Technologie

Deutscher Umweltpreis 2026: Verheyen und Vossenkaul

Festakt am 25. Oktober in Aachen; Preisgeld 500.000 Euro; Bundespräsident Steinmeier übergibt

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Aussender: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)
3. September 2026

Die DBU zeichnet Roda Verheyen und Klaus Vossenkaul mit dem Deutschen Umweltpreis 2026 (500.000 Euro) aus. Verleihung am 25. Oktober in Aachen.

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hat den Deutschen Umweltpreis 2026 an Roda Verheyen und Klaus Vossenkaul vergeben. Das Preisgeld beträgt insgesamt 500.000 Euro. Die Auszeichnung wird, wie die DBU mitteilt, am Sonntag, 25. Oktober, beim Festakt in Aachen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreicht.

In der Begründung der DBU hebt Generalsekretär Alexander Bonde die Pionierleistung beider Preisträger hervor: Verheyen und Vossenkaul leisteten "innovative Pionierarbeit und bringen den Umweltschutz voran". Die DBU verweist dabei auf unterschiedliche Arbeitsfelder: Verheyen werde für ihren Einsatz in Fragen der Klimagerechtigkeit genannt, Vossenkaul für seine Entwicklungen in der Abwasserreinigung und seine Rolle als Unternehmer und Gründer von Membion.

Deutscher Umweltpreis 2026: Verleihung und Formalia

Der Deutsche Umweltpreis der DBU zählt laut Aussendung zu den höchstdotierten Umweltauszeichnungen Europas. Er wird 2026 zum 34. Mal verliehen. Die DBU nennt als Termin den 25. Oktober; der Festakt findet in Aachen statt, und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übernimmt die Übergabe der Ehrung.

Die DBU beschreibt das Auswahlverfahren in der Hintergrundinformation: Für Vorschläge an die DBU sind etwa Arbeitgeberverbände, Gewerkschaften, Kirchen, Umwelt- und Naturschutzverbände, wissenschaftliche Vereinigungen, Forschungsgemeinschaften, Medien, das Handwerk und Wirtschaftsverbände berechtigt. Selbstvorschläge sind nicht möglich. Eine vom DBU-Kuratorium ernannte Jury unabhängiger Fachleute empfiehlt die Preisträger, die endgültige Entscheidung trifft das DBU-Kuratorium.

Membion und die Membranfilter-Technologie

Klaus Vossenkaul ist Gründer und Geschäftsführer der Firma Membion. Seinen Betrieb beschreiben die DBU-Unterlagen als 2012 buchstäblich als Garagenfirma entstanden; heute arbeiteten dort 40 Mitarbeiter. Sitz des Unternehmens ist ein altes Haus in Roetgen mit einer kleinen Halle, die früher eine Weberei war.

Vossenkaul und sein Mitstreiter, Verfahrenstechnik-Ingenieur Dirk Volmering, hätten in den ersten Jahren ausschließlich an der Weiterentwicklung der Membranbioreaktoren (MBR)-Technologie gearbeitet. Die DBU-Aussendung beschreibt das Ergebnis als ein energieeffizientes und platzsparendes Reinigungssystem mit Hohlfasermembranfiltern. Diese Filter werden in der Meldung als dünne Röhrchen beschrieben, die aus dem Klärschlamm kristallklares Wasser filtrieren; sie "sehen aus wie Spaghetti, sind hohl wie Makkaroni und etwa 1,60 Meter lang".

Begründung der DBU: Zitate von Generalsekretär Alexander Bonde

Zur Würdigung der beiden Preisträger führt DBU-Generalsekretär Alexander Bonde in der Aussendung mehrere Aussagen an. Zu Verheyen sagt Bonde, sie setze sich "seit Jahren für Klimagerechtigkeit" ein und "gibt Betroffenen des Klimawandels eine Stimme." Zur Rolle von Vossenkaul erklärt Bonde, er habe als Unternehmer "mit Mut, Beharrlichkeit und Innovationskraft Lösungen gefunden, um die lebenswichtige Ressource Wasser besser zu schützen" und ihm sei "ein ganz wichtiger Schritt in der Abwasserreinigung gelungen". Als Mitgründer früherer Firmen bringe er zudem "umfangreiche Expertise" mit.

