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Dominic Thiem kämpft für bedrohte Donau-Störe

Tennis-Star unterstützt WWF-Artenschutzprojekt mit Spende und Patenschaft

14. April 2026 um 06:21
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Der ehemalige Tennisprofi engagiert sich für den Schutz der am stärksten gefährdeten Tiergruppe der Welt und übernimmt eine Störpatenschaft.

Dominic Thiem setzt sich nach seinem Rücktritt vom Profi-Tennis verstärkt für den Artenschutz ein. Der österreichische Tennis-Star unterstützt nun mit einer großzügigen Spende die Arbeit des WWF Österreich zum Schutz von Stören in der Donau. Diese urzeitlichen Fische bilden die am stärksten gefährdete Tiergruppe der Welt – auch die in österreichischen Gewässern vorkommenden Arten sind vom Aussterben bedroht.

Persönliches Engagement für bedrohte Arten

"Artenschutz liegt mir schon seit Jahren am Herzen. Als ich von der Situation der Störe erfahren habe, war für mich sofort klar, dass ich mich aktiv dafür einsetzen möchte", erklärt Dominic Thiem sein Engagement. Der 31-Jährige, der im Oktober 2024 seine Tenniskarriere beendete, nutzt seine Bekanntheit nun verstärkt für gesellschaftliche Anliegen.

Die Bedrohungen für Störe sind vielfältig und gravierend. Hauptursachen für den dramatischen Rückgang der Bestände sind der Verlust des natürlichen Lebensraums durch Flussverbauungen, unterbrochene Wanderrouten sowie die illegale Jagd auf die Tiere wegen ihres wertvollen Fleisches und Kaviars. Diese Faktoren haben dazu geführt, dass mehrere Störarten in europäischen Gewässern bereits ausgestorben sind.

Innovative Züchtung auf schwimmendem Labor

Bei einem Besuch des Projekts "LIFE-Boat4Sturgeon" konnte sich Thiem persönlich von der wichtigen Arbeit der Wissenschaftler überzeugen. Die Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) leitet dieses einzigartige Projekt, bei dem seltene Störarten auf einem eigens umgebauten Forschungsschiff nachgezüchtet werden. Das schwimmende Labor ermöglicht es den Forschern, direkt auf der Donau zu arbeiten und die Jungfische unter optimalen Bedingungen aufzuziehen.

"Vor Ort zu erleben, mit wie viel Know-how und Engagement die Jungstöre aufgezogen und auf ihre Auswilderung vorbereitet werden, war beeindruckend", berichtet Thiem von seinem Besuch. "Projekte wie dieses zeigen, dass wir Verantwortung übernehmen und aktiv dazu beitragen können, ihnen eine Zukunft in ihrem natürlichen Lebensraum zu sichern."

Patenschaft für Elterntier übernommen

Um das Projekt nachhaltig zu unterstützen, hat der ehemalige Weltranglistendritte eine Störpatenschaft für eines der Elterntiere übernommen. Diese Patenschaften sind ein wichtiger Baustein der Finanzierung des aufwendigen Zuchtprogramms. Die auf dem Forschungsschiff heranwachsenden Jungfische werden gemeinsam mit dem WWF und weiteren Projektpartnern in der Donau ausgewildert, um die stark dezimierten Bestände langfristig zu stabilisieren.

Internationale Zusammenarbeit notwendig

WWF-Geschäftsführerin Andrea Johanides betont die Komplexität des Störschutzes: "Die Gefahren für die Störe sind vielfältig. Vor allem in der Donau, dem internationalsten Fluss der Welt, kann Störschutz nur durch die Zusammenarbeit vieler Akteure über Grenzen weg gelingen. Wir freuen uns daher sehr über die prominente Unterstützung durch Dominic Thiem."

Der WWF setzt auf ein umfassendes Schutzprogramm, das weit über die reine Zucht hinausgeht. Die Organisation arbeitet eng mit lokalen Fischern zusammen, die aktiv in Schutzmaßnahmen eingebunden werden. Gleichzeitig unterstützt der WWF beim Aufbau alternativer Einnahmequellen, um den wirtschaftlichen Druck auf die bedrohten Fische zu reduzieren.

Kampf gegen illegale Fischerei

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Bekämpfung der illegalen Störfischerei. In enger Kooperation mit Behörden in Bulgarien, Rumänien und der Ukraine hilft der WWF beim Aufspüren illegaler Hakenleinen mithilfe von Unterwassersonar-Geräten. Diese Fallen stellen eine große Gefahr für die seltenen Fische dar und sind ein wichtiger Ansatzpunkt im Kampf gegen die Wilderei.

Vier Arten im Fokus des Rettungsprojekts

Das EU-finanzierte Projekt "LIFE-Boat4Sturgeon" konzentriert sich auf vier kritisch bedrohte Donaustörarten: Waxdick, Sternhausen, Hausen und Sterlet. Diese Arten waren einst in der gesamten Donau verbreitet, sind heute aber nur noch in wenigen Bereichen des Flusssystems zu finden. Der Hausen, der größte Süßwasserfisch Europas, kann über 100 Jahre alt werden und eine Länge von bis zu sechs Metern erreichen.

Neben der BOKU und dem WWF sind weitere österreichische Partner am Projekt beteiligt: das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, der Wasserstraßenbetreiber viadonau und die Stadt Wien mit den Wiener Gewässern. Die internationale Zusammenarbeit erstreckt sich über mehrere Donauanrainerstaaten.

Erfolge und Herausforderungen

Erste Erfolge des Projekts sind bereits sichtbar: Tausende Jungstöre konnten bereits erfolgreich ausgewildert werden. Die Wissenschaftler verwenden dabei modernste Markierungstechniken, um die Entwicklung der freigelassenen Tiere zu verfolgen. Dennoch bleibt der Kampf um das Überleben der Störe eine große Herausforderung, da die natürlichen Lebensräume weiterhin unter Druck stehen.

Prominente Vorbildwirkung für Artenschutz

Thiems Engagement zeigt, wie Prominente ihre Bekanntheit für wichtige Umweltthemen nutzen können. Nach seinem Karriereende hat der gebürtige Niederösterreicher bereits mehrere soziale und ökologische Projekte unterstützt. Sein Einsatz für die bedrohten Störe könnte anderen bekannten Persönlichkeiten als Vorbild dienen und das Bewusstsein für die Bedeutung des Artenschutzes in der Öffentlichkeit stärken.

Die Unterstützung durch Thiem kommt zu einem kritischen Zeitpunkt: Experten schätzen, dass ohne sofortige und umfassende Schutzmaßnahmen mehrere Störarten in den nächsten Jahrzehnten unwiederbringlich verschwinden könnten. Das würde nicht nur einen enormen Verlust für die Biodiversität bedeuten, sondern auch das Ende einer Tiergruppe, die seit über 200 Millionen Jahren die Erde bevölkert und sogar die Dinosaurier überlebt hat.

Schlagworte

#Dominic Thiem#WWF#Artenschutz#Störe#Donau#Tennis

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