Wirtschaft

Einzelhandel stagniert: HV & WIFO berichten +0,1% im HJ

WIFO-Report: Konsum schwächer, Inflation sinkt, Beschäftigung steigt leicht – geopolitik und Hitze belasten

OTSKI-bearbeitet. Dieser Beitrag wurde KI-gestützt erstellt und nicht redaktionell geprüft.
Aussender: Handelsverband
24. August 2026

Der WIFO-Konjunkturreport für den Handel zeigt: Im 1. Halbjahr 2026 blieb das reale Umsatzwachstum bei nur +0,1%. Ölpreis, Sommerhitze und geopolitische Unsicherheit dämpften die Konsumnachfrage.

Die zu Jahresbeginn sichtbare Stabilisierung der österreichischen Wirtschaft hat im zweiten Quartal 2026 einen Dämpfer erhalten. Laut dem aktuellen Konjunkturreport Einzelhandel, den das WIFO quartalsweise im Auftrag des Handelsverbands erstellt, stagnierte die heimische Wirtschaftsleistung gegenüber dem Vorquartal und die Konsumnachfrage der privaten Haushalte entwickelte sich im 2. Quartal schwächer.

Als belastende Faktoren nennt der Report den infolge des Iran-Krieges deutlich gestiegenen Erdölpreis sowie die damit verbundene geopolitische Verunsicherung. Zusätzlich wirkten in einzelnen Non-Food-Segmenten die außergewöhnlich heißen und trockenen Sommermonate hemmend auf den Kauf von Saisonware.

Einzelhandel im 1. Halbjahr real +0,1%

Im österreichischen Einzelhandel blieb die Entwicklung verhalten. Im ersten Halbjahr stiegen die Umsätze (kalenderbereinigt) nominell um +2,1%, preisbereinigt blieb mit +0,1% real nur ein minimales Wachstum übrig.

Rainer Will, Geschäftsführer des freiwilligen, überparteilichen und unabhängigen Handelsverbands, bilanziert: „Die Bilanz des ersten Halbjahres fällt für den heimischen Einzelhandel durchwachsen aus. Ein reales Umsatzplus von 0,1% bedeutet de facto Stagnation. Im zweiten Quartal hat die Dynamik, die sich rund um den Jahreswechsel noch gezeigt hatte, wieder nachgelassen. Gleichzeitig sehen wir weiterhin eine deutliche Spreizung zwischen Food und Non-Food. Von einer nachhaltigen Erholung des privaten Konsums können wir leider noch nicht sprechen“.

WIFO-Ökonom Jürgen Bierbaumer, Autor des Konjunkturreports, ergänzt: „Der durch den Iran-Krieg deutlich angestiegene Erdölpreis belastet die heimische Wirtschaft und hat die konjunkturelle Erholung unterbrochen. Gleichzeitig entwickelt sich die Konsumnachfrage der privaten Haushalte träge. Gemäß den bisher vorliegenden Daten dürfte sich diese träge Entwicklung auch im Juli fortgesetzt haben“.

Inflation bremst sich ein, Lebensmittelpreise dämpfen Teuerung

Einigermaßen positiv entwickelte sich zuletzt die Inflation: Die österreichische Inflationsrate sank im Juli auf 2,8%, nach 3,2% im Juni. Rund die Hälfte dieses Rückgangs ist laut Statistik Austria auf die sinkenden Nahrungsmittelpreise zurückzuführen.

Die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke gingen im Jahresabstand um -0,4% zurück. Wesentlich dazu beigetragen hat die mit 1. Juli erfolgte Senkung der Mehrwertsteuer für Grundnahrungsmittel von 10% auf 4,9%. Diese Senkung ist laut Report vom österreichischen Lebensmitteleinzelhandel wie versprochen vollumfänglich an die Konsument weitergegeben worden.

Der Bericht betont zudem, dass der Lebensmittelhandel auch in den Vorjahren nachweislich inflationsdämpfend gewirkt hat. Andere Ausgabenbereiche verteuerten sich hingegen weiterhin deutlich: Verkehr +6,4%, Gastronomie und Beherbergung +4,6%, Gesundheit +4,5% sowie Versicherungs- und Finanzdienstleistungen +4,2%.

Beschäftigung stabilisiert sich, Insolvenzzahlen sinken

Im Juli waren im österreichischen Einzelhandel 332.087 Menschen beschäftigt, rund 5.300 mehr als zu Jahresbeginn. Gegenüber dem Vorjahr liegt die Beschäftigung leicht im Minus (-0,3%), der Rückgang hat sich jedoch deutlich abgeschwächt.

Gleichzeitig waren im Juli 9.124 offene Stellen im Einzelhandel nicht zeitnah zu besetzen. Das sind rund 700 mehr als zu Jahresbeginn und verweist laut Report auf den weiterhin hohen Personalbedarf der Branche.

