BMF warnt vor gefälschten E-Mails zur Familienbeihilfe
Gefälschte Nachrichten im Namen des BMF fordern zur Datenüberprüfung auf und verweisen auf manipulierte Webseiten
Das Bundesministerium für Finanzen warnt vor betrügerischen E-Mails, die zur Übermittlung persönlicher Daten und Onlinebanking-Zugangsdaten verleiten.
Das Bundesministerium für Finanzen (BMF) hat eine Warnung vor gefälschten E-Mail-Nachrichten veröffentlicht, die im Namen der österreichischen Finanzverwaltung an Bürger versendet werden. In den betrügerischen Nachrichten wird behauptet, dass aufgrund eines angeblichen Missbrauchs persönlicher Daten Probleme bei der Auszahlung der Familienbeihilfe aufgetreten seien; Empfänger werden dazu aufgefordert, persönliche Daten und hinterlegte Kontoinformationen zu überprüfen.
Die E-Mails enthalten einen Link mit der Aufforderung „Jetzt Daten überprüfen und sichern“. Laut BMF führt dieser Link zu einer gefälschten Webseite, auf der persönliche Informationen sowie Onlinebanking-Zugangsdaten abgegriffen werden sollen. Das Ministerium betont, dass es sich bei den versendeten Nachrichten und den verlinkten Webseiten um Fälschungen handelt.
BMF-Warnung zu gefälschten E-Mails zur Familienbeihilfe
Das BMF weist darauf hin, dass Internetbetrüger laufend versuchen, über verschiedene Kommunikationskanäle an persönliche Daten zu gelangen. Neben E-Mail-Nachrichten nennt das Ministerium ausdrücklich SMS, Messenger-Dienste, Telefonanrufe, Social Media sowie gefälschte Webseiten als genutzte Kanäle.
In den konkret beschriebenen E-Mails wird behauptet, finanzielle Leistungen für Familien seien aufgrund angeblichen Datenmissbrauchs an fremde Konten überwiesen worden. Deshalb werden die Empfänger aufgefordert, ihre Angaben zu prüfen und zu bestätigen; die Nachricht droht, dass künftige Überweisungen nicht mehr garantiert werden könnten, falls die Angaben nicht bestätigt würden.
Wie die gefälschte Nachricht aufgebaut ist
Das BMF dokumentiert in der Warnung ein Beispiel einer solchen Nachricht. Darin heißt es unter anderem „Wichtiger Hinweis zur Sicherheit Ihrer Daten“ und „In den letzten Wochen haben wir leider eine Zunahme von Fällen festgestellt, bei denen persönliche Daten missbraucht wurden, um staatliche Unterstützungsleistungen für Familien unrechtmäßig zu beantragen oder umzuleiten.“
Im Beispieltext wird weiter ausgeführt, dass finanzielle Hilfe an fremde Konten überwiesen worden sei und mehrere berechtigte Haushalte ihre Zahlungen nicht erhalten hätten. Die Nachricht fordert zur sofortigen Überprüfung persönlicher Daten und Kontoinformationen auf und verweist auf einen Link mit dem Text „[Jetzt Daten überprüfen und sichern]“, der angeblich bis Monatsende gültig sei.
Das BMF dokumentiert den Wortlaut des Beispiels in seiner Aussendung. Auszug aus dem Beispiel:
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Wichtiger Hinweis zur Sicherheit Ihrer Daten
Liebe Nutzerin, lieber Nutzer,
In den letzten Wochen haben wir leider eine Zunahme von Fällen festgestellt, bei denen persönliche Daten missbraucht wurden, um staatliche Unterstützungsleistungen für Familien unrechtmäßig zu beantragen oder umzuleiten.
Konkret haben wir beobachtet, dass in einigen Fällen die finanzielle Hilfe an fremde Konten überwiesen wurde. Dies hatte zur Folge, dass mehrere berechtigte Haushalte die ihnen zustehenden Zahlungen in diesem Monat nicht erhalten haben.
Um weitere Unregelmäßigkeiten zu verhindern, bitten wir Sie: Bitte überprüfen Sie noch heute Ihre persönlichen Daten und Ihre hinterlegten Kontoinformationen. Sollten Ihre Angaben unvollständig sein oder nicht bis zum Ende dieser Woche bestätigt werden, können wir die künftigen Überweisungen leider nicht mehr garantieren.
