Begraben unter Altkleidern: Südwind erinnert an Kiteezi
Katastrophe von Kiteezi jährt sich zum zweiten Mal – Menschenrechtsorganisation fordert Maßnahmen gegen Fast Fashion
Zum zweiten Jahrestag des Kiteezi-Einsturzes erinnert Südwind an 35 Tote und über 1.000 Vertriebene und fordert Maßnahmen gegen Fast Fashion und Altkleider-Exporte.
Am 9. August 2024 stürzte ein Teil der Mülldeponie Kiteezi am Stadtrand von Kampala ein und begrub Häuser und Menschen unter sich. Nach Angaben von Südwind kamen dabei 35 Menschen ums Leben; mehr als 1.000 Personen verloren ihr Zuhause. Anlässlich des zweiten Jahrestags gedenkt die Organisation der Opfer und fordert Unternehmen sowie die Abfallwirtschaft zu mehr Verantwortung bei der Entsorgung von Altkleidung auf.
Südwind verknüpft die Katastrophe mit globalen Mustern der Textilentsorgung und nennt in seiner Aussendung konkrete Zahlen und Forderungen. Lena Gruber, Südwind-Expertin für Textillieferketten, wird in der Mitteilung mit den Worten zitiert: „Kiteezi muss ein Weckruf sein. Diese Katastrophe wurde durch die europäische Wegwerfgesellschaft mitermöglicht.“
Die Kiteezi-Deponie am 9. August 2024
Die Deponie Kiteezi dient seit Jahrzehnten als größte Mülldeponie der Hauptstadt Kampala. Nach Angaben in der Aussendung war die Anlage bereits vor dem Unglück überlastet. Nach heftigen Regenfällen Anfang August 2024 geriet ein Teil der Deponie ins Rutschen und begrub mehrere angrenzende Häuser, so Südwind.
Die Mitteilung der Organisation nennt als unmittelbare Folgen 35 Todesopfer und über 1.000 Menschen, die infolge des Einsturzes ihr Zuhause verloren haben. Südwind nutzt diese Zahlen als Anlass für Forderungen an Unternehmen, Abfallwirtschaft und politische Stellen.
Bis zu 100.000 Tonnen Altkleider aus Europa und den USA
Südwind nennt in der Aussendung eine Größenordnung der Altkleiderströme nach Uganda: Jahr für Jahr landen demnach bis zu 100.000 Tonnen Altkleider aus Europa und den USA in dem ostafrikanischen Land. Von diesen Mengen bezeichnet die Organisation rund 40 Prozent als unbrauchbaren Müll, der schließlich auf Deponien wie Kiteezi landet.
In der Mitteilung heißt es, dass die Ablagerung großer Mengen unbrauchbarer Textilien auf Deponien zu instabilen Halden führt, auf denen Methan und Giftstoffe freigesetzt werden. Diese Darstellung verbindet Südwind mit seiner Einforderung stärkerer Kontrollen und Sortierkapazitäten.
Kiteezi-Katastrophe war absehbar
Die Aussendung stellt dar, dass Anwohner seit Langem über gefährlichen Abfall und unzureichende Schutzmaßnahmen geklagt hätten. Südwind kritisiert, die vorhandenen Schutzmaßnahmen für Menschen, die in der Nähe leben oder auf der Deponie arbeiten, seien in der Regel völlig unzureichend gewesen. Vor dem Einsturz habe die Deponie bereits Anzeichen von Überlastung gezeigt.
Vor dem Hintergrund dieser Angaben fordert die Organisation Veränderungen in der Abfallwirtschaft und im Umgang mit Altkleidern. Südwind benennt dabei sowohl Maßnahmen auf nationaler Ebene als auch die Umsetzung relevanter EU-Richtlinien in Österreich.
Forderungen von Südwind: Vom Müll- zum Kreislaufsystem
In der Aussendung fordert Südwind den Ausbau von Kapazitäten für die Sortierung von Altkleidung sowie strenge Kontrollen und Sanktionen gegen Falsch-Deklaration und die illegale Ausfuhr von Müll. Die Organisation sieht die Trennung von brauchbarer Altkleidung und unbrauchbarem Textilmüll als zentrales Element einer geordneten Entsorgung.