Bonde wird in der Meldung weiter mit der Aussage zitiert: "Das ist GreenTech made in Germany und hat das Zeug zum Exportschlager." Die DBU nennt in diesem Zusammenhang konkrete Einsatzorte und Zahlen, auf die sich diese Einschätzung beziehe.

Konkrete Technikdetails und Einsätze laut DBU

Die Aussendung nennt mehrere technische Details: Hohlfasermembranfilter mit feinen Poren sollen problematische Stoffe wie Mikroplastik, Krankheitserreger und multiresistente Keime aus dem Abwasser filtern. Ein früherer Hemmschuh für Membranfilter-Technologie sei laut DBU der zu hohe Energieverbrauch für die Spülung der Membranen gewesen; Vossenkaul habe die Technologie so verbessert, dass sie nach DBU-Angaben nun auch kostenmäßig konkurrenzfähig sei.

Membion-Technologie werde bereits in der Industrie eingesetzt, etwa beim weltweit größten Pommes-Produzenten McCain, und sei Herzstück von Deutschlands größter Membran-Kläranlage, "die derzeit in Wolfsburg-Stahlberg entsteht". In Wolfsburg sollen laut Aussendung künftig 3000 Fußelemente eingesetzt werden; in einem Fußelement seien mehr als 1600 "Makkaroni"-Membranen verankert. Die Spülung der Membranen erfolge in einem Luftschwall durch den sogenannten "JetSplash" (Wasserspritzer), eines von Vossenkauls 28 Patenten.

Regulatorischer Kontext: Kommunalabwasser-Richtlinie (KARL)

Die DBU-Aussendung verweist auf die Kommunalabwasser-Richtlinie (KARL) der EU: Diese verlange laut Meldung bis Ende Juli 2027 für Anlagen ab bestimmter Größe oder in Risikogebieten eine zusätzliche vierte Reinigungsstufe gegen Mikroschadstoffe. Die DBU stellt diese Frist und Forderung als Hintergrund für mögliche Umrüstungen in deutschen Kläranlagen dar; bundesweit gebe es rund 8700 Kläranlagen, und "Hunderte" stünden vor einem solchen Umbruch, so die Mitteilung.

Vossenkaul sehe sich laut Aussendung dafür gerüstet: mit einer vollautomatisierten Membranproduktion und einem Modulsystem, dessen Elemente sich leicht ineinanderstecken lassen. Die Meldung beschreibt die Fußelemente als in geschlossenen mannshohen Gehäusen eingetaucht im Schlamm der Kläranlage schwebend, vergleichbar mit Seegras.

Roda Verheyen: Juristische Arbeit für Klima und Umwelt

Roda Verheyen wird in der DBU-Mitteilung als Hamburger Umweltjurist bezeichnet. Die DBU schreibt, Verheyen engagiere sich seit mehr als zwei Jahrzehnten dafür, rechtliche Vorgaben zum Schutz von Klima und Umwelt durchzusetzen. Nach Angaben in der Aussendung wendet sie abstrakte Regeln aus nationalem und internationalem Recht auf konkrete Fälle an "und macht sie so wirksam".

Die DBU hebt hervor, Verheyen verschaffe Menschen Gehör, die von Klimafolgen betroffen seien, und trage dazu bei, die Rechte künftiger Generationen zu wahren. Bonde wird mit den Worten zitiert: "Sie hat entscheidend mitgeholfen, dass Gerichte Umwelt- und Klimaaspekte angemessen berücksichtigen können." In der Meldung wird Verheyen außerdem als "hervorragende Kommunikatorin" bezeichnet, die komplexe Sachverhalte einer breiten Öffentlichkeit vermittle.

