sie jeden Tag bewirtschaften.“

Begriffserklärungen zu SVS, Bauernbund, Landwirtschaftskammer und mehr

SVS-Entlastung: In der Aussendung wird eine Entlastung bei den Sozialversicherungsbeiträgen in der Höhe von 140 Millionen Euro genannt. Unter SVS wird in politischen Debatten üblicherweise die Sozialversicherung der Selbständigen verstanden; in der Mitteilung kritisiert die FPÖ die vorgesehene Finanzierungsweise dieser Entlastung.

Bäuerliche Sozialversicherung: Die Aussendung spricht von Mitteln der bäuerlichen Sozialversicherung als einer Finanzierungsquelle, die nach Ansicht der FPÖ zur Wiederholung der Entlastung beitragen könnte. Damit ist in der Mitteilung die Vorstellung verbunden, dass Teile der Hilfe aus bereits bestehenden Systemen der landwirtschaftlichen Sozialversicherung kommen könnten.

ÖVP-Bauernbund: Der Begriff wird in der Aussendung verwendet, um die Rolle der Interessenvertretungen im Agrarbereich zu beschreiben. Karacsony kritisiert den Bauernbund als vermeintlichen Fürsprecher der Regierungspolitik.

Landwirtschaftskammer und Nikolaus Berlakovich: In der Mitteilung wird Landwirtschaftskammerpräsident Nikolaus Berlakovich namentlich genannt; Karacsony fordert, Berlakovich müsse sich entscheiden, ob er die Interessen der Bauern oder die Regierungspolitik vertrete.

Klimaneutralität 2040: Die Aussendung verweist auf die nationale Zielvorgabe der Klimaneutralität 2040, die laut Karacsony in Verbindung mit der Dürrehilfe steht und von ihm als Beispiel für weiteres „Gold-Plating“ genannt wird.

FAQ zur Dürrehilfe und Kritik der FPÖ

Was bemängelt Karacsony am Hilfspaket?

Karacsony kritisiert, das Paket sei angesichts massiver Ernteausfälle und existenzbedrohender Schäden in der Landwirtschaft „viel zu wenig“. Er bemängelt insbesondere die vorgesehene Finanzierung der SVS-Entlastung und die Schwerpunktsetzung auf Versicherungsförderung und Kreditinstrumente statt direkte Hilfe.

Worum geht es bei der genannten Summe von 140 Millionen Euro?

Die Aussendung nennt eine Entlastung bei den Sozialversicherungsbeiträgen von 140 Millionen Euro. Karacsony stellt die Frage, ob diese Entlastung tatsächlich zusätzliche Hilfe bedeutet, oder ob die Mittel über bestehende Strukturen, etwa die bäuerliche Sozialversicherung oder geringere Bundeszuschüsse, wieder hereingeholt würden.

Welche Reaktionen aus der Landwirtschaft werden genannt?

Nach Angaben der Aussendung sprechen Bauern von einem „Taschenspielertrick“ und kritisieren, dass in einer Notlage Instrumente wie Versicherungsförderung und Kreditlösungen betont würden, anstatt „rasch und unbürokratisch direkt“ den dürregeschädigten Betrieben zu helfen.

Was kritisiert Karacsony in Bezug auf Klimapolitik?

Karacsony bemängelt, die Dürrehilfe sei mit einem Klimagesetz verknüpft und verweist darauf, dass die Regierung an der nationalen Klimaneutralität 2040 festhalte. Er bezeichnet diese Verbindung als weiteres Beispiel für „Gold-Plating“ und warnt vor zusätzlicher Bürokratie am Hof.

Welche Vorwürfe richtet Karacsony gegen ÖVP-Bauernbund und Berlakovich?

Karacsony bezeichnet die Rolle des ÖVP-Bauernbundes als „scheinheilig“, weil die ÖVP laut Mitteilung seit Jahrzehnten die Landwirtschaftsminister stelle und die Interessenvertretungen dominiere. Er fordert zudem, dass Landwirtschaftskammerpräsident Nikolaus Berlakovich klar Stellung beziehe, ob er die Interessen der Bauern oder die Regierungspolitik verteidige.

Welche Forderung stellt die FPÖ abschließend?

In der Aussendung fordert die FPÖ „weniger Auflagen statt immer neuer Klimavorgaben“ und betont die Bedeutung der Bauern für Lebensmittelversorgung, Arbeitsplätze und Kulturlandschaft. Dies wird als zentrale politische Position in der Mitteilung dargestellt.

Quellen und Kontakt

Quelle: Freiheitlicher Parlamentsklub – FPÖ

Kontakt: Freiheitlicher Parlamentsklub, Telefon: 01/40110-7012, E-Mail: presse-klub [at] fpk.at

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Grundlage: Presseaussendung von Freiheitlicher Parlamentsklub - FPÖ, verbreitet über APA-OTS. Originalfassung: www.ots.at

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