Südwind fordert außerdem einen umfassenden Kurswechsel zur Begrenzung der Überproduktion in der Textilindustrie. Als konkretes Instrument schlägt die Organisation vor, eine Just Fashion Task Force durch die Bundesregierung einzurichten, die Ministerien, Behörden und zivilgesellschaftliche Organisationen vernetzen soll. Zudem nennt Südwind EU-Richtlinien wie Empowering Consumers for the Green Transition und den Digital Service Act als Regelwerke, deren Umsetzung in Österreich die Organisation fordert.
Begriffe: Altkleider, Falsch-Deklaration, Kreislaufsystem, Fast Fashion, Just Fashion Task Force
Altkleider: Im Kontext der Aussendung bezieht sich der Begriff auf gebrauchte Textilien, die international gehandelt und teilweise nach Uganda exportiert werden. Südwind unterscheidet zwischen brauchbarer Altkleidung und unbrauchbarem Textilmüll und benennt Mengenangaben zu den jährlichen Exportströmen.
Falsch-Deklaration: Dieser Ausdruck beschreibt in der Mitteilung das falsche Angeben des tatsächlichen Inhalts von Exportladungen, etwa die Deklaration als „gebrauchte Kleidung“, obwohl die Ladung nach Ansicht der Organisation überwiegend Müll enthält. Südwind fordert Kontrollen und Sanktionen gegen solche Praktiken.
Kreislaufsystem: Südwind verwendet den Begriff, um ein alternatives Modell zur reinen Entsorgung zu beschreiben, in dem Textilien getrennt, wiederverwendet, recycelt oder sortiert werden, statt als Müll auf Deponien zu landen. Ausbau von Sortierkapazitäten wird in der Mitteilung als Bestandteil eines solchen Systems genannt.
Fast Fashion: In der Aussendung wird Fast Fashion als ein Produktions- und Konsummodell genannt, dessen Überproduktion laut Südwind gebremst werden müsse. Die Organisation verbindet das Phänomen mit einer fragmentierten Gesetzeslage, Schlupflöchern und fehlender Haftung.
Just Fashion Task Force: Südwind beschreibt dieses vorgeschlagene Gremium als eine Vernetzung von Ministerien, Behörden und zivilgesellschaftlichen Organisationen. Ziel laut Aussendung ist es, bestehende Gesetze wirksamer zu machen, Kontrollen zu stärken, Lücken zu schließen sowie Transparenz und öffentlichen Informationszugang herzustellen.
Welche Schritte Südwind nennt
- Ausbau von Sortierkapazitäten für Altkleidung;
- Strengere Kontrollen und Sanktionen gegen Falsch-Deklaration und illegale Ausfuhr;
- Einrichtung einer Just Fashion Task Force, die verschiedene Behörden und Akteurgruppen verbindet;
- Konsequente Umsetzung relevanter EU-Richtlinien in Österreich.
Diese Aufzählung fasst die Instrumente zusammen, die Südwind in der Aussendung nennt. Benannte Akteursgruppen sind Unternehmen, die Abfallwirtschaft, Ministerien, Behörden und zivilgesellschaftliche Organisationen; die Mitteilung fordert Maßnahmen auf Ebene der Bundesregierung und die Anwendung bestehender EU-Regelwerke in Österreich.
FAQ zur Kiteezi-Katastrophe und den Südwind-Forderungen
Was geschah am 9. August 2024 in Kiteezi?
Am 9. August 2024 stürzte nach heftigen Regenfällen ein Teil der Mülldeponie Kiteezi am Stadtrand von Kampala ins Rutschen und begrub mehrere angrenzende Häuser, wie Südwind berichtet. In der Aussendung wird der Einsturz als Folge von Überlastung der Deponie und schlechter Schutzmaßnahmen beschrieben. Die Organisation nutzt das Ereignis als Anlass, um auf die Rolle internationaler Altkleiderströme hinzuweisen.