Begriffserklärungen: Membranbioreaktor, JetSplash, KARL, DBU

Membranbioreaktor (MBR): In der Aussendung wird MBR-Technologie als ein System beschrieben, bei dem biologische Reinigung und Membranfiltration kombiniert sind. Membranen trennen Feststoffe und bestimmte Schadstoffe, wobei die DBU-Meldung Hohlfasermembranen als eingesetzte Bauform nennt.

Hohlfasermembranen: Laut Meldung sind das dünne, hohle Röhrchen, etwa 1,60 Meter lang, die "aus dem Klärschlamm kristallklares Wasser filtrieren". Die Meldung vergleicht ihr Aussehen mit Spaghetti und Makkaroni und nennt als Filterwirkung das Abscheiden von Mikroplastik, Krankheitserregern und multiresistenten Keimen.

JetSplash: So nennt die DBU-Aussendung die von Vossenkaul patentierte Spültechnik, beschrieben als sekundenschnelle Spülung in einem Luftschwall, die in der Meldung als eines von 28 Patenten Vossenkauls bezeichnet wird.

Kommunalabwasser-Richtlinie (KARL): Die DBU verweist auf diese EU-Richtlinie und gibt die Frist "bis Ende Juli 2027" wieder, innerhalb der Anlagen ab bestimmter Größe oder in Risikogebieten eine zusätzliche vierte Reinigungsstufe gegen Mikroschadstoffe einbauen müssen.

FAQ zum Deutschen Umweltpreis 2026 und den Preisträgern

Wer erhält den Deutschen Umweltpreis 2026?
Die DBU vergibt den Preis an Roda Verheyen und Klaus Vossenkaul. Die Aussendung nennt beide namentlich und beschreibt ihre jeweiligen Tätigkeitsfelder: Verheyen als Umweltjurist, Vossenkaul als Membranfilter-Ingenieur und Gründer von Membion.

Wann und wo wird der Preis überreicht?
Der Festakt findet laut DBU am Sonntag, 25. Oktober, in Aachen statt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird die Ehrung übergeben, so die Mitteilung.

Wie hoch ist das Preisgeld?
Der Deutsche Umweltpreis ist mit insgesamt 500.000 Euro dotiert, teilt die DBU mit. Die Meldung hebt hervor, dass es sich um eine der höchstdotierten Umweltauszeichnungen in Europa handelt.

Was zeichnet die Technologie von Membion aus?
Nach Angaben der DBU handelt es sich um ein energieeffizientes und platzsparendes Reinigungssystem mit Hohlfasermembranfiltern. Die Meldung nennt den Einsatz in Industrieanlagen, die Rolle beim Bau einer großen Membran-Kläranlage in Wolfsburg-Stahlberg und die Patenttechnologie "JetSplash" für die Membranspülung.

Worin besteht Verheyens Beitrag laut DBU?
Die DBU beschreibt Verheyen als jemanden, der rechtliche Vorgaben zum Schutz von Klima und Umwelt durchsetzt, abstrakte Regeln auf konkrete Fälle anwendet und Menschen Gehör verschafft, die von Klimafolgen betroffen sind. Bonde wird mit der Aussage zitiert, Verheyen habe "entscheidend mitgeholfen, dass Gerichte Umwelt- und Klimaaspekte angemessen berücksichtigen können."

Wie wurden die Preisträger ausgewählt?
Die Aussendung erklärt, dass Vorschläge für den Deutschen Umweltpreis von bestimmten Organisationen gemacht werden können; Selbstvorschläge seien nicht möglich. Eine vom DBU-Kuratorium ernannte Jury von Fachleuten empfehle Preisträger, das DBU-Kuratorium treffe die endgültige Entscheidung.

Quellen und Kontakt

Kontakt laut Aussendung: Klaus Jongebloed, Pressesprecher. Adresse: An der Bornau 2, 49090 Osnabrück. Telefon: 0541|9633-521, Mobil: 0171|3812888. E-Mail: presse[at]dbu.de.

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Grundlage: Presseaussendung von Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), verbreitet über APA-OTS. Originalfassung: www.ots.at

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