Bei Unternehmensinsolvenzen zeigt sich eine leichte Entspannung: Im zweiten Quartal 2026 wurden österreichweit 960 Insolvenzen eröffnet, um 7,6% weniger als im Vorjahresquartal. Damit ging die Zahl der Insolvenzen bereits zum dritten Mal in Folge zurück. Im Handel wurden 151 Fälle verzeichnet, wobei eine Systemumstellung einen direkten Vorjahresvergleich für den Handel nur eingeschränkt aussagekräftig macht.

Stimmung verbessert, doch Konsum bleibt verhalten

Trotz der schwachen realwirtschaftlichen Entwicklung zeigen Umfragedaten erste Anzeichen einer Stimmungsaufhellung. Der WIFO-Konjunkturklimaindex verbesserte sich im Juli leicht auf -3,8 Punkte. Die unternehmerischen Einschätzungen bleiben allerdings aufgrund der Preiseffekte und der Unsicherheiten des Iran-Krieges skeptisch.

Im Einzelhandel stieg der WIFO-Konjunkturklimaindex zuletzt deutlich an: Juli -5,7 Punkte gegenüber Juni -11,5 Punkte. Sowohl die aktuelle Lageeinschätzung als auch die Erwartungen für die kommenden Monate verbesserten sich. Bei den Konsumenten hat sich das Stimmungsbild ebenfalls verbessert, eine breite Belebung der tatsächlichen Konsumnachfrage ist daraus bislang jedoch nicht entstanden.

WIFO-Experte Bierbaumer fasst die Entwicklung zusammen: „Im Einzelhandel ist der WIFO-Konjunkturklimaindex zuletzt deutlich gestiegen und hat damit den Pessimismus der vergangenen Monate nahezu wettgemacht. Sowohl die aktuelle Lageeinschätzung als auch die Erwartungen für die kommenden Monate haben sich verbessert. Auch bei den Konsumentinnen und Konsumenten hat sich das Stimmungsbild aufgehellt. Die hohen Preissteigerungen belasten jedoch weiterhin die verfügbaren Einkommen, weshalb sich die private Konsumnachfrage weiterhin verhalten entwickeln dürfte“.

Sommerhitze bremst Non-Food zusätzlich

Die ersten Indikatoren für Juli deuten nicht auf eine kräftige Belebung des Konsums hin. Neben geopolitischen Unsicherheiten und gestiegenen Energiepreisen war der außergewöhnlich heiße und trockene Sommer aus Sicht des Handels für einzelne Non-Food-Segmente belastend.

Der Report nennt als konkretes Beispiel den Modehandel: Lang anhaltende Hitzeperioden können den Saisonwechsel verzögern und damit den Kauf von Übergangs- und Herbstware hinauszögern. Diese saisonalen Effekte treffen das Non-Food-Geschäft zusätzlich zu den anderen Belastungsfaktoren.

WIFO erwartet nur verhaltene Konsumentwicklung, Sparquote geht zurück

Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das WIFO ein reales Wirtschaftswachstum von +0,9% und für 2027 von +1,1%. Die privaten Konsumausgaben dürften sowohl 2026 als auch 2027 lediglich um +0,4% real zulegen.

Für den Handel prognostiziert das WIFO eine Ausweitung der realen Wertschöpfung um +0,3% in 2026 und um +1,0% in 2027. Gleichzeitig dürften die Lohnsteigerungen pro Kopf 2026 gut drei Viertelprozentpunkte unter der Inflationsrate bleiben; der dadurch entstehende Realeinkommensverlust werde laut Report teilweise durch einen Rückgang der Sparquote von 9,9% auf 8,7% ausgeglichen.

Rainer Will kommentiert abschließend: „Wenn die Bevölkerung ihre Sparquote reduzieren muss, um den Konsum aufrechtzuerhalten und laufende Kosten zu decken, kann von einer nachhaltigen Konsumerholung noch keine Rede sein. Entscheidend ist jetzt, die Verunsicherung zu reduzieren, Kaufkraft zu stabilisieren und die Kostenbelastung für Haushalte und Betriebe zu senken. Österreich braucht weniger Bürokratie, mehr Planungssicherheit und eine konsequente Entlastung des Wirtschaftsstandorts“.

Begriffe im Konjunkturreport erklärt

WIFO: Das Wirtschafts- und Forschungsinstitut (WIFO) erstellt laut Aussendung quartalsweise den Konjunkturreport Einzelhandel im Auftrag des Handelsverbands. Das Institut liefert darin Kennzahlen zur wirtschaftlichen Entwicklung und zur Stimmung von Unternehmen und Konsumenten.

Handelsverband: Der Handelsverband wird in der Aussendung als freiwillig, überparteilich und unabhängig bezeichnet und ist Auftraggeber des WIFO-Reports für den Einzelhandel.

WIFO-Konjunkturklimaindex: Der Index fasst nach dem Report unternehmerische Lageeinschätzung und Erwartungen zusammen und wird zur Beurteilung der Stimmungsentwicklung in der Volkswirtschaft und im Einzelhandel herangezogen.

