BILLA und Die Tafel: Wien startet Fleischspendenprojekt
Seit 1. September geben 30 BILLA und 10 BILLA PLUS Märkte in Wien Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch an Sozialeinrichtungen weiter
Pilotprojekt von Die Tafel Österreich, BILLA und der Lebensmittelbehörde: Testbetrieb seit April 2025, Ausrollung ab 1.9.2026 auf 40 Märkte in Wien.
Seit 1. September 2026 haben 30 BILLA- und 10 BILLA PLUS-Märkte in Wien begonnen, Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch aus dem Selbstbedienungsbereich an karitative Organisationen weiterzugeben. Das Projekt wurde laut Aussendung von Die Tafel Österreich in Zusammenarbeit mit BILLA und der Lebensmittelbehörde als Pilot entwickelt; ein Testbetrieb lief bereits seit April 2025.
Die Ausrollung ist auf drei Monate angelegt und erweitert den Umfang gegenüber der Testphase: Statt zuvor fünf BILLA- und drei BILLA PLUS-Märkte beteiligen sich nun 40 Märkte in Wien. In der Testphase konnten nach Angaben der Beteiligten mehr als zwei Tonnen Frischfleisch an karitative Einrichtungen weitergegeben werden.
Frischfleischspenden: Ausweitung von 8 auf 40 Märkte
Die Testphase begann im April 2025 in Wien; damals spendeten fünf BILLA- und drei BILLA PLUS-Märkte frisches Fleisch an karitative Einrichtungen wie das Häferl der Stadtdiakonie Wien im 6. Bezirk. Mit der Ausweitung auf 30 BILLA- und 10 BILLA PLUS-Märkte wurde das Projekt am 1. September 2026 für drei Monate großflächig in Wien gestartet.
Nach Angaben der Aussendung wurden im Testbetrieb bereits mehr als zwei Tonnen Frischfleisch weitergegeben. Gespendet wird demnach ausschließlich Fleisch am Tag des Verbrauchsdatums und ausschließlich Fleisch aus dem Selbstbedienungsbereich, das unter sterilen Bedingungen abgepackt wurde. Besonders sensible Produkte wie Faschiertes oder Innereien sind vom Projekt ausgenommen.
Die Rolle von Die Tafel Österreich, BILLA und der Lebensmittelbehörde
Die Tafel Österreich hat laut Mitteilung zusammen mit BILLA und der Lebensmittelbehörde einen praxistauglichen Prozess zur Weitergabe von Frischfleisch erarbeitet. Die Tafel Österreich stellt demnach Know-how aus 27 Jahren karitativer Lebensmittelweitergabe sowie einen Leitfaden zur sicheren Weitergabe von Fleisch für Sozialeinrichtungen zur Verfügung.
BILLA beschreibt in der Aussendung mehrere Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung, die vom bedarfsgerechten Bestellen in den Märkten bis zu Kooperationen mit karitativen Einrichtungen reichen. Für das Jahr 2025 wird in der Meldung angegeben, dass BILLA und BILLA PLUS über 23 Mio. Mahlzeiten-Äquivalente gespendet haben.
Wie der Prozess der Weitergabe organisiert ist
Die Abholung der gespendeten Ware wird laut Aussendung von Die Tafel Österreich und den karitativen Einrichtungen organisiert; die Abholung erfolgt entweder in Kühlwägen oder in Kühlboxen, um die Kühlkette einzuhalten. Die Sozialeinrichtung entscheidet dem Text zufolge, ob sie die Ware vor Erreichen des Verbrauchsdatums verkocht, 1:1 weitergibt oder tiefkühlt.
Zur besonderen Handhabung von Geflügel heißt es in der Meldung: "Aus Gründen der Lebensmittelsicherheit wird dieses nur weitergegeben, wenn es noch am Tag des Verbrauchsdatums vollständig durcherhitzt oder verkocht wird." Die Aussendung betont weiterhin, dass Lebensmittelsicherheit oberste Priorität hat.
Begriffe und Verfahren erklärt
Selbstbedienungsbereich
Als Selbstbedienungsbereich bezeichnet die Meldung jene Verkaufsfläche, in der Fleischstücke verpackt und zur unmittelbaren Entnahme angeboten werden. Im Projekt stammen die gespendeten Fleischstücke ausdrücklich aus diesem Bereich.