Wie viele Menschen sind laut Südwind betroffen?
Die Aussendung nennt 35 Todesopfer. Mehr als 1.000 Menschen hätten ihr Zuhause verloren, schreibt Südwind. Diese Zahlen verwendet die Organisation als Grundlage für ihr Gedenken und ihre Forderungen an Verantwortliche.
Welche Rolle spielen Altkleider bei der Katastrophe?
Südwind führt in der Mitteilung aus, dass Jahr für Jahr bis zu 100.000 Tonnen Altkleider aus Europa und den USA nach Uganda gelangen und dass davon etwa 40 Prozent unbrauchbarer Müll sind. Nach Darstellung der Organisation landen Teile dieser Mengen auf Deponien wie Kiteezi und tragen nach ihrer Darstellung zur Überlastung der Anlagen bei. Auf dieser Basis fordert Südwind strengere Kontrollen und Sortierkapazitäten.
Welche Maßnahmen fordert Südwind konkret?
Südwind fordert den Ausbau von Sortierkapazitäten, strenge Kontrollen und Sanktionen gegen Falsch-Deklaration sowie die Einrichtung einer Just Fashion Task Force, die Ministerien, Behörden und zivilgesellschaftliche Organisationen vernetzen soll. Zudem nennt die Organisation die konsequente Umsetzung bestimmter EU-Richtlinien in Österreich. Die Aussendung fasst diese Punkte als Paket von politischen und administrativen Schritten zusammen.
Welche EU-Richtlinien nennt Südwind?
In der Aussendung werden namentlich Empowering Consumers for the Green Transition und der Digital Service Act als Beispiele für EU-Regelwerke genannt, deren Umsetzung in Österreich laut Südwind erfolgen sollte. Die Organisation sieht in diesen Rechtsakten Instrumente, die für die Regulierung von Fast Fashion-Anbietern relevant sein können. Südwind fordert daher eine konsequente Anwendung dieser Richtlinien auf nationaler Ebene.
Wo gibt es weiterführende Informationen und Material?
Südwind verweist in der Mitteilung auf eine Online-Übersicht seiner Forderungen und stellt zudem Fotos der Kiteezi-Deponie und des Owino Markt in Kampala bereit. Die Organisation nennt eine Internetseite mit weiteren Informationen und einer Petition. Kontaktangaben für die Pressestelle sind ebenfalls in der Aussendung enthalten.
Quellen und Kontakt
Diese Zusammenfassung basiert auf der Aussendung von Südwind zum Jahrestag des Einsturzes der Kiteezi-Deponie. Weiterführende Informationen und die Südwind-Forderungen finden sich unter https://www.suedwind.at/aktiv-werden/petitionen/justfashion/. Fotos der Kiteezi-Deponie und des Owino Markt in Kampala sind laut Aussendung hier verfügbar: https://drive.google.com/drive/folders/1uEANZJ0nnjUpAMD4VfBDF0G3l5CoUmQq?usp=sharing.
Kontakt bei Südwind: Stefanie Marek, Pressesprecherin Südwind, Telefonnummer +43 (0)680 1583016, Webseite: http://www.suedwind.at. E-Mail: stefanie.marek [at] suedwind.at
KI-bearbeitet. Dieser Beitrag wurde KI-gestützt auf Basis fremder Quellen erstellt und gibt deren Originaltext nicht unverändert wieder. Er wurde vor der Veröffentlichung nicht von einem Menschen geprüft. Für diese Fassung verantwortlich: AdSimple GmbH.
Grundlage: Presseaussendung von Südwind, verbreitet über APA-OTS. Originalfassung: www.ots.at
Der Text wurde gegenüber der Originalaussendung bearbeitet. Die inhaltliche Verantwortung für die Originalfassung liegt beim Aussender, für diese bearbeitete Fassung bei AdSimple GmbH. (C) Copyright APA-Comm GmbH und der jeweilige Aussender.