Kalenderbereinigte Umsätze: Im Report werden Umsätze kalenderbereinigt angegeben; das bedeutet, saisonale und kalenderbedingte Effekte werden berücksichtigt, um Vergleichbarkeit zwischen Perioden zu erhöhen.

Sparquote: Im Report bezeichnet die Sparquote den Anteil des Einkommens, der nicht für Konsum ausgegeben wird; eine sinkende Sparquote kann laut WIFO zur Aufrechterhaltung des Konsums beitragen, wenn Realeinkommen belastet sind.

Welche Entwicklungen der WIFO-Handelsreport nennt

  • Nominale Umsatzsteigerung im Einzelhandel im 1. Halbjahr: +2,1% (kalenderbereinigt).
  • Reales Umsatzwachstum im Einzelhandel im 1. Halbjahr: +0,1%.
  • Inflation: Rückgang von 3,2% im Juni auf 2,8% im Juli; Nahrungsmittelpreise trugen etwa zur Hälfte des Rückgangs bei.
  • Beschäftigung im Einzelhandel im Juli: 332.087 Beschäftigte; rund 5.300 mehr als zu Jahresbeginn; offene Stellen 9.124.
  • Insolvenzen Q2/2026: 960 eröffnet, -7,6% gegenüber Vorjahresquartal; Handel: 151 Fälle (eingeschränkter Vorjahresvergleich wegen Systemumstellung).
  • Prognose WIFO: reales BIP 2026 +0,9%, 2027 +1,1%; private Konsumausgaben 2026 und 2027 jeweils +0,4% real.

FAQ zum WIFO-Konjunkturreport Einzelhandel

1. Warum hat die Konsumerholung im 2. Quartal nachgelassen?

Der Report nennt als zentrale Belastungsfaktoren den deutlich gestiegenen Erdölpreis infolge des Iran-Krieges und die damit verbundene geopolitische Verunsicherung. Diese Effekte haben laut WIFO die konjunkturelle Erholung unterbrochen; zusätzlich wird eine träge Konsumnachfrage der privaten Haushalte berichtet.

2. Wie stark fiel das Umsatzwachstum im Einzelhandel aus?

Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die Umsätze im Einzelhandel kalenderbereinigt nominal um +2,1%. Preisbereinigt blieb jedoch nur ein reales Wachstum von +0,1% übrig, was der Aussendung zufolge de facto einer Stagnation entspricht.

3. Welche Rolle spielten Lebensmittelpreise und Mehrwertsteuer?

Die Inflationsrate sank im Juli auf 2,8% (Juni 3,2%). Rund die Hälfte dieses Rückgangs ist laut Statistik Austria auf sinkende Nahrungsmittelpreise zurückzuführen. Die Aussendung nennt außerdem die Senkung der Mehrwertsteuer für Grundnahrungsmittel von 10% auf 4,9% mit 1. Juli und teilt mit, dass diese Senkung vom Lebensmitteleinzelhandel wie versprochen vollumfänglich an die Konsument weitergegeben worden sei.

4. Wie ist die Lage am Arbeitsmarkt im Einzelhandel?

Im Juli waren 332.087 Personen im Einzelhandel beschäftigt, rund 5.300 mehr als zu Jahresbeginn. Gegenüber dem Vorjahr liegt die Beschäftigung leicht im Minus (-0,3%), der Rückgang hat sich aber deutlich abgeschwächt. Gleichzeitig waren 9.124 offene Stellen im Einzelhandel nicht zeitnah zu besetzen.

5. Was sagt der Report zur Insolvenzentwicklung?

Österreichweit wurden im zweiten Quartal 2026 insgesamt 960 Insolvenzen eröffnet, das sind 7,6% weniger als im Vorjahresquartal. Im Handel wurden 151 Fälle gemeldet. Die Aussendung weist darauf hin, dass eine Systemumstellung einen direkten Vorjahresvergleich für den Handel nur eingeschränkt aussagekräftig macht.

6. Wo finde ich den vollständigen Konjunkturreport?

Der vollständige Konjunkturreport Einzelhandel ist laut Aussendung auf der Website des Handelsverbands verfügbar. Der Report wird dort im Original bereitgestellt.

Quellen und Kontakt

Quelle: Handelsverband, Konjunkturreport Einzelhandel (WIFO im Auftrag des Handelsverbands). Den vollständigen Report stellt der Handelsverband bereit: WIFO-Konjunkturreport Einzelhandel (Handelsverband)

Kontakt Handelsverband:

Mag. Gerald Kühberger, MA, Pressesprecher — Telefon: +43 (1) 406 22 36 77, E-Mail: gerald.kuehberger [at] handelsverband.at

Mag. Manuel Friedl, Senior Communications Manager — Telefon: +43 (1) 406 22 36 80, E-Mail: manuel.friedl [at] handelsverband.at

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Grundlage: Presseaussendung von Handelsverband, verbreitet über APA-OTS. Originalfassung: www.ots.at

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