Verbrauchsdatum
Das Verbrauchsdatum ist jenes Datum, an dem ein Produkt laut Kennzeichnung spätestens konsumiert werden soll. Im Projekt wird nur Fleisch am Tag des Verbrauchsdatums gespendet.
Kühlkette
Die Kühlkette meint die durchgehende Einhaltung geeigneter Temperaturen vom Abpacken bis zur Ausgabe oder Verarbeitung. Die Tafel Österreich und die karitativen Einrichtungen organisieren die Abholung in Kühlwägen oder Kühlboxen, um diese Kette nach Angaben der Aussendung zu gewährleisten.
Digitale Tafel‑Drehscheibe
Die Aussendung nennt die digitale Tafel-Drehscheibe als Werkzeug zur Erfassung geretteter Mengen; Die Tafel Österreich stellt diese Plattform zur Verfügung und verwendet sie als Instrument für Dokumentation und Koordination.
Mahlzeiten‑Äquivalente
In der Meldung wird die Berechnung von Mahlzeiten-Äquivalenten erklärt: Das Gewicht dividiert durch 0,42 (0,42 kg entsprechen ca. 1 Mahlzeit) ergibt demnach die Anzahl der Mahlzeiten-Äquivalente.
Was die beteiligten Einrichtungen berichten
In der Aussendung zitieren die Beteiligten ihre Sicht auf das Projekt. Robert Nagele, Vorstand BILLA, wird wörtlich zitiert: "Fleisch hat eine besondere Wertigkeit, gleichzeitig gelten im Fleischbereich besonders strenge gesetzliche Vorgaben und Hygienevorschriften. Lebensmittelsicherheit hat für uns oberste Priorität – auch bei der Weitergabe von Fleisch. Der seit April 2025 laufende Testbetrieb hat bereits gezeigt, welches Potenzial in dem Projekt steckt. Schon in dieser Phase konnten mehr als zwei Tonnen Fleisch an karitative Einrichtungen weitergegeben werden. Mit der Ausrollung von bisher acht auf nun 40 Märkte erhalten noch mehr karitative Einrichtungen hochwertige Fleischprodukte."
Alexandra Gruber, Geschäftsführung Die Tafel Österreich, wird ebenfalls zitiert: "Während der Bedarf an kostenfreier Lebensmittelhilfe stark gestiegen ist, werden durch optimierte Prozesse im Handel weniger Lebensmittel überschüssig. Das ist grundsätzlich positiv, stellt uns aber vor neue Herausforderungen. Die karitative Lebensmittelweitergabe muss sich daher weiterentwickeln und wir setzen alles daran, neue Warenquellen zu erschließen. Mit BILLA als starkem Partner haben wir uns an das komplexe Thema Fleischrettung herangewagt und ein echtes Pionierprojekt auf den Weg gebracht. Damit können wir noch mehr hochwertige Lebensmittel vor dem Verlust bewahren und Menschen in schwierigen Lebenslagen unterstützen."
Zur praktischen Auswirkung auf die Versorgung des Häferl zitiert die Meldung Wilhelm Raber, Geschäftsführung Stadtdiakonie Wien: "Für Menschen, die wenig Geld haben, sind viele Lebensmittel zum Luxus geworden. Hohe Inflation und die zunehmende Vermögensungleichheit verschärfen diese Situation zusehends. Wir finden: Armut darf nicht bedeuten, dass Menschen auf eine ausgewogene und vielfältige Ernährung verzichten müssen. Mit unseren Angeboten decken wir nicht nur den Grundbedarf, sondern möchten auch Lebensfreude stiften und gelegentlich etwas Luxus bieten. Dazu gehört auch, Fleischgerichte anzubieten."
Tobias Riener, Leitung Häferl, sagt laut Aussendung: "Fleisch ist ein besonders kostbares Lebensmittel, das von unseren Besucher:innen sehr geschätzt wird. An Tagen, an denen ein Fleischgericht am Menüplan steht, servieren wir bis zu einem Viertel mehr Portionen – teilweise weit über 400 Teller. Wir sind dankbar, Teil des Projekts zu sein, das uns bereits in der Testphase mehr Flexibilität in der Menügestaltung gebracht und vielen hungrigen Menschen eine große Freude bereitet hat."
