Gesundheit

Ärztestatistik 2025: Altersgipfel und Wahlarzt-Trend

Die Österreichische Ärztekammer stellte die Auswertung der Ärztedaten per 31.12.2025 vor

OTSKI-bearbeitet. Dieser Beitrag wurde KI-gestützt erstellt und nicht redaktionell geprüft.
Aussender: Österreichische Ärztekammer
29. Juli 2026

Die ÖÄK berichtet über 53.353 Ärzte zum Stichtag, steigenden Frauenanteil, Altersgipfel bei 63 Jahren und wachsenden Wahlarzt-Anteil.

Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) hat in einer Pressekonferenz die Auswertung der aktuellen Ärztestatistik zum Stichtag 31.12.2025 präsentiert. Kammeramtsdirektor Lukas Stärker und ÖÄK-Präsident Johannes Steinhart gaben Einblick in zentrale Trends der Ärzteschaft: steigender Frauenanteil, eine deutliche Altersstruktur mit einem Altersgipfel im niedergelassenen Bereich sowie eine zunehmende Bedeutung des Wahlarztsektors.

Österreichische Ärztekammer präsentiert Ärztestatistik (Stand 31.12.2025)

Die gesamte Ärzteschaft umfasste zum 31.12.2025 eine Kopfzahl von 53.353 Ärzten. Von diesen lag der Anteil von Frauen bei 50,4 Prozent, wobei die Verteilung zwischen Fächern und Tätigkeitsbereichen variiert. Lukas Stärker und Johannes Steinhart erklärten die zentralen Befunde in der gemeinsamen Pressekonferenz der ÖÄK.

Die vorgestellten Daten liefern nach Angaben der ÖÄK Hinweise auf strukturelle Verschiebungen innerhalb der ärztlichen Versorgung, insbesondere hinsichtlich Geschlechterverteilung, Altersaufbau und Tätigkeitsformen wie Wahlarzt- und Kassenbereich.

Frauenanteil in der Ärzteschaft

Der Frauenanteil in der Ärzteschaft lag laut Statistik bei 50,4 Prozent. Am höchsten waren die Anteile in der Allgemeinmedizin mit 60,3 Prozent und unter den Turnusärzten mit 57,9 Prozent. Unter den Fachärzten betrug der Frauenanteil 43 Prozent.

Zu den Veränderungen erklärte Kammeramtsdirektor Lukas Stärker: „Auch im Vergleich der Tätigkeitsstrukturen zum Stand 2015 zeigt sich, dass Frauen mittlerweile in allen Bereichen stärker vertreten sind“. Stärker wies zudem auf Unterschiede in den Tätigkeitsformen hin und stellte fest, dass Frauen weiterhin häufiger ausschließlich angestellt tätig seien, aber im niedergelassenen Bereich sichtbar aufholen: „Der prozentuale Anteil der Männer in Wahlarztbereich verändert sich kaum und die Ärztinnen holen hier deutlich auf“.

Altersstruktur und Pensionswelle in der niedergelassenen Versorgung

Die Alterszusammensetzung hat sich nach Darstellung der ÖÄK deutlich verändert: Per 31.12.2025 waren 32,7 Prozent der Gesamtärzteschaft über 55 Jahre alt. Diese Gruppe werde in den nächsten zehn Jahren das Regelpensionsalter erreichen oder überschreiten.

Besonders hervorgehoben wurde der niedergelassene Sektor, der laut Statistik seinen Altersgipfel bei 63 Jahren habe. Insgesamt werden nach Angaben der ÖÄK 18.346 Ärzte in den nächsten zehn Jahren das Pensionsalter von 65 Jahren erreichen bzw. überschreiten. Kammeramtsdirektor Stärker fasste die Frage der Nachbesetzung so zusammen: „Dank der Anpassung des Regelpensionsalters für Frauen hat sich die Situation zwar etwas entschärft, dennoch ergibt sich ein jährlicher Nachbesetzungsbedarf von 1.836 Ärzten pro Jahr, allein um eine Aufrechterhaltung des Status-quo der Kopfzahl zu gewährleisten“.

Ärztedichte und internationale Vergleichbarkeit

Zur ärztlichen Versorgungsdichte führte die ÖÄK aus, dass internationale Vergleiche mit Vorsicht zu interpretieren seien. Stärker betonte: „Die immer wieder angeführte OECD-Darstellung zur hohen Ärztdichte muss in den richtigen Kontext gesetzt werden“. Nach den vorgelegten Zahlen lag Österreich mit einem aktuellen Wert von 5,64 Ärzten (Kopfzahl) je 1.000 Einwohner auf Platz 3 der Vergleichsländer hinter Griechenland und Italien.