Die Überprüfung dauert nur wenige Minuten und hilft uns, Ihre Ansprüche effektiv zu schützen. Bitte nutzen Sie den folgenden Link, um den Vorgang abzuschließen:
[Jetzt Daten überprüfen und sichern]
Dieser Link ist für Sie persönlich bestimmt und bis zum Monatsende gültig.
Bundesministerium für Finanzen, Wien
Dies ist eine automatische Nachricht.
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Welche Daten die Fälschungswebseite abfragt
Laut BMF fragt die verlinkte Webseite zunächst persönliche Informationen ab, darunter Name, E-Mail-Adresse, Geburtsdatum, Telefonnummer und Anschrift. Danach sollen Nutzer ihre Bank auswählen; anschließend wird ein vermeintliches Login-Fenster des jeweiligen Bankinstituts angezeigt.
Das erklärte Ziel der Täter ist es, auf diesem Weg auch Zugangsdaten für das Onlinebanking abzugreifen. Das BMF warnt ausdrücklich davor, den Anweisungen solcher Nachrichten zu folgen oder persönliche Daten weiterzugeben.
- Name
- E-Mail-Adresse
- Geburtsdatum
- Telefonnummer
- Anschrift
- Auswahl der Bank und Eingabe von Onlinebanking-Zugangsdaten
Amtssignatur, FinanzOnline und Watchlist Internet erklärt
In seiner Aussendung weist das BMF darauf hin, dass Informationen des Ministeriums grundsätzlich in Form von digital signierten Bescheiden erfolgen und per Post oder in die FinanzOnline Databox zugestellt werden. Im Folgenden werden diese Begriffe neutral erläutert.
Amtssignatur: Die Amtssignatur ist ein Echtheitsmerkmal für elektronische Bescheide und Dokumente, mit dem die Herkunft und Unverfälschtheit amtlicher Schreiben technisch nachgewiesen werden kann. Das BMF verweist auf Informationen zur Amtssignatur auf seiner Webseite.
FinanzOnline Databox: Die FinanzOnline Databox ist ein elektronischer Zustellkanal, über den digital signierte Bescheide und Nachrichten der Finanzverwaltung an Nutzer gelangen können. Das BMF nennt die Zustellung per Post oder in die FinanzOnline Databox als die üblichen Wege für amtliche Informationen.
Verifizierung amtssignierter Schriftstücke: Auf der BMF-Webseite sind laut Aussendung Hinweise zur Verifizierung amtssignierter Schriftstücke verfügbar; damit können Empfänger prüfen, ob ein Dokument tatsächlich amtlich signiert ist.
Watchlist Internet: Das BMF nennt die unabhängige Informationsplattform Watchlist Internet als Quelle für detaillierte Warnmeldungen zu aktuellen Betrugsmaschen im Namen des BMF.
Empfohlene Schritte laut BMF
Das BMF gibt in der Aussendung konkrete Handlungsanweisungen, die sich aus den veröffentlichten Empfehlungen ergeben. Das Ministerium rät explizit:
- Folgen Sie in keinem Fall den Anweisungen der betrügerischen Nachrichten.
- Geben Sie niemals persönliche Daten wie Passwörter, Kreditkartendaten oder Kontoinformationen bekannt.
- Klicken Sie in Nachrichten keinesfalls auf darin enthaltene Links oder Dateien.
- Das BMF empfiehlt, solche Nachrichten sofort zu löschen und solche Anrufe sofort zu beenden.
- Hinterfragen und prüfen Sie stets die Plausibilität und Echtheit solcher Nachrichten und Anrufe.
- Eruieren Sie im Zweifel immer die offizielle Telefonnummer der vermeintlichen Stelle und führen Sie einen Rückruf durch.
Bekannte Maschen im Namen der Finanzverwaltung
Das BMF listet mehrere bekannte Vorgehensweisen auf, mit denen Internetbetrüger vorgehen. Zu den genannten Maschen zählen unter anderem Benachrichtigungen über anstehende Steuerrückzahlungen und Rückerstattungen sowie Hinweise auf offene Forderungen und drohende Pfändungen.