Breites Maßnahmen‑Paket zur Lebensmittelrettung bei BILLA
Die Aussendung listet mehrere Bestandteile des Engagements von BILLA gegen Lebensmittelverschwendung auf. Dazu zählen bedarfsgerechte Bestellungen in den Märkten, Kooperationen mit karitativen Einrichtungen in nahezu jedem Markt, der Verkauf von Obst & Gemüse- sowie Gebäck-Rettersackerln und die Vermarktung von optisch nicht perfekten Produkten unter der Eigenmarke "Wunderlinge".
Außerdem nennt die Meldung interne Verarbeitungen durch Mitarbeiter, die übrig gebliebene Produkte zu Smoothies, Salatbowls und weiteren Angeboten weiterverarbeiten, sowie rabattierte Angebote für Produkte mit unmittelbar bevorstehendem Ablaufdatum. Backwaren, die weder verkauft noch gespendet werden können, werden laut Aussendung gemeinsam mit dem österreichischen Futtermittelerzeuger Königshofer zu Tierfutter weiterverarbeitet.
FAQ zum Fleischspendenprojekt
Welche Märkte sind beteiligt?
Ab 1. September 2026 beteiligen sich laut Aussendung 30 BILLA- und 10 BILLA PLUS-Märkte in Wien an der Aktion. In der Testphase von April 2025 bis zur Ausrollung wirkten fünf BILLA- und drei BILLA PLUS-Märkte mit.
Welche Fleischsorten werden weitergegeben und welche nicht?
Die Meldung nennt Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch aus dem Selbstbedienungsbereich als gespendete Produkte. Besonders sensible Produkte wie Faschiertes und Innereien sind ausdrücklich vom Projekt ausgenommen.
Wann findet die Weitergabe statt?
Gespendet wird laut Aussendung ausschließlich Fleisch am Tag des Verbrauchsdatums. Geflügel wird nur weitergegeben, wenn es noch am Tag des Verbrauchsdatums vollständig durcherhitzt oder verkocht wird.
Wie wird die Abholung und Verteilung organisiert?
Die Abholung erfolgt nach Angaben der Aussendung durch Die Tafel Österreich und die karitativen Einrichtungen in Kühlwägen oder Kühlboxen, um die Kühlkette einzuhalten. Die jeweilige Sozialeinrichtung entscheidet, ob sie die Ware vor Erreichen des Verbrauchsdatums verkocht, 1:1 weitergibt oder tiefkühlt.
Welche Mengen wurden bisher erfasst?
In der Testphase konnten laut Meldung mehr als zwei Tonnen Frischfleisch weitergegeben werden. Mit der Ausweitung von acht auf 40 Märkte wird die Menge der verfügbaren Produkte nach Angaben der Beteiligten erhöht.
Wie wird Lebensmittelsicherheit berücksichtigt?
Die Aussendung betont mehrfach, dass Lebensmittelsicherheit oberste Priorität hat. Als Maßnahmen werden genannt: Spenden nur am Tag des Verbrauchsdatums, steriles Abpacken im Selbstbedienungsbereich, Ausschluss besonders sensibler Produkte sowie Abholung in gekühlten Fahrzeugen oder Boxen; Die Tafel Österreich stellt zudem einen Leitfaden zur sicheren Weitergabe von Fleisch bereit.
Quellen und Kontakt
Quelle: Die Tafel Österreich - der Verein für sozialen Transfer (Aussendung vom 2. September 2026).
Kontakt: Die Tafel Österreich, Katja Fenkart, Telefon: +436706032962, E-Mail: katja.fenkart[at]tafel-oesterreich.at. Website: https://tafel-oesterreich.at
Weitere Informationen zur Erfassung der geretteten Mengen sind laut Aussendung über die digitale Tafel-Drehscheibe von Die Tafel Österreich verfügbar.
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Grundlage: Presseaussendung von Die Tafel Österreich - der Verein für sozialen Transfer, verbreitet über APA-OTS. Originalfassung: www.ots.at
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