Die ÖÄK hob hervor, dass sich die zugrundeliegenden Datendefinitionen der Länder teils erheblich unterscheiden. Als Beispiele nannte die ÖÄK, dass das Vereinigte Königreich Ärzte außerhalb des National Health Service nur teilweise zählt, Tschechien keine Privatärzte berücksichtigt und Belgien nur Ärzte ab einer bestimmten Mindestanzahl an Patienten. Ebenso seien Ärzte in Ausbildung oder Ärzte außerhalb der klinischen Praxis (etwa Forschung, Labor, Arbeitsmedizin) in internationalen Vergleichen oft teilweise oder ganz exkludiert.

ÖÄK-Präsident Johannes Steinhart kommentierte die Folgerungen aus den Zahlen: „Die aktuellen Auswertungen der Ärztestatistik geben einen guten Einblick über die Struktur in der ärztlichen Versorgung“. Er führte weiter aus: „Es gibt also keinen Ärztemangel an sich, sondern einen deutlichen Mangel im öffentlichen System, sei es im Kassenbereich oder in den Krankenhäusern“.

Teilzeitkassenstellen, Facharztzentren und das Wahlarztsystem

Die ÖÄK stellte fest, dass der Trend zu Teilzeit Arbeitszeitmodelle und damit die erforderliche Kopfzahl beeinflusst. Präsident Steinhart betonte im Zusammenhang mit der Gesundheitsreform, dass Teilkassenstellen thematisiert werden und formulierte: „Jede Ärztin und jeder Arzt mit einem Kassenvertrag ist ein Gewinn für das Gesundheitssystem – unabhängig von den geleisteten Arbeitsstunden“.

Steinhart sprach sich zugleich für flexiblere Teamstrukturen aus, mahnte aber, dass Einzelordinationen nicht vernachlässigt werden dürfen, da diese eine tragende Säule der niedergelassenen Versorgung bildeten. Zur Organisation von spezialisierten Versorgungsstellen führte er aus: „Diese Facharztzentren müssen unbedingt – genauso wie Primärversorgungseinheiten – in ärztlicher Hand bleiben, um nicht die Türen für private Investoren zu öffnen“.

Zum Wahlarztsystem wies die ÖÄK auf dessen wachsende Bedeutung hin. Steinhart charakterisierte die Rolle von Wahlärzten in der Kostenrelation zur Sozialversicherung: „Man darf auch nicht übersehen, dass von Wahlärztinnen und Wahlärzten erbrachte Leistungen für die Sozialversicherungen besonders kostengünstig sind, denn sie bezahlen maximal 80 Prozent der Kassentarife“.

Er argumentierte weiter, dass das Wahlarztsystem unter anderem eine Reaktion auf Schwächen im Kassensystem sei und dass viele Ärzte im zeitlichen Verlauf eine Wahlarztordination wählten, weil sie dort „wesentlich freier in der Zeiteinteilung“ seien und Beruf und Familie „viel besser vereinbaren“ könnten. Abschließend warnte Steinhart: „Wenn die Sozialversicherung die Arbeitsbedingungen nicht verbessert, wird sich diese Tendenz weiter verstärken“.

Fokus auf Ausbildung und Studienplätze

Die ÖÄK forderte in der Pressekonferenz Maßnahmen zur Sicherung der Ausbildungspfade. Johannes Steinhart sprach sich für eine EU-weite Quote von Mindeststudienplätzen aus, um Sogwirkungen zwischen Ländern zu minimieren, und sagte, dass in Österreich Absolventen des Medizinstudiums sofort nach Abschluss Ausbildungsstellen angeboten werden sollten.

Steinhart forderte konkrete Perspektiven für junge Ärzte: „Junge Ärztinnen und Ärzte brauchen konkrete Perspektiven, sie dürfen nicht, wie es gegenwärtig vielfach der Fall ist, zum Teil jahrelang auf eine Ausbildungsstelle warten müssen“. Er stellte klar, dass es in der Verantwortung der Spitäler liege, wie viele Ärzte in der Basisausbildung aufgenommen werden. Erfahrene Ärzte und niedergelassene Ärzte, die bis 70 ihre Kassenordination weiterführen, würden laut ÖÄK den Mangel an besetzten Kassenstellen teilweise kompensieren.