Weitere genannte Täuschungsformen betreffen angebliche verdächtige Anmeldeversuche oder notwendige Aktualisierungen bei FinanzOnline, erforderliche Überprüfungen zusätzlicher Verpflichtungen sowie Aufforderungen zur Übermittlung von Informationen rund um Krypto-Vermögen.
- anstehende Steuerrückzahlungen und Rückerstattungen
- offene Forderungen und drohende Pfändungen
- verdächtige Anmeldeversuche und notwendige Aktualisierungen bei FinanzOnline
- erforderliche Überprüfungen zusätzlicher Verpflichtungen
- notwendige Übermittlung von Informationen rund um Krypto-Vermögen
FAQ zur Warnung des BMF
Ist die Benachrichtigung per E-Mail tatsächlich vom BMF?
Laut BMF handelt es sich bei den beschriebenen E-Mails und verlinkten Webseiten um Fälschungen. Amtliche Informationen des Ministeriums erfolgen demnach grundsätzlich in Form von digital signierten Bescheiden und werden per Post oder in die FinanzOnline Databox zugestellt.
Was soll ich tun, wenn ich eine solche Nachricht erhalten habe?
Das BMF empfiehlt, den Anweisungen in betrügerischen Nachrichten nicht zu folgen, niemals persönliche Daten wie Passwörter oder Kontoinformationen preiszugeben, und keine Links oder Dateien in der Nachricht zu öffnen. Weiter rät das Ministerium, die Nachricht sofort zu löschen oder einen Anruf zu beenden.
Wie kann ich prüfen, ob ein Dokument wirklich vom BMF stammt?
Nach Angaben des BMF werden amtliche Bescheide digital signiert; Informationen zur Amtssignatur und zur Verifizierung amtssignierter Schriftstücke sind auf der Webseite des Ministeriums verfügbar. Die Zustellung erfolgt demnach per Post oder in die FinanzOnline Databox.
Welche Daten fragen die Täter auf der gefälschten Webseite ab?
Das BMF nennt exemplarisch, dass auf der gefälschten Seite Name, E-Mail-Adresse, Geburtsdatum, Telefonnummer und Anschrift abgefragt werden. Anschließend sollen Nutzer ihre Bank auswählen, woraufhin ein vermeintliches Login-Fenster angezeigt wird, mit dem Onlinebanking-Zugangsdaten erbeutet werden sollen.
Wo finde ich aktuelle Warnmeldungen zu Betrugsversuchen im Namen des BMF?
Das BMF verweist auf die unabhängige Informationsplattform Watchlist Internet für detaillierte Warnmeldungen zu aktuellen Betrugsmaschen im Namen des Ministeriums. Dort sind laut Aussendung laufend Hinweise gesammelt.
Gibt das BMF per E-Mail oder Telefon Kontodaten an?
Das BMF erklärt, dass es Bürger und Unternehmer niemals zur Übermittlung von persönlichen Daten wie Passwörtern, Kreditkartendaten oder Kontoinformationen auffordert. Deshalb sollten entsprechende Anfragen als mit hoher Wahrscheinlichkeit betrügerisch eingestuft werden.
Quellen und Kontakt
Die Warnung wurde vom Bundesministerium für Finanzen herausgegeben. Weitere Informationen und der Folder "Vorsicht Betrug! Geben Sie Internetbetrügern keine Chance" stehen laut Aussendung auf der BMF-Webseite zum Download bereit.
Weiterführende Links und Kontakt:
- http://www.bmf.gv.at
- Watchlist Internet
- Folder „Vorsicht Betrug! Geben Sie Internetbetrügern keine Chance“ (PDF, 3 MB)
Kontakt Pressestelle: Bundesministerium für Finanzen, Pressestelle, Telefon: (+43 1) 514 33 501 031, E-Mail: bmf-presse [at] bmf.gv.at, Adresse: Johannesgasse 5, 1010 Wien.
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Grundlage: Presseaussendung von Bundesministerium für Finanzen, verbreitet über APA-OTS. Originalfassung: www.ots.at
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