Zurück
OTS-MeldungTests/Fahrrad/Kinder/Verbraucher/Sicherheit/Wirtschaft und Finanzen/Gesellschaft

ÖAMTC-Test: Elf Kinderfahrräder "gut", eines durchgefallen

Große Unterschiede bei Bremsen und Schadstoffen in 24-Zoll-Rädern

16. April 2026 um 05:31
Teilen:

Der ÖAMTC testete 14 Kinderfahrräder zwischen 268 und 808 Euro. Ein Modell fiel wegen krebserregender Stoffe durch, elf erhielten "gut".

Der ÖAMTC und seine Partnerorganisationen haben 14 Kinder- und Jugendfahrräder im 24-Zoll-Format unter die Lupe genommen. Die getesteten Modelle kosteten zwischen 268 und 808 Euro. Geprüft wurden Handhabung, Fahreigenschaften, Sicherheit, Verarbeitung sowie Schadstoffe.

Testsieger und Verlierer

Das Ergebnis zeigt eine erfreuliche Tendenz: Elf von 14 Rädern erhielten das Urteil "gut", zwei wurden mit "befriedigend" bewertet. Nur ein Fahrrad fiel komplett durch.

"An der Spitze des Tests steht das 'Woom Explore 5', das in allen Hauptkategorien hohe Bewertungen erzielen konnte. Es ist das einzige Modell mit Scheibenbremsen und auch das einzige, das vollkommen frei von Schadstoffen ist", erklärt ÖAMTC-Technikexperte Dominik Darnhofer.

Das Schlusslicht bildet das "Bikestar Jugend Fahrrad Leicht 24 Zoll 8 Gang". In den Griffen wurden gesundheitsschädliche Kohlenwasserstoffe, sogenannte PAKs, nachgewiesen – darunter das hochgradig krebserregende Benzo[a]pyren. Damit erhielt das Bikestar als einziges Modell die Note "nicht genügend".

Probleme bei Bremsen und Fahreigenschaften

Beim Decathlon/B'Twin unterschreitet die Bremsleistung bei Nässe den geforderten Normwert. "Eine Gefahrenbremsung bei Regen ist damit nur deutlich verzögert möglich und kann im Ernstfall einen Unfall zur Folge haben", warnt Darnhofer. Die besten Bremsleistungen zeigten die Modelle von KTM und Winora.

Beim Puky LS-Pro 24-8 berührten die Fahrrad-Pedale in Schräglage den Boden, was zu Abzügen führte. Mehrere Modelle wiesen Verbesserungspotenzial bei der Ausstattung auf – einige werden ohne die laut StVO erforderlichen Reflektoren geliefert. Auch bei der Beleuchtung gibt es bei einigen Rädern Nachholbedarf.

Gewichtsprobleme und Seitenständer-Ärger

Das höchstzulässige Gesamtgewicht der getesteten Räder reicht von 49,85 bis 89,5 kg. "Im Durchschnitt wiegt ein Kind mit elf Jahren zwischen 40 und 50 Kilogramm. Die Modelle von Academy und KTM bieten für diese Altersgruppe somit kaum bis gar keine Reserve für zusätzliches Gepäck", so Darnhofer.

Der mittig angebrachte Seitenständer machte bei den Modellen von Axess, Bikestar, Bulls, Cube, S'COOL, Decathlon, Puky und Raymon Probleme, da er beim Rückwärtsschieben mit dem Pedal kollidiert und das Losfahren erschwert.

Forderungen an die Hersteller

Der ÖAMTC und seine Partnerorganisationen fordern klare Konsequenzen: keine giftigen PAKs oder Weichmacher mehr in Griffen und Satteln, Bremsen auf dem aktuellen Stand der Technik sowie vollständige, StVO-konforme Ausstattung ab Werk. Zudem sollte das höchstzulässige Gesamtgewicht direkt am Fahrrad ausgewiesen sein.

Schlagworte

#ÖAMTC#Kinderfahrrad#Test#Sicherheit#Schadstoffe

Weitere Meldungen

OTS
Tests

ÖAMTC-Test: Kinderfahrräder mit Schadstoffen gefährden Gesundheit

16. Apr. 2026
Lesen
OTS
Elektromobilität

E-Autos verlieren bei Kälte bis zu 46% Reichweite

18. Feb. 2026
Lesen
OTS
Lange Nacht der Forschung

Lange Nacht der Forschung 2026: AIT zeigt Quantentechnik live

16. Apr. 2026
Lesen
Alle Meldungen anzeigen