Begriffe und Institutionen erklärt

Wahlarzt

Ein Wahlarzt ist in der Darstellung der ÖÄK ein Arzt, dessen Leistungen nicht direkt im vollumfänglichen Kassenvertrag abgerechnet werden. Die Sozialversicherung zahlt für von Wahlärzten erbrachte Leistungen nach Angaben der ÖÄK maximal 80 Prozent der Kassentarife.

Kassenstelle / Kassenvertrag

Kassenstellen sind vertragliche Bindungen zwischen Ärzten und der Sozialversicherung, wie von der ÖÄK thematisiert. Die ÖÄK hebt hervor, dass jede Arztpraxis mit einem Kassenvertrag „ein Gewinn für das Gesundheitssystem“ sei, unabhängig von der Stundenanzahl.

Ärztedichte (Kopfzahl)

Als Ärztedichte nennt die ÖÄK die Anzahl Ärzte pro 1.000 Einwohner; für Österreich wurde ein Wert von 5,64 Ärzten je 1.000 Einwohner angegeben. Die ÖÄK betont jedoch Unterschiede in Länderdefinitionen, die internationale Vergleiche erschweren.

Regelpensionsalter

Das Regelpensionsalter beeinflusst laut ÖÄK die Zahl der in den retirement-Abschnitt übergehenden Ärzte. Die Anpassung des Regelpensionsalters für Frauen habe die Situation nach Ansicht der ÖÄK etwas entschärft, dennoch sei der jährliche Nachbesetzungsbedarf erheblich.

FAQ zur Ärztestatistik

Wie viele Ärzte umfasste die Statistik per 31.12.2025?

Die Statistik weist eine Kopfzahl von 53.353 Ärzten aus. Diese Zahl wurde von der Österreichischen Ärztekammer als Gesamtärztezahlangabe für den Stichtag genannt.

Wie hoch ist der Frauenanteil in der Ärzteschaft?

Der Frauenanteil liegt bei 50,4 Prozent. Besonders hohe Anteile wurden laut ÖÄK in der Allgemeinmedizin (60,3 Prozent) und unter den Turnusärzten (57,9 Prozent) berichtet; unter Fachärzten betrug der Anteil 43 Prozent.

Welches Altersproblem benennt die ÖÄK?

Die ÖÄK nennt einen Altersgipfel im niedergelassenen Bereich bei 63 Jahren und weist darauf hin, dass 32,7 Prozent der Ärzte über 55 Jahre alt sind. Insgesamt werden 18.346 Ärzte in den nächsten zehn Jahren das Pensionsalter von 65 Jahren erreichen oder überschreiten, wodurch nach ÖÄK-Angaben ein jährlicher Nachbesetzungsbedarf von 1.836 Ärzten entsteht, um die Kopfzahl zu halten.

Gibt es laut ÖÄK einen allgemeinen Ärztemangel?

Johannes Steinhart sagte: „Es gibt also keinen Ärztemangel an sich, sondern einen deutlichen Mangel im öffentlichen System, sei es im Kassenbereich oder in den Krankenhäusern“. Die ÖÄK differenziert demnach zwischen der Gesamtzahl der Ärzte und der Verfügbarkeit im öffentlichen Sektor.

Welche Rolle spielt das Wahlarztsystem laut ÖÄK?

Die ÖÄK beschreibt das Wahlarztsystem als wachsenden Sektor, der unter anderem auf Versorgungsengpässe im Kassensystem reagiere. Steinhart wies darauf hin, dass Leistungen von Wahlärzten für die Sozialversicherung „besonders kostengünstig“ seien, da die Sozialversicherung maximal 80 Prozent der Kassentarife zahle.

Was fordert die ÖÄK zur Ausbildung?

Die ÖÄK fordert unter anderem eine EU-weite Quote von Mindeststudienplätzen und eine rasche Vermittlung von Ausbildungsstellen an Medizinstudienabsolventen. Johannes Steinhart betonte, dass junge Ärzte „konkrete Perspektiven“ brauchen und nicht jahrelang auf Ausbildungsstellen warten sollten.

Quellen und Kontakt

Die Ärztestatistik ist vollständig bei der Österreichischen Ärztekammer abrufbar: https://www.aerztekammer.at/daten-fakten

Kontakt: Österreichische Ärztekammer/Öffentlichkeitsarbeit, Mag. Sophie Niedenzu, MSc, Telefon: 01/51406-3316, E-Mail: s.niedenzu [at] aerztekammer.at, Website: https://www.aerztekammer.at

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Grundlage: Presseaussendung von Österreichische Ärztekammer, verbreitet über APA-OTS. Originalfassung: www.ots.at

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